Nachhaltige Babykleidung aus zweiter Hand: Ein Leitfaden für Sommerkinder

Nachhaltige Babykleidung: Ein Leitfaden für Sommerkinder

Hallo Babypause, hallo mehr Zeit für den Blog! Heute erzähle ich dir deshalb ein wenig von meiner Herangehensweise beim Kauf von gebrauchter Babykleidung und begleite dich mit Anlaufstellen und Ideen durch deine eigene Gebrauchtwarenodyssee. Deshalb mach dir ‘nen Malzkaffee, setz dich und genieß meine Fehler, damit du sie nicht machen musst.

Umso globaler unsere Welt agiert, desto größer wird glücklicherweise auch das Bewusstsein für menschengemachte Auswirkungen auf unseren Planeten. Dazu gehört auch der überflüssige Ressourcenraub, der sich in unserem ökologischen Fußabdruck gut widerspiegelt. Von vielen Dingen gäbe es nämlich genug. Leider kaufen wir für unsere kleinen Wunder immer noch lieber neu.

Dass Kinderkriegen nicht gerade nachhaltig ist, wissen wir schon. (Lassen wir uns aus einer elterlichen Freude heraus für einen schönen langen Moment darüber hinwegsehen.) Jedoch können wir auch schon von Beginn an unseren ökologischen Fußabdruck zugunsten dieser kleinen Wunder und ihrer Zukunft verkleinern und gleich einmal als gutes Vorbild dienen. Dazu kann der Kauf oder auch das Mieten von Gebrauchtwaren wie Kleidung gehören. Natürlich verändert der Erwerb von Second Hand Kleidung nicht die Welt – aber er lässt die Erde ein wenig aufatmen. Und das kann sie derzeit gut gebrauchen.

Neutrale oder sanfte Farben

Auch, wenn wir schon seit geraumer Zeit wissen, dass wir einen Jungen erwarten, war es mir von Beginn an sehr wichtig geschlechtsneutral einzukaufen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ich relativ neutrale Farbgebungen ohne kitschige Muster einfach lieber mag und diese, in meinen Augen, besser kombinierbar sind. Der Zwerg kann ja irgendwann selbst entscheiden welche Farben er bevorzugt.

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Ich hab mich am Anfang der Suche, wie auch bei meiner eigenen Kleidung, mehr oder minder auf eine Farbpalette fixiert, mit der ich mich selbst gut anfreunden kann. Ich liebe Naturtöne. Rostrot, Morgenrotorange, Salbeigrün, leichtes Sonnengelb, Sandbeige, Meerblau, Erdbraun – all das lässt sich sowohl untereinander als auch gut mit Weiß mischen. So wird am Ende nicht nur der Kontostand geschont, sondern auch der eh schon knapp bemessene Platz in unserer Wohnung. Außerdem lässt sich gut erhaltene Kleidung in neutralen Tönen nach dem Herauswachsen auch einfacher weiterverkaufen.

Mitwachsende Babykleidung

Da es um Kleidung für die Kleinsten geht, war es für mich auch von Anfang an klar, dass diese umweltfreundlich sowie hautfreundlich in die Kommode wandert. Dazu hab ich mich vorab schon einmal über nachhaltige Marken informiert. Ganz besonders geliebäugelt habe ich mit achtsam hergestellten Kleidungsstücken, die mitwachsen. Ich wusste lange nicht, dass es so etwas gibt und war nach einigen Einkäufen sogar etwas enttäuscht, dass ich diese Art Kleidung erst so spät entdeckt habe, denn auch hier hätte man viel Geld und Nerven beim Suchen und Größenrechnen sparen können.

Dasselbe gilt auch für Accessoires wie Babyhauben aus Merinowolle (dehnbar) oder aber Verlängerungen für Bodys. Vor allem, wenn man allem Anschein nach laut Arzt ein Baby in die Welt setzen darf, dass möglicherweise nach der Geburt schon gar nicht mehr richtig in die 50/56 reinpasst – nachdem man aus einer beginnenden Schwangerschaftseuphorie heraus vieles für 50/65 eingekauft hat.

Lieber simpel als umständlich

Es gibt so viele schöne Kleidung, die genauso unpraktisch wie gleichzeitig Augenschmaus ist. Von vielen Mamas habe ich den Tipp bekommen die ersten Monate auf simple Wickelkleidung mit seitlicher Schnürung und/oder Knöpfen zu setzen, da Neugeborene es gar nicht mögen, wenn man ihnen etwas über den Kopf zieht. Die Vorzüge dieser Art von Babykleidung wurden mir ebenso für nächtliche Wickelabenteuer prophezeit. Auch über breite Hosenbünde für die Bequemlichkeit und sogenannte “Sockenschuhe”, die man zusätzlich binden kann, damit sie nicht so schnell verloren gehen, wurde glücklichst berichtet. Ich bin gespannt wie ein Gummiringerl und ebenso dankbar für die mütterlichen Erfahrungen, die ich mir zunutze machen darf.

edit 01.04.: Ich bekam gestern noch von vielen Eltern den Tipp, dass man Bodys auch einfach anziehen kann, ohne dabei den Kopf nutzen zu müssen. Dazu einfach über den Popsch ziehen. (Ja, logisch eigentlich im Nachhinein. Frau lernt gern dazu.)

