Blogbeiträge/ Gesunde Ernährung

Projekt: Zucker-Detox (Woche 2)

Warum dich ein zweiwöchiger Verzicht auf raffinierten Zucker für ein Stück Schokolade morden lassen möchte, deinen Stoffwechsel über den Haufen wirft und dich erkennen lässt, dass ein normaler Supermarkt dein größter Feind und gleichzeitig bester Freund werden kann, erfährst du heute im Blog.

Ich bin als kleines Zuckermonster aufgewachsen. Auf beinahe jedem Kinderfoto von mir findet man auch Torte, Kuchen oder Gummibärchen. Ja, ehrlich, mein Lieblingsessen im Volksschulalter war mehr oder weniger gezuckerte Schlagsahne aus der Dose mit extra viel Staubzucker obendrauf. Jetzt gerade würde ich mich bei dem Gedanken daran gerne einfach mal übergeben. Wenn es bei uns zuhause Fischstäbchen gab, hab ich (ganz kleiner Möchtegern-Tierschützer) immer nur die leckere Panier gefuttert und den Fisch der Katze geschenkt oder ihn im Videorekorder versteckt. Schon vor 20 Jahren, nachdem ich (schon ziemlich bläulich im Gesicht) einmal beinahe an einem Fruchtbonbon erstickt wäre (und ein Jahr darauf an einem Karamellbonbon, ich kleines Schusselchen), hätte mir mein Hausverstand sagen sollen, dass Süßigkeiten womöglich eher suboptimal für meine Gesundheit sind. (Sorry Mum und Dad für die vielen Elterntraumata! :D)

Im Jugendalter gab es dann aber natürlich auch der Coolness wegen irre viel Energydrinks, Automatenkaffee, Alkohol und ungesunde Snacks aus dem Schulbuffet. Salat? Quinoa? Buchweizen? Klar, whatever..! Ich bin jung, mein Körper hält das aus! Ich war auch nie übergewichtig, sondern immer schlank und groß, daher machte es mir umso weniger aus mich von Fertigpizza, Schokolade und Pasta zu ernähren. 

Jaja, die Jugend! Jetzt, mit knapp 30 Jahren, sieht mein Weltbild glücklicherweise wieder besser aus. Mittlerweile weiß ich, dass man mit Quinoa tolle Salate zaubern kann, zuckerfreie Buchweizen-Pancakes echt lecker sind und weiße Schokolade über Jahre hinweg eine Hassliebe zu meiner Pankreas aufgebaut hat. Ich esse mittlerweile wirklich gesund, ich bewege mich ausreichend und trinke meine 2,5L Wasser täglich. Trotz allem ist dieses starke Verlangen nach Süßkram aus lebenslanger Gewohnheit immer noch zur Stelle. Aus einer persönlichen Leidensgeschichte heraus habe ich meine Diplomarbeit also dem weißen Gift gewidmet und dabei gleich eine kleine Challenge gestartet: Vier Wochen ohne raffinierten Zucker. Kein raffinierter Zucker, kein Fructose-Sirup, kein Bauchspeicheldrüsen-Overkill. Ist es leicht? Absolut nicht! Macht es sich bezahlt? Oh ja! Deshalb werdet ihr im Februar und März hindurch vermutlich mehr zu diesem Thema auf Facebook, Instagram und hier im Blog finden. 

Der Verzicht. Oder auch: Kann man denn überhaupt noch ohne Nervenzusammenbruch aus dem Supermarkt gehen?

Ich beziehe meine Süße derzeit aus natürlichen Lebensmitteln, d.h. vor allem aus Datteln und Obst. Meine geliebte Dattelpaste ist der perfekte Begleiter in diesen zuckerfreien Wochen, ebenso wie die Süße aus Bananen oder Apfelmus (ohne Zuckerzusatz natürlich). DAS ist einfach! Verzichtet wird aber auf alles, was industriell gefertigten Zucker und Zuckerzusatzstoffe enthält. Das sind unter anderem diese hübschen Wörter auf der Rückseite deiner Lebensmittel: Zucker, Weisszucker, Fruchtzucker, Brauner Zucker, Invertzucker, Karamellisierter Zucker, Malzzucker, Milchzucker, Rohrohrzucker, Traubenzucker, Vanillezucker, Gezuckerte Kondensmilch, Zuckerrübensirup, Erythrit (E968), Isomalt (E953), Maltit (E 965), Sorbit (E 420), Xylit (E 967), Acesulfam-Aspartamsalz (E 962), Acesulfam-K (E 950), Aspartam (E 951), Cyclamat (E 952), Saccharin (E 954), Stevioglykoside (E 960), Dextrin, Dextrose, Dicksaft, Fruchtextrakt, Fruchtpürree, Fruchtsüsse, Fruktose, Fructose-Glukose-Sirup, Gerstenmalz, Getrocknete Früchte, Glukose, Honig, Inulin, Joghurtpulver, Fruchtsaftkonzentrat, Laktose, Magermilchpulver und Vollmilchpulver.  

