Blogbeiträge/ Lifestyle/ Nachhaltigkeit/ Naturkosmetik

Einkaufen ohne Plastik: Naturkosmetik (+Rezepte)

Wie schon im ersten Teil des umweltbewussten Konsumabenteuers gibt es dieses Mal wieder ein paar Tipps für plastikfreies Shoppen zum Thema Kosmetik und Pflegeprodukte. Ich habe mich übrigens sehr darüber gefreut, dass der vorangegangene Artikel so viel Anklang gefunden hat und immer noch laufend gelesen wird. Auch dieses Mal möchte ich euch wieder umweltfreundliche und nachhaltige Alternativen vorstellen, die preiswert sind und eurem Körper helfen statt schaden.

Deshalb findet ihr in diesem Artikel einige DIY Rezepte für einen gesunden Körper ohne chemische Zusätze. Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren! Behälter und Tiegel aus Glas, sowie Inhaltsstoffe für die Rezepte kannst du hier oder auch hier erwerben.

KÖRPERÖL
Ich war letztens bei DM und habe versucht Bodylotions ohne Plastikverpackung zu finden. Ein schwieriges Unterfangen, da die meisten Lotions von Alverde, Weleda und Co. nur in Kunststofftuben erhältlich sind. Ganze zwei Cremen habe ich gefunden, die man in Glasbehältern bekommt und die waren für reife Haut (und bin ja doch erst in meinen 20ern). Also habe ich mich dazu entschieden auf einfache, plastikfreie und dennoch angenehme Alternativen umzusteigen. Statt Körperlotions gibt es für mich jetzt nur noch hochwertiges Öl aus dem Bioladen, denn dieses wird in Glasflaschen abgefüllt. Und jetzt ran ans Mischen, denn so wisst ihr genau was enthalten ist, könnt leicht Inhaltsstoffe vermeiden, gegen die ihr allergisch seid und belasten eure Haut nicht mit chemischen Zusätzen:

100ml Jojobaöl
50ml Mandelöl
10 Tropfen ätherisches Öl nach Belieben (z.B. Lavendel zum Entspannen, Bergamotte oder Zitronengras zum Beleben)
Die Öle miteinander vermengen und in ein dunkles Glasgefäß geben. Das Körperöl hält sich kühl und dunkel gelagert locker drei Monate. Möchte man es länger haltbar machen, gibt man etwas Vitamin E (bekommt man in der Apotheke) hinzu.

HAARKUR
Wer unter trockenen und schuppigen Haaren leidet, sollte auf Olivenöl umsteigen. Nicht nur wegen der Plastikverpackung, sondern auch aufgrund der enthaltenen Silikone. Dies unnatürlichen Chemiezusätze legen sich wie ein Film auf das Haar. Somit fühlen sie sich seidig weich an, werden aber auf Dauer unter der „schützenden“ Oberfläche trocken und brüchig, da die Haarpracht samt Kopfhaut nicht mehr richtig atmen kann.

Für eine natürliche Haarkur massiert man vor der Haarwäsche Olivenöl in Haar und Kopfhaut, umwickelt die Haare mit einem Handtuch und lässt das Öl für ca. 20-30 Minuten einwirken. Anschließend wird wie gewohnt gewaschen.

HAARSHAMPOO
Ein Haarshampoo soll Kopfhaut und Haare reinigen und Pflegen. Chemische Weichmacher, Silikone, Parabene und Co. legen jedoch einen Kunststofffilm über das Haar und können (aufgrund der Porenverstopfung der Kopfhaut) auch in weiterer Folge zu Haarausfall führen. Um dies zu vermeiden (und sinnlos Plastikverpackungen zu kaufen), gibt es als Alternative sogenannte Lavaerde oder Wascherde. Vorsicht ist geboten, wenn ihr eure Haarstruktur chemisch verändert! Blondierte, gesträhnte oder gefärbte Haare, sowie Dauerwellen vertragen sich oft nicht so gut mit Lavaerde, da aufgeraute Haare stärker austrocknen können. Für natürlich oder chemisch veränderte Haarstrukturen gibt es immer noch Naturseifen als Alternative. Auf bio-seifen.at stehen z.B. viele verschiedene Natur- und Shampooseifen zur Auswahl.
Ihr werdet merken, dass eure Haare bei beiden Alternativen anfangs spröde und glanzlos sind. Kein Grund zur Sorge: Die Haarstruktur muss sich erst wieder an ein Leben ohne Silikonfilm gewöhnen und nach einigen Haarwäschen hat es sich bereits von selbst erholt.

Lavaerde rührt man mit Wasser (und optional einigen Tropfen Olivenöl) zu einem Brei an und wäscht damit das Haar.

