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Von Zwetschkenkompott, Apfelkompott und herbstlichen Saisonkalendern {regional, vegan}

Von Zwetschkenkompott, Apfelkompott und herbstlichen Saisonkalendern | Blattgrün

Ich beobachte es so gerne, wenn der Herbst die Umgebung in ein buntes Farbenkleid taucht. Die goldgelben, karminroten und kastanienbraunen Blätter, die in der Herbstsonne noch schöner werden. Der Nebel, der sich morgens als grauer Schleier über die Täler und Berge legt. Ich liebe das Knistern der gefallenen Blätter unter den Schuhen, das man bei einem langen Spaziergänge, eingemurmelt in wohlig-wärmenden Wollwesten, vernehmen kann. Und natürlich: Kompott. Allem voran süßes Zwetschkenkompott. 

Nichtsdestotrotz ist der Herbst aufgrund von Kälte, Wind und Feuchtigkeit eine Herausforderung für unser Immunsystem. Man kennt’s: Sobald die Sonne wieder schwächer und zeitlich begrenzter auf unsere Körper scheint, nimmt die Vitamin D-Produktion im Körper ab. Ebenso laufen wir Gefahr in der kälteren Jahreszeit viel eher zu kalorienüberschüssigen, fetten sowie einseitigen Gerichten zu greifen. Die Folge ist meist, dass wir uns immer weniger wohlfühlen und uns im Dezember dann schon einfach nur mehr mit dicker Wolldecke und Wärmeflasche bis zum nächsten Sommer in den Tiefschlaf begeben wollen.

Hier ist also definitiv, abgesehen von viel Bewegung an der frischen Luft, auch saisonales Comfort-Food gefragt. Denn auch im Herbst liefert uns die Natur viele Nährstoffe, die dem Gefühl der Lustlosigkeit und Müdigkeit von innen entgegen wirken können.  Die Natur ist, und das wissen wir alle, sehr klug, da sie uns genau das Obst und Gemüse liefert, das unsere Vitaminspeicher auffüllt und uns auf den kalten Winter vorbereitet. Aus diesem Grund möchte ich euch heute saisonal-regionale Superfoods vorstellen, die euch gesund durch den Herbst bringen. Jedoch: Nicht alles davon, ist den ganzen Herbst lang (der ja Ende September startet) bis in den Dezember hinein auch frisch vom Feld verfügbar. 

Kürbis

Orangefarbenes Obst und Gemüse enthält jede Menge Beta-Carotin. Dieses sorgt für ein gesundes Immunsystem, Adleraugen und auch dafür, dass die Sommerbräune noch ein wenig länger anhält. Der kalorienarme Kürbis beispielsweise wirkt sich nicht nur positiv auf den Blutdruck aus, sondern kann auch unterstützend auf Nieren, Blase und Prostata wirken. Beim Kauf gilt: Klopfen! Wenn er beim Klopfen hohl klingt, ist er einwandfrei.

Süßkartoffel

Die Süßkartoffel wird zwar sehr oft aus den USA importiert, wächst im Herbst jedoch auch in unseren Breitengraden und eignet sich wunderbar für gesunde Pommes. Auch, wenn sie ihrem Namen alle Ehre macht und deutlich süßer schmeckt als Erdäpfel, lässt sie den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen und liefert sogar mehr Kalium als eine Banane und jede Menge Magnesium, welche wichtig für die Herz- und Muskelfunktion sind und Krämpfen vorbeugen.

Suppengemüse

Sellerie schützt vor Entzündungen und wirkt magenschonend, Karotten sorgen mit ihrem hohen Gehalt an Carotinoiden für ein gutes Sehvermögen, Pastinaken und Petersilienwurzel haben jede Menge nützliche ätherische Öle im Gepäck und Lauch wird sogar eine antibiotische Wirkung zugeschrieben. Zu dieser Kombination sollte man im Herbst keinesfalls nein sagen! Aber auch unabhängig voneinander lassen sich die verschiedenen Zutaten des Suppengrüns in wertvolle Mahlzeiten verwandeln. Übrigens: Petersilienwurzel riecht und schmeckt stark nach Petersilie, während die Pastinake eher nussig-würzig schmeckt.

Erdäpfel

Erdäpfel sollten nicht nur Sättigungsbeilage sein, sondern gerne auch einmal aus Hauptgericht verspeist werden. Das Nachtschattengewächs hat den Vorteil nicht nur kostengünstig, sondern auch nährstoffgünstig daherzukommen. Hochwertiges Eiweiß, gesunde Stärke (vor allem, wenn kalt gegessen = resistente Stärke) und jede Menge Mineralstoffe unterstützen das Immunsystem.

Rauna, Rote Bete

Rauna ist mein absolutes Soul- und Superfood, wenn es um herbstliche Goodies geht. Die kleine rote Powerknolle begünstigt die Bildung von Mitochondrien. Das sind die kleinen Kraftwerke eurer Zellen. Dies wiederum sorgt dafür, dass wir langsamer altern und uns länger jung fühlen. Ebenso treibt die Knolle den Fettstoffwechsel an und kann beim Abnehmen unterstützen.

