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Verpackungsfrei für Anfänger: 5 Tipps für den Einkauf

Warum Mikroplastik die Evolutionsbremse des Jahrhunderts ist und wie du es vermeiden kannst (Teil 2) | Blattgrün

Plastikfreie Einkaufsvergnügen sind mittlerweile fester Bestandteil meines Lebensstils. Primär gestartet zugunsten der Umwelt, sekundär, weil ich es einfach zutiefst hasse, und insgeheim einfach oft zu faul bin, unseren Müll vom sechsten Stock ins Erdgeschoss zu schleppen. Ich mag es halt lieber praktisch und verpackungsfrei. Jedes Mal gefühlt unendlich viel Plastikmüll mit nach Hause zu nehmen, scheint mir nämlich einfach nicht der bequemste und zweckdienlichste Weg zu sein. 

Ganz besonders lieb gewonnen habe ich den Genussladen, den ich, als autoloses Menschlein, mit dem Fahrrad gut erreichen kann. Das Titelfoto gibt euch einen Einblick in den kleinen Laden am Südbahnhofmarkt in Linz. Eingepackt wird mit viel Liebe in mitgebrachte Behälter oder, auf Wunsch, in dort vorhandene Papiersackerl. Wenn ihr mehr über verpackungsfreies Einkaufen in Linz erfahren wollt, könnt ihr euch gerne in einem meiner älteren Artikel Shops, Märkte und Initiativen aus Linz herauspicken, die in eurer Nähe liegen. 

Heute möchte ich euch aber eigentlich ein wenig an dem Drumherum des Einkaufens teilhaben lassen. Verpackungsfreies Einkaufen (und auch auswärts Essen) ist ja an sich sehr simpel, wenn man mit ein wenig Plan an die Sache geht. Wenn die bequemen Plastikutensilien, to go-Boxen und vorverpackte Lebensmittel wegfallen, muss man sich nämlich selbst um effizientes Equipment sorgen. So, here you are:

Tipp 1: Obst- und Gemüsenetze

Da ich letztes Jahr vom Auto auf’s Fahrrad umgestiegen bin, fallen Großeinkäufe mit Gläsern flach. Hülsenfrüchte mögen an sich nicht schwer sein, ein paar Äpfel ebensowenig, doch für einen Wochenkauf summiert sich das Gewicht ganz schön auf den Bandscheiben, die all die verpackungsfreien Leckereien eher lustlos wieder mit nach Hause schleppen müssen. Gut, vielleicht bin ich ein bisschen Lauch, aber ich hab es nunmal lieber praktisch und einfach.

Deshalb hab ich mir, aus einer Unfähigkeit Nähmaschinen zu bedienen, Gemüsenetze aus dem Bioladen geholt. Diese haben den Vorteil, dass man Obst und Gemüse in konventionellen Supermärkten nicht in einem Haufen auf’s Kassenband legt und die Mitarbeiter in die Verzweiflung treibt. Alles ist schön geordnet, übersichtlich und es muss (gerade in verpackungsfreien Shops) nicht extra zuerst das Glas gewogen werden, was schon einmal viel Zeit sparen kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass man den Inhalt samt Gemüsenetz in den Kühlschrank legen kann, da sie im Gegensatz zu Plastiksäcken atmungsaktiv sind. 

Bei Hülsenfrüchten, Bohnen, Reis, Nüssen, Kernen, Nudeln und Co. sind sie ebenso sehr vorteilhaft, da das Gesamtgewicht auf dem Weg hin und zurück ins traute Heim einfach viel rückenschonender ist. Ja, Gläser sind total ästhetisch, umweltfreundlich und sollten definitiv in jedem Vorratsschrank eines Öko-Hippies zu finden sein, doch für den Wocheneinkauf sind sie einfach nicht praktikabel. Man kann die gesunden Goodies ja dann zuhause umfüllen. 

Tipp 2: Behälter aus Edelstahl

Ich liebe meine Lunchbox und das ganz ehrlich sowie direkt aus dem Herzen. Sie eignet sich nicht nur wunderbar um Frühstück oder Mittagessen mit ins Büro oder die Schule zu nehmen, sondern auch um Wurst oder Käse von der Frischtheke verpackungsfrei nach Hause transportieren zu können. (Optional ginge natürlich auch ein Bienenwachstuch wunderbar.) Im Bestfall ist das Behältnis isoliert, damit Kaltes schön kalt und Heißes schön warm bleibt. Das habe ich leider damals beim Kauf nicht wirklich durchdacht und mir jetzt noch zusätzlich den isolierten Behälter bei Kivanta bestellt, mit dem ich z.B. mein Porridge prima warm halten kann, bis ich in der Arbeitspause endlich mal zum Frühstücken komme. 