LIPPENPFLEGE
Wir wissen es aus dem Biologieunterricht: Wenn alte Zellen absterben, möchten sich neue Zellen bilden. Bei Lippen ist das nicht anders. Leider besitzen unsere Lippen weder Schweiß- noch Talgdrüsen, sind dünner (weniger Hautschichten) und werden somit auch schneller spröde. Spröde deshalb, weil die toten Zellen das Weite suchen und die Haut sich im Erneuerungsprozess befindet. Da wir trockene Lippen aber als sehr unangenehm empfinden und Küssen mit solchen nur halb so viel Spaß macht, kaufen wir Lippenpflegestifte. Hier beginnt der Teufelskreis! Labello und Co. legen eine unnatürliche Schutzmembran auf die Lippen und senden dem Körper somit das Signal: „Hey, alles in Ordnung, wir müssen keine neuen Zellen produzieren!“. Sobald man dann einen Tag keinen Lippenpflegestift zur Hand hat, beginnt der Körper alte Zellen abzustoßen und sie werden wieder spröde. Also benutzt man ihn wieder. Leider werden so keine neuen Zellen gebildet, keine toten Zellen abgestoßen und man füttert diese obendrein mit vielerlei chemischen Zusätzen. Also lasst die armen Lippen doch einfach mal ein wenig austrocknen oder greift auf natürliche Alternativen zurück, die Lippen wirklich pflegen und bei der Zellneubildung unterstützen:

10g Kokosöl
5g Kakaobutter
3g Bienenwachs
Öl im Wasserbad erwärmen und das Bienenwachs darin lösen. Anschließend die Kakaobutter einrühren und im noch flüssigen Zustand abfüllen. Hält sich ungefähr drei Monate, wenn kühl und luftdicht aufbewahrt.

DUSCHGEL
Manche Inhaltsstoffe von Duschgels können nicht nur die Haut reizen und austrocknen, sondern auch Allergien hervorrufen. Deshalb ist es wichtig auf synthetische Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe zu verzichten. Gerade jetzt, wo die kalte Jahreszeit im Anmarsch ist, trocknet die Haut viel schneller aus und braucht bessere Pflege. Viele schäumende Duschgels waschen aber leider nicht nur Geruchsbakterien von der Haut, sondern auch die schützende Fettschicht. Fettschicht klingt erstmal so, als käme es ganz gelegen, wenn die im Abfluss verschwindet, der Körper aber braucht sie um nicht auszutrocknen. Braucht ihr ein Peeling, um abgestorbene Hautzellen zu entfernen? In einem meiner älteren Blogartikel findet ihr das Rezept für ein Kokospeeling. Wenn ihr außerdem auf schäumende Pflegemittel verzichten möchtet, könnt ihr euer Duschgel auch selber machen:

50g Kernseife (Flocken)
100ml hochwertiges Blütenöl
10g Honig
150ml destilliertes Wasser
10ml Obstessig
Destilliertes Wasser erwärmen, Honig und Seifenflocken unter ständigem Umrühren auflösen und anschließend langsam das Öl einrühren. Ist das Seifengel ein wenig abgekühlt (lauwarm), gibt man tropfenweise den Essig hinzu. Am Schluss nochmals gut umrühren und abfüllen.

DEO
Viele Deos aus dem 0815-Laden enthalten Aluminiumsalze, welche über eure Achseln in euren Körper gelangen und Krebs auslösen können. Außerdem unterbinden sie den Entgiftungsprozess und somit das Ausscheiden von Schadstoffen. Meine Lieben: Schwitzen ist ein natürlicher Prozess und wichtig für den Körper! Unangenehm wird es nur, wenn die Bakterien sich zersetzen und Gerüche entstehen. Um letzteres zu verhindern, ohne sich mit der Chemiekeule aus Aluminiumdosen wegzunebeln, könnt ihr euer Deo auch selbst ganz leicht zusammenmischen:

2TL Natron
2TL Kokosöl
1TL Zinkoxid (Apotheke)
1-2TL Jojobaöl
1TL Sheabutter (Apotheke)
optional: 10 Tropfen Duftöl
Öle und Butter im Wasserbad schmelzen. Vom Herd nehmen und anschließend Natron, sowie Zinkoxid in die flüssige Komponente geben und gut umrühren. Die Masse nun in einen Mörser geben und die Pulverpartikel so gut wie möglich mörsern. In eine geeignete Dose füllen und im Kühlschrank aushärten lassen.
Bei Bedarf ein wenig Deocreme zwischen die Finger nehmen und unter den befeuchteten Achseln verreiben. Befeuchtet deshalb, weil es durch das Natron sonst zum Peelingeffekt kommen kann und die Haut reizt.

ZAHNPASTA
Wer sich genauer über Zahngesundheit informieren möchte, kann in einem meiner älteren Artikel mehr über die Auswirkungen von Flourid in Zahnpasten erfahren. Da Zahncreme außerdem prinzipiell in Plastiktuben verkauft wird, sollte es auch hier eine einfache und preiswerte Alternative geben und diese hört auf den Namen Xylit. Xylit ist nichts anderes als natürlicher Birkenzucker und fördert die Zahngesundheit. Vorsicht ist beim Kauf geboten, denn oftmals wird Xylit aus Gentechnikmais in China hergestellt! Echter Birkenzucker wird ausschließlich aus Laubholzabfällen (wie Birkenrinde) hergestellt. Bäume müssen dafür glücklicherweise nicht einmal gefällt werden. Xylit kann man hier (Kristallzucker) und hier (Staubzucker) bestellen. Wie putzt man sich nun damit die Zähne?

