Blogbeiträge/ Gesunde Ernährung

Weizenwampe – Buchempfehlung

Schon in den drei anderen Büchern, die ich in meinem Reading Sabbatical vor Weizenwampe gelesen habe, ging es darum Zucker unbedingt weitgehend aus seiner Ernährung zu streichen. Kein Wunder, denn das weiße (Hüft-)Gold lässt die Bauchspeicheldrüse ganz schön arbeiten und führt zu allerlei unangenehmen und sogar tödlichen Krankheiten! Und trotzdem passiert es immer wieder, dass Menschen trotz sportlicher Betätigung und gesunder Ernährung bedenklich hohe Blutzuckerwerte und Speckröllchen haben. Warum? Ganz einfach! Weil auch Weizen die arme Bauchspeicheldrüse massiv in Mitleidenschaft zieht.

Ein kleiner Auszug aus meinem Leben kann euch vielleicht zu denken geben oder euch dazu bringen, euren Weizenkonsum zu hinterfragen: Ich selbst bemühe mich seit gut zwei Jahren so gesund wie möglich zu leben: Esse viel Vollkorngetreide, Bulgur, Quinoa, Gemüse und Obst, wenig bis gar kein Fleisch, minimal Milchprodukte, aber natürlich auch gerne Schokolade. Und trotz der eher gesunden Ernährung hat sich mein Blutzucker in diesen beiden Jahren immer wieder ein wenig erhöht, obwohl er vor den beiden gesunden Jahren immer moderat war. Das macht mich ein bisschen unrund, denn wer gesund isst, sollte auch gesund sein, oder? Falsch gedacht! Mein Weizenkonsum hat sich über die Zeit mehr als verdoppelt, weil ich davon ausgegangen bin (hallo Ernährungspyramide!), dass Vollkornprodukte gesund sind – Ich achte deshalb auf den Kauf von Vollkornmehl statt weißem Mehl, esse zum Frühstück Bio-Haferflocken mit Obst, Bulgur und Quinoa mit Gemüse zu Mittag, dazwischen mal Kuchen oder Süßes und wundere mich, warum ich den ganzen Tag antriebslos, gereizt und müde bin und abends mördermäßig hungrig bin. Kein Wunder, denn laut Dr. Davis stopfe ich den ganzen Tag Zucker und Gluten ohne Ende in meinen Verdauungstrakt.

Vor einiger Zeit habe ich eine Darmkur gestartet. Heißt soviel wie: Raus mit dem Müll, den ich mir über Jahre angefressen habe, damit mein Körper wieder Spaß am Entgiften hat. In dieser Zeit habe ich mich pudelwohl gefühlt. Ich war zwar die ersten paar Tage psychisch und körperlich am Ende (dummer Zuckerentzug), doch während der restlichen 11 Tage habe ich mich unverwundbar gefühlt! Warum? Weil meine Darmkur auf eine wichtige Zutat verzichtet hat: WEIZEN. Als ich wieder auf meine normale Ernährungsweise übergegangen bin, siehe da, die Probleme kamen wieder. Bis zu diesem Buch habe ich mir darüber eigentlich kaum Gedanken gemacht, ob Gluten oder Weizen per se schädlich für meinen Organismus sein könnten. Wenn sich im Nachhinein jedoch ein Muster erkennen lässt, ist es recht ratsam, sich damit auseinanderzusetzen und in Büchern zu schmökern. Eines dieser berühmten weizenkritischen Bücher ist die Weizenwampe:

Weizenwampe – Warum Weizen dick und krank macht
Dr. med. William Davis
Verlag: Goldmann

Brot, Gebäck, Pizza, Pasta – Weizen ist in unserer Nahrung allgegenwärtig. Kaum jemand weiß, was für ein gesundheitsschädigender Dickmacher das goldgelbe Korn ist. Denn in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Getreide genetisch so verändert, dass es mit dem „Urweizen“ nicht mehr viel gemein hat. Der „neue Weizen“ macht dick, fördert Diabetes sowie Alterungsprozesse, schädigt Herz und Hirn und ist schlecht für die Haut. Dr. med. William Davis zeigt glutenfreie Ernährungsalternativen auf, mit denen man gesund und schlank ohne Weizen leben kann. – Klappentext Weizenwampe

Dr. Williams ist ein wundervoller Autor und Arzt. Vielen seiner Patienten, die an Diabetes erkrankt sind, konnte er durch den Verzicht auf Weizen zu einem besseren Leben ohne Medikamente, Transplantationen oder sogar Amputationen verhelfen. Einige dieser Patientenfälle findet man auch in seinem Buch.

