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{travel diary} Ein Wochenende im verregneten Zürich

{travel diary} Ein Wochenende im verregneten Zürich | Blattgrün

Abgesehen von teuer ist Zürich perfekt für einen Wochenendausflug, weil man mit dem Zug in gut sieben Stunden von Linz in die Limmatstadt kommt. „Du gefällst dir wie du bist. Mir nicht.“, hat Faber gesungen und (trotz meiner Liebe zum Akustik-Punk für Mädchen) hab ich die Schweizer Stadt im Gegensatz zu Julian Pollina recht lieb gewonnen. Zumindest alles abseits von Einkaufsmeilen voller Kaschmir, Gold und überteuerten Hipsterläden. 

Heute möchte ich deshalb ein paar meiner Lieblingsspots mit euch teilen, die ihr auch ganz ohne (übertriebene) monetäre Verschwendungsorgien besuchen und auskosten könnt. Denn: Nur, weil die teuerste Stadt der Welt auch kostengünstig geht, muss die Reise mit schmalem Geldbeutel nicht unbedingt ein langweiliger Reinfall sein. 

Zürichsee {kostenlos}

Bei klarem Wasser baden, mit dem Boot über den See paddeln, schlendern und die Seele baumeln lassen, auf den Grünflächen entschleunigen und philosophieren, Stand Up-Paddeln, im Strandbad bräunen oder auch Picknicken kann man am stadteigenen sowie bananenförmigen See, der übrigens rund 90 km2 fasst. Der See weist außerdem eine so gute Wasserqualität auf, dass Brunnen und Hähne der umliegenden Regionen damit gespeist werden. Just sayin. 

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Sukkulentensammlung {kostenlos}

Seit 1931 gibt‘s die Sukkulenten-Sammlung, die an den Zürichsee grenzt, schon. Damals mit kleinen Stecklingen, heute mit meterhohen Pflanzen wie Agaven, Aloen, Dickblattgewächse und viele mehr. Über 4500 Arten machen die kleinen Schauhäuser, in denen je nach Kontinent gesammelt wächst, zu einer der umfangreichsten Sammlungen der Welt. Übrigens auch perfekt bei Schlechtwetter, da man sich hier schön vor Regen, Wind und Kälte schützen kann. Ebenso vor Ort: Ein Kaffeeautomat und die Möglichkeit Setzlinge gegen eine obligate Spende mit nach Hause zu nehmen. 

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Alter Botanischer Garten {kostenlos}

Leider erst recht spät gemerkt, aber: In Zürich gibt es nicht nur einen, sondern gleich zwei botanische Gärten, die es zu entdecken gilt. Da das ältere Modell in unmittelbarer Nähe zu unserem Hotel lag, sind wir kurzerhand durch dieses geschlendert. Neben einem großen Kräuterbeet am obersten Punkt des Gartens, gibt es ebenso ein kleines Tropenhaus und natürlich viel Grün am Weg nach oben. (Keine Sorge, der Weg ist absolut nicht steil und auch für Kinder und ältere Menschen einfach zu bewältigen.)

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Zoologisches Museum {kostenlos}

Das Museum ist ein Teil der Universität Zürich, versteht sich als deren Schaufenster und ist kostenfrei für die Öffentlichkeit zugänglich. Als Dauerausstellung gibt es dort u.a. ausgestorbene Tiere, die auch definitiv große und kleine Wissbegierige daran erinnern, dass es mit der Artenvielfalt ganz schnell bergab geht, wenn wir nicht ein wenig mehr auf unsere Umwelt achten. Die Ausstellung mag nicht groß oder unglaublich vielfältig sein, aber dennoch lässt sich hier schon mal eine Stunde rumbiegen, wenn es draußen wie aus Eimern regnet. Vor allem Kinder haben hier, auch wegen der interaktiven Lernmethoden und dem eigenen Kinosaal, bestimmt ganz viel Spass. 

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Züri rollt {kostenlos}

Zürich ist zwar an sich recht schnelllebig, dafür aber recht kompakt, denn man käme auch zu Fuß problemlos immer von A nach B. Wer jedoch Lust hat die unzähligen schmalen Gassen per Gefährt zu erkunden und dabei auf öffentliche Verkehrsmittel verzichten möchte, kann sich kostenfrei Fahrräder ausleihen. Ausweis vorzeigen, 20 Franken hinterlegen und den ganzen Tag über entspannt durch Zürich radeln oder vielleicht auch mal bei Schönwetter den See umrunden. Obacht: Nächtens kostet das Fahrrad dann doch 10 Franken. 

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Grossmünster, Karlsturm {5 CHF}

Wer weder Platzangst noch Ehrfurcht vor Höhe hat und einen zauberhaften Ausblick über die Stadt und den Zürichsee möchte, sollte sich den Aufstieg im Karlsturm über 187 Stufen aus Holz und Stein nicht entgehen lassen. Ganz kostenfrei, wenn auch nicht in unmittelbarer Nähe, könnte man den Panoramablick auf Zürich ebenso vom Züricher „Hausberg“, dem Uetliberg, genießen. 

