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„Läuft bei mir“ #3 oder auch: Wie funktioniert das eigentlich mit der Period Panty? {zero waste}

"Läuft bei mir" #3 oder auch: Wie funktioniert das eigentlich mit der Period Panty? {zero waste} | Blattgrün

Ich habe euch ja schon hier von der kleinen, immer wiederkehrenden Hölle erzählt, die es manchmal schwer macht alltägliche Dinge zu erledigen oder aber das Bett, und geschweige denn das Haus, zu verlassen und was man dagegen tun kann, damit es besser wird. Hier gibt’s außerdem ganz viel Information zur Menstruationstasse, die es ja mittlerweile schon in die Herzen (und Scheiden) vieler Öko-Frauen geschafft hat. Heute dreht sich jedoch alles um die Period Panty, der müllärmeren Alternative zu Plastikbinden.


Dieser Blogpost enthält PR-Samples von ooshi, der Beitrag wurde jedoch nicht gesponsert. 


Warum aber überhaupt auf Alternativen zu herkömmlichen Produkten aus dem Drogerieregal umsteigen? Ganz einfach: Besser für uns, besser für die Umwelt und sehr viel kostengünstiger! Und ja, eine Frau, die auf konventionelle Ware zurückgreift, gibt in ihrem Leben durchschnittlich 1250 Euro für Tampons oder gar 2000 Euro für Binden aus, versorgt ihren Körper außerdem mit allerlei Glyphosat sowie Bleichmitteln und macht dabei auch noch jede Menge Plastikmüll. Da kann ich auch nichts beschönigen.

Ich kann übrigens schon gar nicht mehr zählen wie oft ich mich als Jugendliche für das geschämt habe, was mit meinem Körper in dieser Zeit passiert. Es ist ja nicht so, als würde die Werbung ein Bild vermitteln, das die monatliche Blutung als Normalität des weiblichen Lebenszyklus oder gar als positiv darstellt. Also wachsen wir Frauen im Prinzip mit der Meinung auf, dass Menstruation mehr Fluch als Segen ist und das führt nicht selten, die Psychosomatik lässt grüßen, zu einem Mehraufkommen und vor allem auch stärkeren Schmerzen. 

Aber dazu hab ich euch ja hier schon im Bereich „Nachhaltige Tipps gegen Regelschmerzen“ im unteren Drittel des Artikels ein „die eigene Weiblichkeit annehmen lernen“-Liedchen von gesungen. Heute gibt’s also den dritten Teil der „Läuft bei mir“-Serie. Gerade wegen dieser gesellschaftlichen Stock im Popsch-Tabuisierung dieses recht sensiblen Themas ist es umso wichtiger darüber zu reden und sich auszutauschen.

Ich bin eine Frau, ich menstruiere, es ist natürlich, es ist ok, ich bin ok.

Fakt ist, dass es seit Anbeginn der Zeit nun einmal, mehr oder weniger, die Hälfte der Bevölkerung betrifft und dass es in dem Bereich immer noch verdammt viel nachzuholen gibt, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Elena von Marolenas Stimme hat demnächst, genauer gesagt am 02. März in Wien, übrigens einen Workshop zum Thema „Zero Waste meets Zyklus“, den ihr besuchen könnt, falls ihr euch auch mal abseits des Internets austauschen wollt. 

"Läuft bei mir" #3 oder auch: Wie funktioniert das eigentlich mit der Period Panty? {zero waste} | Blattgrün

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Nach der Veröffentlichung des Artikels zur Menstruationstasse bekam ich recht oft die Rückmeldung, dass es bei einigen auch nach vielen Versuchen einfach nicht klappt. Andere vertragen auch einfach weder Tampons noch Tassen, weil es während der Regel so schmerzt oder sie beim Tragen unangenehm gespürt werden. Deshalb möchte ich mich heute der Period Panty widmen: Sie ist das nachhaltige Pendant zu Plastik-Einwegbinden. 

Meine erste Period Panty von ooshi

Als Versuchsobjekt hat mir ooshi eine Panty als kostenfreies PR-Sample zur Verfügung gestellt. Mit ihrem integrierten Membransystem (jedoch nicht vegan, da Merinowolle im Einsatz) soll sie bis zu drei Tampons voll Flüssigkeit aufnehmen können und ist dabei auch gleich noch antibakteriell. Ohne Nano-Silber natürlich. Mein erster Eindruck: Echt schickes Teil! Wenn man’s nicht weiß, könnte man meinen, dass es sich um einen ganz normalen High Waist-Slip handelt. Natürlich, und das ist eigentlich ganz klar, ist die Panty ein wenig dicker als ein normaler Slip (1-2 mm an der dicksten Stelle), denn sie ist gepolstert. Daran gewöhnt man sich aber ganz schnell. 