Hautfreundliche Stoffe für Sommerbabys

Ebenso war es mir wichtig noch vor dem Ausleben des Nestbautriebes herauszufinden welche Stoffe sich für ein Sommerbaby eignen, da es mittlerweile viele unterschiedliche Fasern mit ebenso vielen unterschiedlichen Eigenschaften gibt. Und “nachhaltig” bedeutet ja mittlerweile, dank Greenwashing und Plastikrecycling, nicht mehr automatisch “basierend auf schadstofffreien sowie reinen Naturfasern”. Ich möchte vermeiden, dass der kleine Zwerg, dessen Temperaturregulation ja noch nicht wirklich vorhanden ist, im Sommer zu sehr schwitzt oder eben auch zu sehr friert, da Temperaturwechsel von mehr als 10 Grad schnell einmal vorkommen können.

Für die warme Jahreszeit bietet sich daher das Zwiebelprinzip aus atmungsaktiver Kleidung, die außerdem temperaturregulierend ist, besonders gut an. Ebenso sollte sie sich aufgrund der sensiblen Babyhaut angenehm weich anfühlen. Für mich kommt daher vor allem leichte und feine Wolle, also Merino, in Frage. Gerne auch im Gemisch mit Seide (präferiert Peace Silk). Leinen, Bambus, Lenzing-Modal und Baumwoll-Musselin können ebenfalls einen guten Beitrag zum Wohlbefinden des kleinen Wunders leisten.

Aber nun zum schwierigen Teil: Das Finden. Und Schnäppchenschlagen.

Wo und wie finde ich am einfachsten gebrauchte Kleidung für mein Baby?

Ich habe recht früh damit begonnen mir einen Überblick zu verschaffen und Listen zu schreiben. Wenn du weißt, was du für dein kleines Wunder brauchst (oder glaubst zu brauchen), kannst du damit starten dir Suchprofile anzulegen, Lesezeichen zu setzen, Profilen zu folgen oder auf Offline-Flohmärkten die Augen offen zu halten. Ich habe mir auf willhaben und vinted zahlreiche “Suchen” angelegt und dabei nicht nur die Größe, sondern auch gleich meine favorisierten Marken und meine Farbwahl mitgespeichert. Das hat mir am Ende viel Zeit gespart. Pro-Tipp: Auch Mamablogger stellen gerne einmal spontan auf Instagram Babykleidung in einem Insta-Sale zum Verkauf zur Verfügung.

Ebenso gilt es, gerade bei teuren Marken aus der Öko-Bubble, nicht zu lange zu überlegen – gerade qualitativ hochwertige Babykleidung, die neu ein kleines Vermögen kostet, geht dort weg wie warme Semmeln. Ich hatte viele Wochen eine sehr innige Verbindung zu Vinted und habe gefühlt 80 Prozent der präferierten Babykleidung zu einem Preis abgestaubt, der mich sonst in den Ruin getrieben hätte und dabei auch gleich einige liebe Kontakte geschlossen. Der Rest der bisher erworbenen Kleidung kommt aus Second Hand-Shops und meinem privaten Umfeld. Ebenso sind auch wenige Neukäufe mit an Bord.

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Wieviel Kleidung ist zuviel Kleidung?

Wieviele Stücke Stoff für euer Kind benötigt werden, kann ich euch nicht sagen. Das wäre außerdem auch nicht authentisch, da unsere Kartoffel sich erst auf dem Weg befindet und wir daher noch keine Erfahrungswerte besitzen. Deshalb gibt es von an dieser Stelle auch keine Empfehlung, sondern nur einen Einblick in unsere Kommode. Es gibt im Internet aber viele Leitfäden und Tipps (Ecosia: “Minimalistische Babyausstattung”), die ich aufgesaugt und reflektiert habe, jedoch habe ich für mich beschlossen das alles individuell anzugehen.

Ich halte es deshalb einfach einmal wie bei mir auch: Geht vor jedem weiteren Kauf kurz im Kopf durch was ihr schon habt und ob sich das neue Stück in euren Händen wirklich auszahlt oder vermutlich in der hintersten Ecke verstauben wird, weil nichts dazu passt oder ihr schon fünf ähnliche Stücke habt. Ja, first world problems, dem Baby isses wurscht, wie es aussieht, blabla – aber ihr seht es.