Knoblauch

Knofi, wie man hierzulande so schön sagt, ist das A und O für ein intaktes Immunsystem. Das Allicin, ein schwefelhaltige Öl im Knoblauch, entsteht sozusagen als heilende Eigenschaft beim Verletzen der Pflanze, verhilft uns aber in weiterer Folge auch dazu erkältungsfrei zu bleiben oder, im Falle des Falles, wieder schnell gesund zu werden.

Sauerkraut

Sauerkraut gehört, wenn es um gesundheitsfördernde Eigenschaften geht, eigentlich weniger zu den Lebensmitteln, an die man als ungeschulter Esser denken würde. Dabei liefert es, quer durch die Bank, allerlei nützliche benefits wie Milchsäurebakterien (für’s Bauch), Vitamin B12 (für eigentlich alles Wichtige im Körper) und den Tagesbedarf an Vitamin C, gesetzt dem Fall, man isst 200g davon.

Nüsse, Samen, Kerne

Die kleinen Knabbereien sind hervorragende Lieferanten für gute Fette, die der Körper als Schmiermittel braucht. Ohne Fett könnten lebenswichtige Vitamine (A, D, E, K) vom Körper gar nicht erst gefiltert werden. Am Ende kommt es aber natürlich auf die Art und die Menge an! Da die Herbstzeit auch die heimische Nusszeit ist, sollten täglich eine Handvoll Nüsse, Samen und Kerne am Speiseplan stehen. Allem voran regionale Sorten wie Hanfsamen, Walnüsse, Kürbiskerne, Leinsamen oder Haselnüsse. Gerne auch als native Öle im Salat.

Sprossen

Sprossen und Keimlinge wachsen aus Hülsenfrüchten, Getreide, Nüssen oder Gemüsesamen. Durch die Keimung werden die kleinen Sprossen zu kleinen Nährstoffbomben, die man auch problemlos zuhause am Fensterbrett ziehen und auf’s geliebte Butterbrot legen kann. Kresse wie Gartenkresse, Rucola- oder Radieschenkresse sowie gekeimte Mungobohnen oder Sojabohnen sind somit perfekt für alle, die das Gemüsegarteln lieben, aber leider ohne Grünfläche auskommen müssen.

Pilze

Sobald es schön feucht wird, schießen die Schwammerl nur so aus dem Waldboden. Das Fleisch des Waldes, wie es auch genannt wird, ist ein richtig guter Eiweißlieferant und enthält nebenbei viel Vitamin B (1+2) auch Kalium, Phosphor und Magnesium. Die Bestseller der Zuchtpilze, die Champignons, sind besonders kalorienarm und auch leichter verdaulich als die wilden Geschwister. Jedoch sollten alle, wegen des enthaltenen Chitin, gut gegart, gut gekaut und langsam gegessen werden, damit die Verdauung nicht so zu kämpfen hat. Gewürze wie Fenchel oder Kümmel wirken hier unterstützend.

Kohlrabi

Das Knollengemüse, das es übrigens in grün und lila gibt, ist ein kleiner multifunktionaler Hauptgewinn für die Herbstküche. Kohlrabi schmeckt roh sowie auch gekocht, gedünstet oder gebraten. Die enthaltenen Senföle wirken außerdem antibakteriell sowie antiviral, das Magnesium wirkt Muskelkrämpfen entgegen und sorgt für besseren Schlaf, Ballaststoffe schützen vor Blutzucker-Achterbahnen und das Vitamin C bekämpft freie Radikale. Kohlrabi ist außerdem die bekömmlichste Kohlsorte. Wer also generell Probleme mit Blähungen nach Kohlgenuss hat, sollte es definitiv einmal mit Kohlrabi versuchen.

Äpfel und Birnen

Birnen und Äpfel sind die bekanntesten Vertreter heimischer Herbst- und Wintersorten. Beide Früchte zählen zum Kernobst und haben dadurch auch einige Gemeinsamkeiten. Wer mit Magenproblemen zu kämpfen hat, sollte hier eher auf Birnen zurückgreifen, da sie einen geringeren Säuregehalt haben und dadurch bekömmlicher für’s Bauchi werden. Wer auf Vitamin C setzen will, sollte vor allem zum Apfel greifen, der etwa doppelt so viel davon enthält als sein länglicher Vertreter. Bei beiden gilt: Alte Obstsorten bevorzugen. Auch beim Saft, der im Bestfall von Streuobstwiesen und naturtrüb daherkommt.