Die erste Lage sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit in das Innere des Höschens wandert und man nicht das Gefühl hat, dass man einen nassen Sack zwischen den Beinen herumschleppt. Die zweite Schicht ist antibakteriell und absorbiert das Blut. Sie soll also mitunter verhindern, dass sich Bakterien vermehren und die Panty unangenehm zu riechen beginnt. Die äußerste Schicht ist, zumindest bis zu einem gewissen Punkt, flüssigkeitsundurchlässig und verhindert unschöne Flecken auf der Kleidung.

Kurzum: Baumwolle und Elastan außen, Merino als Futter und in der Mittelschicht findet ihr Baumwolle, Modal und Polyester vor. Nachteil: Da die Panty ja grundsätzlich Kunststoff enthält, kann sie während des Waschens eventuell Mikroplastik an die Gewässer abgeben. Ganz ohne Kunststoff geht es aber laut Herstellern leider nicht. Hier empfiehlt sich beispielsweise der Guppy Friend-Waschbeutel, der in der Waschmaschine einiges an Textilplastik auffangen kann. 

Dafür wird aber, im Gegensatz zur amerikanischen Konkurrenz, in Portugal mit GOTS-Zertifikat hergestellt. Hier wird also nicht nur auf ökologische, sondern auch auf ethische Kriterien geachtet. Ebenso soll sie mehr Flüssigkeit aufnehmen können als das Pendant aus Übersee. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen, da es meine erste Period Panty ist. 

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Fazit zur Period Panty

Nachts zum Schlafen ist die Period Panty sehr angenehm und tut, was sie tun soll: Pyjama und Bettwäsche vor Blutflecken schützen, die man sonst wieder nur mit viel Mühe aus der Wäsche bekommt. Tagsüber, in den ersten beiden Tagen, an denen die Periode am stärksten ist, empfehle ich aber dennoch zusätzlichen Schutz oder eine zweite Panty in der Tasche, da sie, trotz ihrer innovativen Zusammensetzung, nicht ganz so viel Fassungsvermögen hat wie die Menstruationstasse. 

Natürlich gibt es kein Patentrezept für die Müllvermeidung in Bezug auf Hygieneprodukte. Nicht alles, was für mich funktioniert, funktioniert auch für andere. Sie ist aber definitiv ein sehr brauchbares Backup bei starker Blutung, an leichteren Tagen eine tolle Alternative zur Menstruationstasse und spart deutlich mehr Müll ein als konventionelle Binden. Wichtig ist nur, dass man sie nach dem Tragen kurz mit kaltem Wasser auswäscht. Dann kann man sie ganz easy peasy mit dunkler Wäsche bei 40 Grad waschen. 

Ich denke übrigens auch, dass sich eine ooshi ganz wunderbar nach einer Geburt oder bei Blasenschwäche eignen könnte und vielleicht sogar ein perfektes Geschenk für junge umweltbewusste Mädchen ist, die sich gerade zum ersten Mal mit dem Thema Monatsblutung auseinandersetzen (müssen) und noch ein wenig Ehrfurcht vor Menstruationstassen haben. Die Panties gibt es nämlich schon ab Größe 32/34. 


Und ihr so? Welche nachhaltigen Alternativen verwendet ihr während der Periode? Kennt ihr Period Panties? Habt ihr schon mal von ooshi gehört oder nutzt ihr vielleicht sogar schon eines der schicken Teile? Inspiriert mich mit einem Kommentar, postet eure Gedanken mit dem Hashtag #blattgrünblog auf Instagram ODER erntet gutes Karma und teilt diesen Beitrag in den unendlichen Weiten des Internets. Ich freu mich und sag Dankeschön! ♥ Eure Tanja

1 Comment

  • Reply
    Katha | Bananenmarmelade
    26. Februar 2019 at 10:52

    Danke für den Bericht!
    Hat man mit so einem Höschen wirklich ein trockenes Gefühl? Ich kann mir das immer noch schwerlich vorstellen. Aber wenn es gut funktioniert, könnte ich mir durchaus vorstellen, mir auch zwei drei Höschen für die leichteren Tage anzuschaffen. Gerade für unterwegs scheint mir das dann auch sehr praktisch :)

    Liebe Grüße!

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