Blogbeiträge/ Lifestyle/ Nachhaltigkeit/ Zero Waste

Der nachhaltige Weihnachtsbaum

Der nachhaltige Weihnachtsbaum | Blattgrün

Zu Weihnachten werden jedes Jahr unglaublich viele Bäume für ein Fest abgeholzt, das gerade einmal zwei Tage dauert. Ein paar leuchtende Kinderaugen später werden sie auch schon wieder vor die Tür gestellt und entsorgt. Heute erfährst du, welche Bäume auch nach Weihnachten weiterleben dürfen und welcher Baumschmuck nicht nur schick aussieht, sondern auch Karmapunkte sammeln lässt. Hallo, nachhaltiger Weihnachtsbaum!

Dieser Artikel enthält unbezahlte Produktplatzierungen.

Die beliebte Nordmann-Tanne, das weihnachtliche Herzstück im Wohnzimmer, der glanzvolle Mittelpunkt jeder Familienfeier.

Ich und Herr Blattgrün verzichten seit Jahren auf Weihnachtsbäume, weil wir 1. das konsumorientierte Weihnachten nicht unterstützen und 2. keine Lust haben einen zu kaufen, um ihm dann tagelang beim Sterben zuzusehen und ihn am Ende wieder wegzuwerfen. Wenn dann doch einmal die weihnachtliche Lust durchkommen sollte etwas Grün zu schmücken, verziere ich notfalls eine Zimmerpflanze.

Ich mag natürlich gar niemanden verurteilen, der sich gerne Christbäume ins Wohnzimmer stellt, denn schön anzusehen sind sie ja trotzdem und gerade Kindern kann man damit ein riesiges Lächeln ins Gesicht zaubern. (Ich wäre vor 25 Jahren vermutlich in Tränen ausgebrochen, wenn an Heiligabend kein Christbaum in der Küche gestanden hätte.) Jedoch, und so ist es halt leider einfach: Es gibt nicht nur die romantisierte Vorstellung vom weihnachtlichen Herzstück im Wohnzimmer, sondern auch die harte Realität und dazu gehören Pestizide und ebenso auch Sondermüll. 

Leider wird ein kleiner bis großer Teil der Nordmann-Tannen (je nach Verkaufsregion) beim Heranwachsen mit Pestiziden behandelt, reist aus Dänemark an, hat somit lange Transportwege hinter sich und wird eine Woche später für die Katz einfach lieblos für die Tür gestellt. Ja, Bäume sind zwar kein Plastik und wundervoll biologisch abbaubar, jedoch zu welchem Preis? Laut Statistik Austria gibt es 3,508 Millionen Haushalte in Österreich. Davon stellen ungefähr 70% einen Weihnachtsbaum auf, somit werden knapp 2.400.000 Christbäume pro Jahr benötigt.

Man bezahlt ca. 50 Euro aufwärts für ein bisschen Nordmann-Grün, das nach Weihnachten entweder im Osterfeuer oder in städtischen Abfalleinrichtungen verbrannt wird. Du kannst dir selbst ausrechnen, welche immensen Mengen an Geld man am Ende dafür ausgibt. Gut, mancherorts werden die Reste zur Energiegewinnung oder als Kompost genutzt. Jedoch: Wir verbrennen also sekundär Geld. (Fun Fact: Nicht verkaufte Tannen dienen übrigens als Elefantenfutter (true story!)).

Der nachhaltige Weihnachtsbaum | Blattgrün

Der lebende Weihnachtsbaum

Aber was wäre das für ein Miesepeter-Artikel, wenn man hier nicht auch ein Fünkchen Liebe zur Nachhaltigkeit und schöne Alternativen finden würde, mit welchen man trotzdem ein glückliches, besinnliches Weihnachtsfest feiern kann. Deshalb möchte ich dir heute den lebenden Weihnachtsbaum von Green Tree vorstellen! Dieser ist nämlich die absolut logischste Alternative zur alljährlichen Baumvernichtung. Im Klartext bedeutet das: Deine Tanne kommt topfgezogen* zu dir nach Hause, bleibt länger frisch und kann nach Weihnachten entweder wieder abgeholt- oder einfach (nach kurzer Eingewöhnungszeit an einem kalten Fleckchen) in den Garten gesetzt werden, um weiter zu wachsen.