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Wenn man noch dazu versucht hauptsächlich vegan einzukaufen, kann man außer Obst, Gemüse, Tofu, Kräuter und Vollkorngetreide sowie Pseudogetreide nicht mehr recht viel in den Einkaufswagen packen. Back to the roots und zurück zum natürlichen EssverhaltenEin Satz, den ich seit Jahren verinnerlicht habe und der mir in diesen beiden Wochen doch so unheimlich auf den Keks (mmh, Kekse) ging! All das muss man aber natürlich auch UNBEDINGT von der positiven Seite sehen, denn Zuckerabstinenz macht dich fast automatisch zu einem Menschen, der die wundervolle und vitaminreiche Vielfalt der Pflanzen so richtig in sein Herzchen schließt und auf eine ganze neue Art und Weise schätzen lernt! Ein Verzicht auf Zucker bedeutet die überforderten Geschmacksnerven zu rebooten, sich mit gesunder Ernährung zu beschäftigen, man wird neugieriger, isst nährstoffreicher, ausgewogener und freut sich ganz nebenbei über die (vier) Kilo verlorenen Hüftspeck. Und da kann man obst- und gemüsetechnisch in sich reinschaufeln, was das Zeug hält – Und das wirst du in den ersten zwei Wochen auch tun, versprochen! Warum? Ganz einfach: Dein Körper wird trotz all der gesunden Nährstoffe aus Gewohnheit oft nur eines wollen: Zucker! Und das wollen wir kompensieren.

Kann denn Zucker süchtig machen?

Gleich vorweg: Weder Medizin, noch Psychologie erkennen das starke Verlangen nach Zucker aufgrund der fehlenden psychotropen Wirkung als Zuckersucht an, obwohl es im Hirn dieselbe Wirkung hervorruft wie Kokain. Entzugserscheinungen können aber trotzdem vorkommen: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, verstärkte Kälteempfindung, Schwäche und auch starke Müdigkeit können einem in den ersten beiden Wochen ganz schön zusetzen. Klar, denn wenn der geliebte Zuckerflash ausbleibt und damit der körpereigenen Bildung von Serotonin durch zuckersüße Lebensmittel nicht unter die Arme gegriffen werden kann, kann es schon mal düster werden! Wenn du also an Tag 4 und 5 weinerlich, wütend, schlaflos, mit unangenehmen Kopfschmerzen auf der Couch rumliegst und für ein Stück Milchschokolade auf der Stelle morden würdest, kann das auch ein gutes Zeichen sein! Du musst es jedoch nicht dazu kommen lassen! Mit ausreichend Flüssigkeit (Wasser, Tee) im Gepäck, gesunder Ernährung, Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Entspannungsmöglichkeiten bist du immer auf der sicheren Seite!

Hello, Heißhunger!

Heißhungerattacken sind eine Notreaktion des Körpers, der dir damit sagen möchte, dass du 1. zu wenig oder 2. zu viel ohne genügend Nährstoffe gegessen hast. Du kennst das vielleicht von dir, obwohl du nicht auf raffinierten Zucker verzichtest? Diese treten meist Vormittags oder Spätabends auf. An dieser Stelle kommen dann die Gelüste auf Kaffee und Kuchen, Chips und die geliebte Schokolade. Was passiert, wenn diese leckeren Dinge anschließend in deinem Verdauungsapparat landen? Die Blutzuckerkurve fährt freudig Achterbahn! Das wiederum fördert Leistungsschwäche, Konzentrationsprobleme, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und nach einigen Jahren vielleicht noch Insulinresistenz. Keinen Bock drauf? Ich auch nicht! Was also dagegen tun?

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Ein ausgewogenes Frühstück ist für mich daher das A und O, wenn es darum geht den Heißhunger unter Kontrolle zu bringen, während auch das Abendessen reich an gesunden Proteinen (Tofu, Amaranth, Quinoa, Buchweizen), Gemüse und hochwertigen Fetten sein sollte um das starke Verlangen nach Schokolade und Chips beim Hauptabendprogramm einzudämmen. Gesunde Snacks dürfen hier ebenfalls an der Tagesordnung stehen. Wie du Heißhunger bekämpfen kannst, habe ich dir übrigens hier schon erzählt. 

Fazit 

Ich liebe mein kleines zuckerfreies Experiment! Ich wusste, dass es nicht leicht wird, daher habe ich habe viele Tipps zum zuckerfreien Monat verinnerlicht und meinen kleinen Erste Hilfe-Koffer gegen Zuckergelüste parat. Ich wusste jedoch auch, dass es mir viele gesundheitliche Vorteile bringt auf raffinierten Zucker zu verzichten! Mein Hautbild hat sich jetzt schon verbessert, ich verliere Gewicht (obwohl ich sicher doppelt so viel esse als vor dem Experiment) und mein Energielevel erhöht sich von Tag zu Tag. Und auch meine 50 ProjektteilnehmerInnen, für die ich unendlich dankbar bin und mit denen es gleich viel leichter wird durchzuhalten, berichten immer wieder von eigenen health benefits. Zu den Wochen 3 und 4 geht’s hier entlang!

Wie stehst du zum Thema Zucker? Versuchst du in der Fastenzeit darauf zu verzichten? Lebst du vielleicht sogar schon länger ohne raffinierten Zucker? Wie gehts es dir damit? Ich freu‘ mich über dein Kommentar! 

2 Comments

  • Reply
    Marlen
    18. Juli 2016 at 9:10

    Krümelmonster Mitstreiterinnen Erinnerung: Warme Choco Pops mit Milch aus der Mikrowelle. Alles Dinge, die heute nicht mehr auf meinem Tisch landen… aber damals das Highlight zwischen unseren Erkundungstouren waren :D :D :D

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