Mir war bei der Auswahl und Menge ebenso wichtig im Wochenbett nicht täglich die Waschmaschine einschalten zu müssen und gleichzeitig genug in petto zu haben, falls die Kartoffel gerne sabbert oder viele Missgeschicke passieren. Das Kind hat zwei Schubladen für Kleidung zur Verfügung, in der sich mittlerweile Gewand bis Größe 86 befindet. Die Zeit wird zeigen, ob wir damit richtig liegen.

Und jetzt: Viel Freude beim Ressourcenschonen!

Meine liebsten Labels, nach denen ich suche

Petit Cochon | Liewood | Konges Slojd | Hvid | +1 in the family | Forschur | Hess Natur | Engel | Emmas Glück | Emma & Noah | Joha | Hans Natur | Kitzheimat | Kings & Rebels | MarMar Copenhagen | Minimalisma | Numero 74 | Mamushka | Alana | Maas Natur | Little Green Radicals | Serendipity | lässig

Meine liebsten Second Hand Shops abseits von vinted und willhaben

fabihaft | babäm! | sellpy.at | kloop kids | tildi | baeli | kindby (zum Mieten)

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Wie steht es um eure Kleinen? Habt ihr anfangs einfach drauf los gekauft oder bedacht den Warenkorb gefüllt? Was war euch wichtig? Welche Anlaufstellen sind eure liebsten? Möchtet ihr weitere Shops ergänzen? Verkauft ihr gar selbst gerade Ökokleidung für Babys? Lasst gerne einen Kommentar als zusätzlichen Mehrwert für mich und andere Leser da – ich freue mich darüber! :)

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3 Comments

  • Reply
    Alex
    31. März 2022 at 20:09

    Toller Artikel! :-) Und alles Gute dem kleinen Buben. 😊

    Ich habe für unseren Kleinen die meisten Dinge gebraucht auf Willhaben gekauft, muss aber gestehen, dass ich da noch gar nicht so darauf geachtet habe, welche Marke es ist. Nur auf neutrale Farben habe ich geachtet, weil wir vielleicht noch ein 2. Baby wollen.
    Wir haben dann einen Wollbody von kitzheimat geschenkt bekommen und waren so begeistert, dass wir noch einen von Engel aus Wolle-Seide (neu) gekauft haben. Leider kannte ich keine Second Hand Seiten für Babykleidung. So war der Body auch extrem teuer, aber der Kleine hatte von da an fast nur die beiden an, wenn es irgendwie ging. Ich muss allerdings sagen, dass gerade in den ersten 2 Wochen nach der Geburt gern mal eine Windel ausgelaufen ist oder alles voller Milch war. Richtig toll waschbar fand ich die Teile nicht. 😅
    Dazu kam, dass ich Kleidung vor allem in 56 und 62 eingekauft habe, weil mein Mann und ich sehr groß sind. Im Endeffekt hatten wir dann ein 50cm-Baby und die Babykleidung in der Größe war rar. 😅 Ist aber alles irgendwie gegangen.
    Witzig fand ich meine Vorliebe für Einteiler, als das Baby dann da war. Ich hatte fast nur Hosen und Oberteile, aber die waren mir dann zu unpraktisch, weil immer alles verrutscht ist. Ist aber reine Geschmackssache und ich muss daszusagen, er war ein Winterbaby und hat ständig gefroren. 😅

    • Reply
      Tanja
      31. März 2022 at 22:15

      Hey Alex!
      Danke für die Wünsche. :) Ja, die Wollsachen sind wohl sehr tricky, wenn es um Missgeschicke geht. Das hab ich auch schon von anderen Mamas gehört. (Hab mich aus Ehrfurcht mit vielen Mullwindeln eingedeckt, um das Gröbste abfangen zu können. Wird aber wohl ein Wunschtraum bleiben das so hinzukriegen. ^^) Dafür haben die Kleinen, wie du schon so schön gesagt hast, ziemlich viel Freude daran. Auch das mit den Einteilern finde ich lustig, da mir so viele Mamas geraten haben ja unbedingt Einteiler en masse zu besorgen, weil die Kinder in den ersten Wochen eh nur darin rumschlummern werden. Hab einige – bin gespannt, ob und wie sehr ich mich im Anschluss dann über den Tipp freue, wenn der kleine Mann da ist. :D

      Liebe Grüße an dich

      • Reply
        Alex
        2. April 2022 at 17:51

        Jaaa, Mullwindeln sind auch ganz wichtig, finde ich. Wahrscheinlich wird trotzdem mal was danebengehen, aber das Waschen ist eh schaffbar. Ich weiche die Wollsachen dann immer ein und reibe sie mit einer Kernseife ab, das hat bis jetzt immer funktioniert. 😊
        Hihi, ich denke, über die Einteiler wirst du dich freuen. :-) Vor allem beim Baby-Herumtragen, wenn kein Pulli bis zum Hals hinaufrutscht. 😁
        Liebe Grüße und alles Gute nochmal!

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