Übrigens: Ich hab die Erfahrung gemacht, dass sich mittlerweile viele konventionelle, aber auch Bio-Supermärkte darüber freuen, wenn Kunden mit eigenen Behältern kommen. Aber auch beim Auswärts-Essen kann so eine Lunchbox sehr dienlich sein, wenn es darum geht Überbleibsel des Essens mitzunehmen. 

Tipp 3: Gekaufte Verpackungen wiederverwenden

Zero Waste bedeutet für mich alles, was man gezwungenermaßen mit nach Hause nimmt, so lange zu verwenden bis der Produktlebenszyklus völlig erschöpft ist. Gerade Eierkartons und Marmeladengläser sind da ein gutes Beispiel. Die Gläser werden im Anschluss für die Vorratshaltung oder Selbstgemachtes verwendet. 

Im Bestfall achtet man bei Gläsern aber darauf auf Pfand zurückzugreifen, denn so entsteht am Ende noch weniger Müll, der recycelt werden muss. 

Tipp 4: Immer vorbereitet sein

Das typische Transportsackerl aus Plastik lässt sich vermeiden, indem man schon vorab daran denkt Beutel oder Sackerl mitzubringen. Die obligatorische Papiersackerl-Auswahl kann zwar durchaus eine ökologischere Alternative sein, ist aber nicht unbedingt praktisch, wenn es um schwere Einkäufe und Regenwetter geht. Deshalb: Stoffsack oder Einkaufskorb! Bestes! 

Ebenso hab ich grundsätzlich einen wiederverwendbaren Strohhalm, meine Lunchbox und eine Wasserflasche mit im Gepäck. Gut, ich bin da vielleicht ein bisschen übermotiviert, aber man weiß ja nie, ob nicht vielleicht doch irgendwo ganz spontan ein Cocktail oder Snacks auf einen warten. ;) Meine Thermoflasche garantiert mir außerdem, dass ich immer Tee, Kaffee oder Wasser bei mir habe und nicht gedankenlos zu Plastiklimos oder to go-Bechern greife, wenn sich der Durst bemerkbar macht. 

Tipp 5: Keine Hamsterkäufe

Ja, verpackungsfreie Lebensmittel, schön bis zum Rand aufgefüllt und in einer Reihe arrangiert, sind immer eine kleine Augenweide. All die schönen Augenweiden müssen aber auch verkocht und verbacken werden! Lebensmittelverschwendung ist ein heikles Thema und gehört ebenso zum Zero Waste-Lifestyle wie der Verzicht auf Plastik und anderes, nicht gerade ressourcenoptimiertes Verpackungsmaterial. Ohne-Shops machen es möglich nur soviel zu kaufen, wie man für einen bestimmten Zeitraum oder eine vordefinierte Mahlzeit braucht. Ich finde, das sollte auch mit diesem Hintergedanken genutzt werden. 

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2 Comments

  • Reply
    Jenni
    29. September 2017 at 6:52

    Liebe Tanja,

    dem habe ich eigentlich nichts mehr hinzuzufügen – ein toller und wichtiger Beitrag!
    Dass Gläser dann doch eher nicht so die erste Wahl beim Transportieren von Einkäufen sein sollten, habe ich nach ein paar rückenschmerzenverursachenden Malen auch erleben müssen und bin seither für so ziemlich alles konsequent auf Beutel umgestiegen (außer bei solchen Sachen, bei denen sich das nicht vermeiden lässt – wie beispielsweise Kakao und andere feine Lebensmittel). Das macht schon einen enormen Unterschied! :D
    Toll finde ich auch, dass du am Ende nochmal auf die Lebensmittelverschwendung eingehst – denn die meisten von uns kaufen wirklich immer viel zu viel und haben nach wie vor dieses Hamstern verinnerlicht. Da das aber meist eher schlechte als gute Konsequenzen hat, finde ich es total wichtig, auch in den Lebensmittelvorräten den Überblick zu behalten.

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Reply
      Tanja
      1. Oktober 2017 at 10:27

      Hy Jenni!
      Ja, da haste recht! :) Für die ganz feinen Sachen pack ich auch immer noch Gläser ein oder notfalls stattdessen alte Lebensmittel-Kartonverpackungen mit Deckel, wenn ich im Voraus schon weiß, dass der Wochenkauf mal wieder etwas ausarten wird. :D

      Danke, dass du den Lebensmittelverschwendungsaspekt ebenso wichtig findest, denn gerade das macht für mich diesen Zero Waste-Lifestyle (wenn man’s so nennen mag) primär für mich aus – Ein Leben ohne Müll. Ganz gleich, ob Verpackung oder Inhalt.

      Hab einen entspannten Sonntag, meine Liebe <3

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