Pluspunkt: Lebende Weihnachtsbäume sind zwar nicht komplett brandsicher, aber zumindest brandsicherer als „tote“ Bäume. Das Unternehmen liefert deinen lebenden Christbaum direkt vor deine Hautür und holt ihn, falls du dies möchtest, nach Weihnachten wieder ab und pflanzt diesen einfach wieder zurück in die Natur. Zurück ins nördliche Waldviertel besser gesagt. Green Tree liefert übrigens nach Wien, Graz sowie München und Umgebung. 

(* Die Bäume von GreenTree sind sogar topfgezogen anstatt topfgedrückt, was bedeutet, dass sie bei richtiger Pflege nach Weihnachten problemlos eingesetzt werden können und weiter wachsen.)

Solltest du doch auf einen normalen Baum zurückgreifen wollen, achte auf nachhaltigen Anbau, in welchem auf Pestizide verzichtet wird und verwerte dein grünes Herzstück auch nach seinem Ableben, solltest du die Möglichkeit dazu haben. Säge die Äste der Tanne ab und lege sie auf Beete, um sie vor Frost zu schützen. Die abfallenden Nadeln bilden so ganz nebenbei einen guten Humus.// Sehr gut getrocknete (und damit meine ich vollkommen getrocknete) Tannenbaumstämme kannst du als gute Wärmequellen verwenden, da sie als Feuerholz im Kamin für gemütlich wärmende Wohligkeit sorgen. // Du kannst den Baum auch häckseln und kompostieren, da das Baumharz ein Liebling der Kompostwürmer ist.

Der nachhaltige Weihnachtsbaum | Blattgrün

Die schlechte Nachricht: Es gibt dieses Jahr eventuell Sondermüll am Weihnachtsbaum.

Natürlich gilt in erster Linie immer: Was da ist, ist da! Dinge sollen der Umwelt zuliebe solange genutzt werden, wie es ihr Zustand ermöglicht. Falls du jedoch gerade über eine Deko-Neuanschaffung für den Weihnachtsbaum nachdenkst, mag ich einfach mal ein paar interessante Fakten in den Raum werfen. (Jaja, ich weiß schon: „Tanja, du Spielverderber!“)

Glaskugeln und Acrylkugeln…
sind innen oftmals mit Silber beschichtet. Ebenso Bindfäden, die Kupfer und andere Metalle enthalten = Sondermüll.

Lametta…
(zu Omas Zeiten mit Blei, heute mit chloriertem Kunststoff), Kunstschneespray und Dekofiguren enthalten meist schwermetallhaltige Pigmente und Binde- sowie Lösungsmittel. Das bedeutet, dass sie bei der Entsorgung giftige Rückstände freisetzen, die in Wasser und Boden gelangen. = Sondermüll. (Sollten Reste davon in deiner Nordmanntanne hängen bleiben, ist dieser auch leider nicht mehr für den Biomüll verwertbar.)

Engelshaar…
besteht häufig aus Glaswolle. Dieses enthält kleine Splitter und kann somit auf Haut, Haare und in die Augen gelangen.

 

Die gute Nachricht: Es gibt viele wunderbare Alternativen aus Naturmaterial.

Statt Kunstschnee…
kann man Watte verwenden, die man in kleine Stücke reisst und auf die Nadeln steckt.

Statt Dekoration aus Kunststoff oder bleihaltigen Produkten…
kann man auf abbaubares Material zurückgreifen. Naturkinder haben Zeitungspapier upcycelt und eine Christbaumgirlande daraus gebastelt sowie Anhänger aus Bienenwachs gemacht. Getrocknete Orangenscheiben und Zimtstangen, bemalte Walnüsse, Holzschmuck, Strohsterne, Lebkuchen, selbstgemachte Süßigkeiten, Figuren aus Ton und Salzteig oder auch ausgeblasene, bemalte Eier machen den Weihnachtsbaum nicht nur nachhaltiger, sondern auch persönlicher. Gerade Kinder, die sich gerne kreativ austoben, freuen sich bestimmt über den einen oder anderen Bastelnachmittag, um Tanten und Onkel dann am Ende den selbstgemachten Weihnachtsschmuck beim Familienfest präsentieren zu können. ;) Ein paar Ideen findest du auf Pinterest

LED-Lichterketten oder Kerzen aus Bienenwachs…
statt herkömmlicher Halogenbeleuchtung sparen nicht nur bis zu 80% Energie, sondern sehen auch schicker aus.

 

Solltest du doch kein Fan weihnachtlicher Basteleien seien oder zwei linke Hände besitzen, habe ich hier noch ein paar Ideen für deinen Weihnachtsbaum.

1// GGZ@Work ist eine Institution der Gemeinnützigen Gesellschaft Zug und bietet seit 1995 einerseits zahlreiche Dienstleistungen für Firmen, Private und die Öffentlichkeit an, andererseits Beratung, Beschäftigung und Vermittlung von Stellensuchenden. Die Produkte entstehen in den sechs spezialisierten Betrieben, welche rund 150 Sozialhilfebezüger beschäftigen und fördern. 2// Die Produkte der Firma Nkuku stammen von Künstlern und Handwerkern aus Afrika und Indien. Sie bestehen aus hochwertigsten Naturmaterialien, wobei auf eine nachhaltige Herstellung besonderer Wert gelegt wird. Besonders wichtig hierbei ist, dass alle Produkte fair gehandelt wurden um den Menschen, die sie herstellen, ein angemessenes Leben zu ermöglichen. 3// Kinta versucht bei der Kreation kunsthandwerklicher Artikel, die Fertigkeiten in den Herstellerländer mit den Trends in den Käuferländern zu verbinden. Für jeden gefällten Baum wird ein neuer nachgepflanzt, während die Bevölkerung mit dem Holzverkauf ihr Einkommen aufbesssern kann. 4// Die Kerzen Im Onlineshop von Grüne Erde werden in deutschen Werkstätten für Menschen mit Behinderungen aufwändig von Hand hergestellt. Die Mitarbeiter werden nach ihren individuellen Fähigkeiten, Neigungen und Betreuungsbedarf eingesetzt und unterstützen sich gegenseitig. Die gemeinschaftliche Arbeit mit natürlichen Materialien hat einen hohen therapeutischen Wert. 5// STILISMI ist minimalistische Ästhetik aus Holz. Der Baumschmuck wird von Mattes Sarcander aus naturbelassenem Walnussholz in Rostock, Deutschland gefertigt.

collage_christmas
6// Die Capizlaterne wird über den Fair Trade Shop in Innsbruck verkauft, welcher ausschließlich faire und nachhaltige Produkte anbietet. Seit 2014 wird dort auch verstärkt auf das Thema Upcycling und Recycling gesetzt. 7// Die handbemalten Kugeln werden vom Label Minikinder aus glasierter Keramik in Grünwald, Deutschland gefertigt. 8// Ein weiteres Produkt von Kinta, ressourcenschonend hergestellt durch die Verwertung von Resten in einem kleinen Familienbetrieb auf den Philippinen. 9// HandwerksproduzentInnen aus Mosambique erhalten durch die Arbeit von BaobArt und die Kooperation mit Fair-Handelspartnern wie der EZA u.a. eine deutlich über Mindestlohn liegende Entlohnung sowie faire Arbeitsbedingungen. 10// Fair-Kleiden enstand 2008 mit der Idee Dingen eine Seele und einen Wert zu geben, fern ab von in Masse produzierten Waren. Das Label unterstützt auch das Projekt RUGL in Indien, welches sich um den Erhalt des traditionellen Handwerks einsetzt und Arbeitsplätze in ländlichen Regionen erhält sowie Rohstoffe verwendet, welche nachwachsend und ökologisch sind.


Wie sieht dein Weihnachtsbaum aus? Lieber neues Lametta oder nachhaltige Langlebigkeit? Würdest du lebende Tannen toten Weihnachtsbäumen vorziehen oder verzichtest du komplett auf schmückbares Grün? Wie hältst du es mit Baumdeko? Lieber selbstgemacht oder gekauft?

6 Comments

  • Reply
    Janine
    28. November 2016 at 11:47

    Hallo Tanja,

    zugegeben: Ich liebe den Duft von frischer Tanne, aber stattdessen kann man auch Duftkerzen verwenden, da gibt es mit Latschenkiefer auch gute Alternativen. Wir haben seit Jahren einen Kunstbaum :D Er ist vielleicht nicht so adrett wie ein echter Baum, aber er erfüllt seinen Zweck. Umso interessanter fand ich deinen Beitrag, denn hier werden sogar noch die Kerzen und der Schmuck bedacht.