Zwetschken

Die Zwetschke (oder auch Zwetschge) ist eine eher österreichisch/bayrisch beheimatete Verwandte der Pflaume. Die reife Frucht steckt voller Ballaststoffe, B-Vitamine und jeder Menge Mineralstoffe. Sie stärkt somit die körpereigenen Abwehrkräfte, wirkt positiv auf das Nervensystem und ist ein guter herbstlicher Begleiter, wenn der Stress einmal wieder Überhand nimmt. Getrocknet sind sie übrigens gut bei gereiztem Magen, Völlegefühl (sanfte Verdauungsregulation) und Sodbrennen. Jedoch: Sie enthalten auf 100g schon einmal 10g Zucker und sind daher nicht ganz so diabetikerfreundlich.

Weintrauben

Auch abseits von Weingelagen können einen die kleinen Früchten ganz schön verliebt machen: Der Farbstoff Reservatrol sorgt für Blutverdünnung und kann somit vor Herzinfarkten und Schlaganfällen schützen, B-Vitamine helfen mit Stress besser umzugehen und Haut sowie Kerne regen die Darmtätigkeit an. Übrigens: Die Kerne enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe, die entzündungshemmend und keimhemmend wirken können.

Warum überhaupt saisonal und regional essen?

Angefangen bei Suppen über Eintöpfe und Reisgerichte bis hin zu Haferbrei und Kompott steht der Herbst ernährungs- und daher auch nährstofftechnisch den anderen Jahreszeiten in nichts nach. Somit ist es eigentlich auch gar nicht nötig sich Vitalstoffe aus fernen Ländern in die eigenen vier Wände zu holen. Das schont nicht nur das Klima, da der eigene CO2-Abdruck durch lange Transportwege schnell einmal in die Höhe getrieben wird, sondern hilft den regionalen Bauern dabei zu überleben und sorgt außerdem als Pluspunkt auch noch dafür, dass der Geldbeutel fülliger bleibt. Denn: Wer Lebensmittel aus nächster Nähe kauft, zahlt im Normalfall auch weniger. 

Von Zwetschkenkompott, Apfelkompott und herbstlichen Saisonkalendern | Blattgrün

Und weil ich euch immer noch ein Rezept für wärmendes Kompott schuldig bin, das nicht nur optimal in Grieß- oder Haferbrei, sondern auch zu Pancakes und Kaiserschmarrn passt, pack ich es an dieser Stelle noch kurz rein. Eigentlich ist die Zubereitung von Kompott unglaublich einfach, da man bis auf die Früchte nur Wasser, Gewürze und Zucker braucht. Ob ihr nun normalen Haushaltszucker, stattdessen lieber Birkenzucker (doppelt soviel Früchte wie Xylit) oder auch Kokosblütenzucker verwendet, ist ganz wurscht. Weglassen könnt ihr diesen natürlich auch, jedoch sorgt er für eine längere Haltbarkeit. Bei sehr pektinreichen Früchten, wie Äpfeln und Zwetschken, könnte das bestimmt machbar sein und sich super für frisches Kompott ohne Einwecken eignen. Für’s sichere Einmachen würd ich aber dennoch zu Zucker greifen.

Zwetschkenkompott

500g Zwetschgen, entkernt und halbiert
50g Zucker
100 ml Wasser
0,5 TL Zimt
3 Gewürznelken
Saft einer halben Zitrone

Apfel-Birnenkompott

300 g Äpfel, geschält, entkernt und klein gewürfelt
300g Birnen, geschält, entkernt und klein gewürfelt
150 ml Wasser Apfelsaft
50g Zucker
Saft einer halben Zitrone
1 Zimtstange
5 Stück Gewürznelken, ganz

Bei beiden Varianten Wasser in einem Topf aufkochen lassen, Zucker sowie Gewürze hinzugeben, vorbereitetes Obst hinzufügen und auf kleiner Flamme die Früchte solange kochen, bis sie schön weich sind. Bei den Zwetschken geht das ein wenig schneller als bei Apfel/Birne. Zitronensaft hinzugeben und nochmals 2,3 Minuten mitköcheln lassen. Anschließend gleich essen oder heiß in vorbereitete Gläser füllen und einmachen, einwecken, einrexen, einkochen. 

Würdet ihr euch über weitere Saisonkalender freuen? Was esst ihr im Herbst am liebsten? Freut ihr euch auch schon auf die kuschelige(re) Jahreszeit? Ich liebe es von meinen LeserInnen zu lesen! Inspiriert mich mit einem Kommentar oder erntet gutes Karma und teilt diesen Beitrag in den unendlichen Weiten des Internets. Ich freu mich und sag Dankeschön! ♥ Eure Tanja

1 Comment

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    Von Lebensmittelabfällen und Resteverwertung {Verwenden statt verschwenden} - blattgrün
    10. Januar 2019 at 2:35

    […] wunderbar in Pfannkuchen, Smoothies, Eiscreme oder auch in selbst gemachter Marmelade, Chutney oder Kompott. Viele Rezepte verlangen außerdem oftmals den Saft einer halben Zitrone. Die andere Hälfte […]

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