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Cupcakes und Monsanto – Wie geht das denn zusammen?

Ich bin ein großer Fan von Bio-Höfen, regionalen Wochenendmärkten oder  Bio-Shops, die täglich (auch oft in Fairtrade-Marnier) viele gute Sachen für mich bereit halten. Also eigentlich Fan von allem, das ich selber guten Gewissens in Hülle und Fülle anbauen könnte, wenn ich nur einen Garten hätte. Deshalb war ich auch gestern gleich mal wieder einkaufen und habe mir anschließend ein paar leckere Cupcakes gezaubert. So. Gebacken, genossen, nachgedacht. Nachgedacht über Saatgut. Hierzu würde ich euch gerne einen Artikel von Global2000 empfehlen, der das Thema „Einheits-Saatgut“ behandelt. Aber ich übereile schon wieder alles.

Wer oder was ist Monsanto aber eigentlich? Das 1901 in St. Louis im US-Staat Missouri gegründete Unternehmen „Monsanto Chemical Works“ war im 20. Jahrhundert weltweit eines der größten Chemieunternehmen, bevor es zum mächtigen Agrochemiekonzern wurde. In der Vergangenheit machte „Monsanto“ mehrfach von sich reden. Das Unternehmen produzierte das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid Agent Orange, das heute als chemischer Kampfstoff klassifiziert ist. Zur Produktpalette gehört ferner der umstrittene Süßstoff Aspartam, das Wachstumshormon rBST zur Steigerung der Milchleistung von Rindern sowie die in der Industrie häufig verwendete Substanz PCB, die in Deutschland unter dem Namen Clophen bekannt ist und seit Beginn der 80er Jahre als hochgiftig eingestuft wird. Heute ist „Monsanto“ weltweiter Marktführer auf dem Gebiet der Biotechnologie. 90 Prozent der heute derzeit angebauten gentechnisch veränderten Organismen, unter anderem Soja, Raps, Mais und Baumwolle, sind „Monsanto“-Patente. Und über kurz oder lang scheint das Unternehmen die gesamte Nahrungsmittelkette zu kontrollieren. (Auszug aus dem Artikel „Mit Gift und Genen„)

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Seit etwa fünf Jahren wird an einer Überarbeitung des EU-Saatgutverkehrsrechts gearbeitet. Wieder einmal sollen Groß-Agrar-Konzerne davon profitieren. Alte und seltene Sorten sollen dadurch in die Illegalität getrieben werden. Der freie Tausch von Saat- und Pflanzgut zwischen Bauern und Gärtnern könnte strafbar werden. Auch gefährdete Sorten dürften ohne aufwändige amtliche Zulassung nicht weitergegeben werden. Die bunt gesprenkelten Paradeiser, die violetten Erdäpfel, der gschmackige Apfel aus der Kindheit – all das würde aus unseren Gärten und von unseren Tellern verschwinden. Einfalt statt Vielfalt. Das Argument, den Konsumenten nur höchste – weil streng geprüfte – Qualität anbieten zu wollen, kann man da auch nicht mehr wirklich ernst nehmen. Die EU-Saatgutverordnung fördert die Konzentration von Saatgut in den Händen weniger Multis, wie beispielsweise Monsanto. Wie erinnern uns: Wachstumshormone, Antibiotika, umstrittene Süßstoffe und Pestizide. Würde ich mir meinen leckeren Karotten-Nuss-Cupcake (statt mit pestizidfreien Biolebensmitteln) also nur mit Monsanto-Lebensmitteln basteln, wäre er vermutlich nicht mehr so lecker. Mal ganz abgesehen davon, was Gentechnik & Co. mit den den körpereigenen Zellen anrichten kann (siehe Artikel „Pestizide gefährden die Gesundheit„) und dem Bienensterben, welches Pestizide verursachen (Filmtipp: More than honey). Und das Schlimmste wäre: Ich hätte keine Möglichkeit mehr dieser Einfalt auszuweichen!

 

Beispiel Amerika: Das Monsanto-Imperium. Wer in der Landwirtschaft nicht nach den Regeln von Monsanto spielt, muss zahlen. Ein amerikanisches Höchstgericht hat einen Bauern zu einer drakonischen Strafe verurteilt. „Bis zum Jahr 2013 hat Monsanto 142 Prozesse wegen angeblicher Patentverletzungen bei Saatgutarten geführt. Mehr als 23 Millionen Dollar an Entschädigungszahlungen hat der Konzern bisher erstritten. Allein drei Agrochemie-Firmen – Monsanto, DuPont und Syngenta – kontrollieren heute 53 Prozent des globalen Saatgut-Marktes.“

Was kann man also tun? Unterschreiben! ARCHE NOAH und GLOBAL 2000 setzen sich für ein nachhaltigeres EU-Saatgutrecht ein. Zum Schutz der Vielfalt, der Konsumenten und der bäuerlichen Saatgut-Kultur. 

1 Comment

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    How to: 5 Möglichkeiten Desserts gesünder zu gestalten - blattgrün
    19. Januar 2018 at 16:17

    […] den genussvollen Momenten des Lebens und darf deshalb auch gerne entsprechend zelebriert werden. Im ersten Artikel dieses Blogs, den ich 2014 zum ersten Mal so richtig in Angriff genommen habe, ging es um Cupcakes, […]

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