Warum Einkorn, die Urform des heutigen Weizen, auch bei Glutenintoleranz relativ gut verträglich ist, ein Stück Vollkornbrot den Blutzucker schneller in die Höhe treibt als ein Snickers, schizophrene Schübe durch Weizen ausgelöst werden, glutenfrei nicht gleich glutenfrei ist, Haarausfall mit Streuselkuchen gefördert wird, Brot uns schneller altern lässt, Weizenverzicht keine Mangelerscheinungen mit sich bringt und sogar die Vitamin-Aufnahme verbessert wird, fettarme Ernährung nicht unbedingt von Vorteil ist, Gluten unser Kleinhirn schädigen und epileptische Anfälle fördern, Lippenstift Durchfall auslösen kann, man bei einem Reizdarmsyndrom lieber mal das Toastbrot weglässt und zuviel Weizen Knochenbrüche fördert, kann man verständlich, obwohl wissenschaftlich, geschrieben in diesem Buch nachlesen.

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Außerdem, und das finde ich besonders gut, gibt es eine Vielzahl von Alternativen zu Weizenprodukten in diesem Buch. Keine Angst, ihr süßen Mäuse, Schokolade ist weiterhin erlaubt! Auch, wenn es nur die dunkle Zartbitter mit den Nüssen ist! Weizenfreie Rezepte (Müsli, Karottenkuchen, Pizza und Co.) werden großzügig zur Verfügung gestellt. Wer nach diesem Buch immer noch nicht satt ist, kann mit dem dazugehörigen ausführlichen Weizenwampe-Kochbuch liebäugeln, welches man ebenso käuflich erwerben kann.

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Mein Fazit: Ich weiß, dass Weizen mich schlapp und müde macht. Deshalb wird es demnächst nur mehr in Kleinstmengen genossen. (Die Dosis macht das Gift.) Ich empfehle dieses Buch außerdem allen, die gerne mal viel weizenhaltige Produkte essen und sich gleichzeitig mit Symptomen und Krankheiten wie Schlaflosigkeit, Darmbeschwerden, Asthma, Neurodermitis, Fettleibigkeit, Diabetes & Co. herumschlagen müssen. Besonders aber auch Fitnessfreaks, die sich gesund ernähren und die Rettungsringe trotzdem nicht verschwinden.

2 Comments

  • Reply
    Johanna
    15. Juli 2015 at 14:31

    Hallo Tanja,

    erstmal vielen Dank dafür, dass du dir so viel Mühe mit deinen Artikeln gibst! Habe deinen Blog erst vor Kurzem entdeckt und bin vollauf begeistert!

    Mit der Frage, was von Weizen zu halten ist, beschäftige ich mich schon seit längerem und von dem Buch habe ich auch schon einiges gehört und gelesen. Dass Auszugsmehlprodukte ungesund sind, wissen inzwischen sicher die meisten, aber dass man nun vollkommen auf Weizen verzichten sollte, ist neu. Ich finde es einleuchtend, dass der modifizierte Weizen von heute zu überzüchtet ist, um gesund zu sein. In einem anderen Bericht über Davis‘ Konzept habe ich jedoch gelesen, dass jeglicher Konsum von „grains“ ungesund sein soll. Demnach müssten wir alle Getreideprodukte und -sorten vom Speiseplan verbannen. Und das wiederum empfinde ich als unnötig und zu strikt. Wo bleibt denn da die Lebensqualität? Ohne meine Haferflocken könnte ich nicht leben und auch Dinkelnudeln und Naturreis esse ich sehr gerne.

    Ich persönlich bin mittlerweile sehr skeptisch, da alle paar Wochen ein neuer Ernährungstrend aus den USA zu uns gelangt. Ich weiß gar nicht mehr, wem oder was ich trauen kann. