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Das grüne Amsterdam – Ein Reisebericht

Hunderte von Menschen strömen von der Centraal Station Richtung Bus, Fähre und Tram – Wirken dabei aber völlig entspannt und glücklich. Wie kommt es, dass in einer 800.000 Einwohnerstadt auf engem Raum so viele entspannte Menschen leben? Amsterdam ist nicht so wie andere europäische Metropolen – Amsterdam ist anders. Amsterdam ist herzensgut. Amsterdam ist eine entschleunigte Stadt mit Stil und gutem Essen überall. Sogar Obdachlose fragen gut gelaunt um ein paar Cent und erzählen dir mit einem Lächeln im Gesicht, dass sie hier zwar obdachlos-, aber sehr glücklich sind. Da habe ich mich im Flieger zurück nach Linz gefragt: Was macht eigentlich eine gute Stadt aus?

Die Hauptstadt der Niederlande glänzt vor allem durch innovative Umweltpolitik, Kreativität und Sinn für Kultur. Sie hätte beinahe den Preis für die Umweltstadt Europas 2014 gewonnen, gehört (obwohl man es hier mit den Drogen nicht so eng sieht) zu den 25 sichersten Städten der Welt und hat eine relativ niedrige Arbeitslosigkeitsrate. Aber was genau macht Amsterdam als urbanen Raum nun so besonders und lebenswert? Deshalb jetzt hier, als Reisebericht sozusagen, meine liebsten Eindrücke:

Fahrräder

Die Fietser (Radfahrer) sind mit über 50% der Verkehrsteilnehmer die Könige der Straßen. Als Fußgänger lebt man dort demnach nicht ganz ungefährlich. In Amsterdam gibt es schätzungsweise mehr Fahrräder als Einwohner. Die Stadt achtet darauf so wenig Schadstoffe wie möglich zu produzieren, um die Folgen der Klimaerwärmung weitgehend zu minimieren, da die Häuser gänzlich auf Holzpfählen stehen und vom Wasserstand der Grachten abhängig sind. An vielen Plätzen in Amsterdam gibt es auch Luftstationen für Fahrräder, an welcher die Reifen schnell mal aufgepumpt werden können. Wer lieber auf Bus und Tram verzichtet, kann sich bei einer der vielen „Rent a bike“- Läden ein Fahrrad ausleihen und mit diesem die Grachten entdecken. Fahrradfahren hält fit, macht glücklich und ist mit Abstand das nützlichste Transportmittel in Amsterdam.

Öffentliche Verkehrsmittel

Egal, ob Fähre, Tram oder Bus: Man kommt schnell an den gewünschten Ort, da Amsterdam ja auch nicht so groß ist – Und das sogar mit 100% grünem Strom. Wie schon gesagt, achtet die Stadt auf klimaschonende Fortbewegungsmittel und wird damit zum Beispiel für viele andere europäische Städte, die dabei sind auf Ökostrom umzustellen. Bleibt man ein paar Tage und möchte Bus und Tram intensiv nutzen, ist die OV-chipkaart die perfekte Lösung (7,50€ pro Tag). Möchte man eher ohne große Menschenmassen um einen herum weiterkommen: Sogar die Taxis fahren mit Ökostrom. Und Pferdekutschen sowie Fahrradrikschas gibt es auch noch. Die Fähren in Amsterdam sind eine tolle Sache, um schnell -und vor allem kostenlos- nach Amsterdam Noord zu kommen.

Amsterdam ist übrigens ein Paradis für Besitzer von E-Autos: Gratis Parken in der Innenstadt, Subventionen für den Kauf eines E-Autos durch die Stadt, knapp 200 kostenlose Ladestationen, wobei der Strom hierfür sogar zu 100% aus regenerativen Energien gewonnen wird. Besonders toll ist der Tesla-Shop, nahe des Vondelparks, mitten in der City im Erdgeschoss eines Hauses. Ein Segen für die ohnehin schon mitgenommenen Lungen. Die Feinstaubbelastung sinkt und somit auch das Risiko an Alzheimer oder Depression zu erkranken.