    Im vergangen Jahr habe ich mit meinen Kindern auch aus Wachsresten selbst Baumschmuck hergestellt. Das war nicht nur eine spannende Nachmittagsgestaltung, sondern erfreut uns auch in diesem Jahr wieder, wenn der Baum geschmückt wird. Vor allem nimmt diese Dekoration einen Sturz auf den Boden wesentlich lockerer hin, als deine Glaskugel o.O

    Falls wir dennoch Lust auf einen Baum bekommen sollten – wie teuer meinst du sind die Bäume von Green Tree? Sicherlich haben diese einen stolzen Preis, oder? Ich werde mich mal umschauen und auf das Zeichen achten :) Auf jeden Fall hat mich dein Beitrag dazu angeregt für http://www.familienseite.at/ einen Artikel für Weihnachtsbaumschmuck anzulegen :)

    LG
    Janine

    • Reply
      tanjachampagner
      28. November 2016 at 14:41

      Hy Janine! Es spricht in diesem Fall auch keineswegs etwas gegen einen Kunstbaum. Dieser kann ja ein Leben lang verwendet werden und ist somit (trotz Kunststoff) ein Produkt eine Alternative zum jährlichen Baumtod. (Ich mag halt, sollte ich mir jemals wieder einen ins Haus stellen, eher die natürlichen Bäumchen. :)) Die Idee mit den Wachsresten ist klasse, eine ähnliche mit Bienenwachsplatten habe ich auch im Artikel verlinkt. Ich find’s total schön, wenn man mit den Kleinen gemeinsam Weihnachtsschmuck bastelt.

      Zu den Bäumen von Green Tree: Eine 140cm Bio-Nordmanntanne kostet 78 Euro inklusive Topf, Versand und Abholung. Eine Import-Nordmanntanne beim Händler kostet ebenso 50 Euro exklusive Heimweg aufwärts. Find ich also gar nicht so schlimm. :)

      Liebe Grüße, Tanja

  • Reply
    Elisabeth
    24. November 2016 at 10:16

    Hallo Tanja,
    vielen Dank für den Tipp! Ich hab in den letzten Tagen auch schon überlegt, ob es wirklich ein Christbaum sein muss. Leider hänge ich schon sehr an dieser Tradition ;-) Der lebende Christbaum ist da eine interessante Alternative. Wenn ich es schaffe, ihn am Leben zu erhalten, könnte er die nächsten Jahre auf unserer Terrasse leben und damit sogar mehrere Jahre als Christbaum dienen.
    Superschöner Blog übrigens! Habe dich gerade entdeckt :)
    Liebe Grüße,
    Elisabeth

    • Reply
      tanjachampagner
      18. Dezember 2016 at 23:16

      An sich ist es ja wirklich eine total schöne Tradition, da muss ich dir zustimmen! Und, wenn die Tanne über Jahre hinweg als Weihnachtsbaum dienen kann, hängt da mit der Zeit auch ganz viel Geschichte und schöne Erinnerung dran. Da mag man ihn dann auch gar nicht mehr aus dem Fenster werfen/wegschmeißen. :)

  • Reply
    Susanne
    22. November 2016 at 20:43

    Servus Tanja,
    ein toller Artikel, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Ich muss gestehen, dass ich mir über dieses Thema noch nie so richtig Gedanken gemacht habe. Leider. Und ich muss auch zugeben, dass ich mir ein Weihnachten ohne Baum nicht vorstellen kann. Auch unsere Kinder wären schwer enttäuscht. Die Idee mit dem lebenden Weihnachtsbaum ist klasse! Da muss ich mal schauen, ob es bei uns auch so etwas gibt. Und wenn nicht, dann schau ich mal nach, ob man Tannen auch im Topf „halten“ kann. Denn dann wäre es eine Überlegung wert, uns selbst einen zuzulegen. Und wenn Weihnachten vorrüber ist, dann bekommt er einen schönen Platz auf der Terasse. Oder so. ;)
    Liebe Grüße,
    Susanne

    • Reply
      tanjachampagner
      18. Dezember 2016 at 23:11

      Da freut sich der Baum bestimmt! :)
      Liebst, Tanja

    Leave a Reply