Ein gestrichener TL Birkenzucker wird eingespeichelt und solange im Mund bewegt, bis er sich aufgelöst hat. Danach putzt man seine Zähne wie gewohnt mit der Zahnbürste, spuckt aus, aber spült nicht nach, damit sich die Wirkung bestens entfalten kann.

Ich hoffe, dass für euch alle ein Rezept dabei ist und ihr viel Freude damit haben werdet! :)

13 Comments

  • Reply
    Sabine
    24. Mai 2018 at 15:55

    Bei Deo kann man auf Zinkoxid völlig verzichten, denn das Natron reicht für die Deowirkung aus. Sicherheitshalber kann man Salbeiöl hinzufügen, so habe ich es bei meiner selbstgerührten Deocreme gemacht. Das beste Deo, dass ich jeh hatte :-)

  • Reply
    Julia
    2. Januar 2018 at 20:58

    Hallo Tanja, ich hätte eine Frage zu dem Deo: ich hab das jetzt nachgemacht, allerdings mit doppelter Menge, und bei mir setzt sich immer eine Flüssigkeit ab, wenn die Creme weich wird. Sie ist leicht gelblich, ich vermute es ist die Kakaobutter. Was kann ich denn dagegen tun? Wenn ich das Deo im Kühlschrank lasse ist es fast zu kalt, um es gut auftragen zu können.
    Liebe Grüße, Julia

    • Reply
      Tanja
      3. Januar 2018 at 1:25

      Hey Julia!
      Das Deo ist bei Zimmertemperatur generell ein wenig „weicher“ als die gewohnten DIY-Deos. Du könntest eventuell alles nochmals leicht erhitzen bzw. verflüssigen lassen, ein wenig Lecithin oder Stärke dazugeben und richtig gut durchrühren. Beides wirkt als Emulgator und macht das Deo fester. Ich hoffe, es hilft! :)
      Liebe Grüße

      • Reply
        Julia
        7. Januar 2018 at 13:05

        Hallo Tanja,
        vielen Dank für deinen raschen Tipp, das hat gut geklappt! Und die ersten Härtetests hat die Deocreme jetzt auch schon bestanden. =)
        Liebe Grüße, Julia

  • Reply
    Svenja Holzhausen
    15. November 2017 at 3:56

    Schöne Rezepte!

    Mich interessiert gerade besonders das Körperöl.
    Hast du einen Tipp, woher man schöne dunkle Gläser bekommt?

    • Reply
      Tanja
      15. November 2017 at 11:19

      Hy Svenja!
      Kommt darauf an, wo du beheimatet bist. ;)
      In meiner Nähe gibt’s z.B. art of beauty/Wels, die dunkle Gläser in allen Varianten verkaufen (ebenso im Onlineshop). Sonst haben auch Apotheken immer ein Sammelsurium an kleinen und größeren braunen Flaschen.

      Liebe Grüße

    • Reply
      Ina
      26. Juli 2018 at 14:47

      Einfach eine kleine leere Ölflasche spülen, Ettikett ablösen und neu gestalten. Der vorhandene Ausgießer erleichter das Dosieren.

  • Reply
    Ana
    9. Juni 2017 at 14:15

    Von meiner Frisörin habe ich die Anweisung bekommen auf Olivenöl zu verzichten, es würde den Haaren insgesamt keinen Nutzen bringen. Die darin enthaltenen Stoffe werden wohl vom Haar nicht verwertet, der Kopfhaut bringt das auch nur bedingt etwas. Lieber auf Arganöl umsteigen

    • Reply
      Tanja
      10. Juni 2017 at 16:00

      Danke für den Tipp, liebe Ana!
      Werde mich diesbezüglich gleich mal näher informieren.
      Liebe Grüße
      Tanja

  • Reply
    Plastikfasten - mein Wochenende in der Kosmetikküche
    27. Februar 2016 at 5:08

    […] Das Deo habe ich laut diesem Rezept hergestellt und bin bislang ganz zufrieden. Jojobaöl ist sehr teuer, aber Mandelöl dagegen nicht. […]

  • Reply
    Plastikfreie Nasszelle - NABU-Blogs
    16. Februar 2016 at 17:20

    […] Kosmetik und Pflege […]

  • Reply
    misses_hippie
    21. September 2015 at 22:25

    Huhu. Tolle Seite und tolle Liste :)

    Die Zutaten für den Lippenbalsam habe ich alle da, und werde ich die Tage mal zusammen mixen : )

    Liebe Grüße.

  • Leave a Reply