Naturschutz

Naturschutz ist in den Niederlanden nicht nur eine Aufgabe des Staates, der Verbände oder Institutionen, sondern fängt beim einzelnen Bürger an. Die Amsterdamer gehen auch mit ihrem Abfall vorbildlich um. Sie trennen und recyceln 43 Prozent. Aus dem restlichen Müll wird Energie gewonnen, und zwar genug, um drei Viertel der Haushalte mit Strom versorgen zu können. Nur ein Prozent des Abfalls landet auf Mülldeponien. Getrennt wird traditionell in Glas, Papier und biologischen Abfälle. Die Einwohner der niederländischen Hauptstadt verbrauchen pro Kopf nur 53 Kubikmeter Wasser – ein Drittel des europäischen Durchschnitts. Amsterdam an sich ist eine sehr saubere Stadt, was bestimmt auch daran liegt, dass Obdach- und Arbeitslose freiwillig mithelfen sie sauber zu halten. 40 Parks gibt es zurzeit in Amsterdam – Der bekannteste Erholungsort ist der Vondelpark, in dem wir es uns auch gemütlich gemacht haben. Hier finden im Sommer viele Vorführungen im Freilufttheater statt. Doch nicht nur Parks machen Amsterdam zur grünen Stadt. Beim Erkunden der Grachten sieht man Bäume und Pflanzen überall. Sogar an Hauswänden wachsen stilvoll Moos und Sträucher.

Schlemmen in Amsterdam

Wir haben uns eine Woche lang durch alle möglichen Cafes und Restaurants gemampft. Ganz egal, in welchem Lokal wir waren – Es war einfach immer gut. Sogar die kleinsten Hinterhofimbissbuden sind stilvoll, preiswert und lecker. Besonders zu empfehlen ist das Grand Cafe Mynt (mit ansprechender Speisekarte), das Cafe Trust (mit der „pay as you feel“-Mentalität) und der vegane Bioladen Vegabond (inklusive gemütlicher Kaffeeecke). Wer lieber mal was aus dem Supermarkt möchte: Gesund und ökologisch einkaufen kann man im Marqt, in dem man aber nur mit Bankomatkarte zahlen kann.





Frisch gepresster Orangensaft und Smoothies

Ich weiß ja nicht, ob’s an der Kifferkultur liegt, aber es gibt einfach überall frisch gepresste Säfte in Amsterdam. Sogar Spinat- und Mangoldsmoothies kann man im Supermarkt kaufen. Das macht einfach glücklich. Genauso wie die Free Hugs nahe der Centraal Station. Wir Österreicher sind ja eher immer gestresst und angespannt, sodass wir das Genießen und spontane Freundlichkeit an sich schon fast ein bisschen verlernt haben.


Kunst, Kultur und Spaß überall

Amsterdam ist ein El Dorado für kulturinteressierte Freigeister und kreative Entrepreneurs. Viele Museen sind kostenfrei zugänglich (Das Filmmuseum Eye, der Gang durch die mit Glas überbedachte Schuttersgalerie zwischen Kalverstraat und Begijnhof, das Koffie & Thee Museum), ebenso die Märkte, die Brauerei Brouwerij ‘t IJ, die Lunchkonzerte im berühmten Konzerthaus Concertgebouw, das Openluchttheater im Vondelpark oder auch die Openbare Bibliotheek (Europas größte Bibliothek mit toller Aussicht). Weiters gibt es noch viele kostenpflichtige Museen, allen voran das Anne Frankhuis, das Haschmuseum, Body Worlds mit dem Thema Happiness (sehr zu empfehlen), das Foltermuseum, das Sexmuseum und viele andere Museen berühmter Maler und Künstler. In Amsterdam Noord findet sich in einer ehemaligen Schiffswerft ein neues Künstlerareal, die Kunststad. Und wenn man in Amsterdam mal ein Graffiti entdeckt, dann ein wirklich großes und kunstvolles Graffiti.




Wer jetzt also vielleicht sogar Lust bekommen hat eine Reise nach Amsterdam zu machen, dem sei gesagt: Unbedingt, denn es ist eine Stadt, aus der man viel lernen kann. Hotelempfehlung: @WestCordArtHotel

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