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Lindenhof {kostenlos}

Über die kleine instagramable Strehlgasse, mit ihrem kleinen ViCafe hinter einer unscheinbaren Holztür, kommt man ganz wunderbar zum Lindenhof. Dieser Hof ist perfekt für alle, die unter schattenspendenden Bäumen die Aussicht auf das Limmatufer und all die angrenzenden Häuserreihen genießen möchten oder spontan Lust auf eine Partie Riesenschach haben. Der Lindenhof ist übrigens die älteste öffentliche Grünanlage Zürichs.

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Trinkwasserbrunnen {kostenlos}

Mit mehr als 1200 Brunnen trägt Zürich hier definitiv zu einer besseren Lebensqualität bei. Wer unterwegs also auf abgepacktes und unnötig teures Sprudelwasser verzichten möchte, kann sich an allen 1200 Brunnen Wasser in mitgebrachten Behältnissen abzapfen. Etwa 400 davon sind übrigens an das Quellwassernetz angeschlossen. Mehr Infos dazu gibt’s hier nachzulesen.

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Kulinarische Momente in Zürich {regional, saisonal, biologisch}

Gleich vorweg: Hier ist es wirklich nicht einfach „billig“ und bio in einer Mahlzeit zu finden, denn die Lebensmittelstandards hier sind gefühlt sehr hoch und daher auch preislich eher im oberen Bereich. Wer viel auf Restaurant-Zertifizierungen bei bio und saisongerecht setzt, sollte sich an Goût Mieux, ein einzigartiges Schweizer Gütesiegel, halten. 

Wer regional, also so richtig regional, essen möchte, darf keinesfalls THE ARTISAN auslassen. Dort haben die meisten Zutaten nur 20m Transportweg hinter sich. 
Mitten in der Altstadt, am Ufer der Limmat, gibt es im Restaurant Schipfe 16 regional-saisonale Gerichte aus kbA. sowie kbT. (auch vegan und vegetarisch) und ein Arbeitsintegrationsprojekt inklusive. Das Restaurant unterstützt arbeitslose Jugendliche, Menschen mit Behinderung und Sozialhilfebeziehende bei der Wiedereingliederung ins Arbeitsleben. Zur Auswahl gibt’s Snacks, Desserts und Tagesmenüs. 
In der Saftlade, der ältesten Saftbar der Schweiz, kann man es sich mit Säften, grünen Smoothies (btw ein echt guter Smoothie, der auch wirklich so schmeckt, wie ich ihn mag), Sandwiches, Suppen und Desserts auf gesunde Art und Weise gut gehen lassen. Die Zutaten sind unbehandelt, aus biologischer Herkunft, saisonal, zuckerfrei sowie ohne Geschmacksverstärker. Wer es eher im Hipsterstil mag, dem sei die Juicery21 ans Herz gelegt. 
Ebenso gibt’s noch unzählige andere Cafes und Restaurants, die einen sehr netten und durchdachten Ansatz verfolgen. Egal, ob es sich um vegetarische Kulinarik, saisonale Gerichte oder Regionalität aus dem Vorgartenbeet handelt. Dazu gehören u.a. Simply Soup, die Pflanzbar, das Kafi Dihei, das Cafe Schlauch (Goût Mieux), die Gärtnerei, Joe and the Juice, Frau Gerold, Jack and Joe, das Hiltl als ältestes vegetarisches Restaurant der Welt oder auch die Marktküche. (Das schreit schön förmlich nach einer reinen Futtertour durch die Limmatstadt oder was sagt ihr?)
Wer auf Low Budget setzen will und kein Problem mit Plastikverpackungen hat, sollte ein Auge auf die Angebote der gängigen Supermärkte ala Coop oder Migros werfen. Dort werden z.B. auch frisch zubereitete Bio-Gerichte aus der Frischetheke oder dem Kühlregal abends um die Hälfte verkauft. Sehr praktisch, wenn man sich hier halbwegs gesund, aber auch kostengünstiger ernähren will. 

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Leider kommt das meiste Essen in Plastikverpackung daher. Nur die Gärtnerei hat, zumindest was ich so mitbekommen hab, abbaubare Take Away-Verpackungen. Es lohnt sich also, wenn Lust auf Smoothies und frisch gemachte Snacks, auf wiederverwendbare Behältnisse zurückzugreifen und diese immer dabei zu haben. Einen Unverpackt-Laden hätte es, aber leider zu spät erfahren, auch gegeben, der da heißt: FOIFI und den BachserMärt Albisrieden sowie Seefeld gäbe es da auch noch. 

Mehr Reiseberichte gefällig? Rhodos vielleicht? Oder doch eher die kanarische Insel eurer zukünftigen Träume?


Und ihr so? Schon einmal in Zürich gewesen? Was davon kennt ihr schon? Habt ihr Tipps für mein nächstes Mal? Ich liebe es von meinen LeserInnen zu lesen! Inspiriert mich mit einem Kommentar oder erntet gutes Karma und teilt diesen Beitrag in den unendlichen Weiten des Internets. Ich freu mich und sag Dankeschön! ♥ Eure Tanja

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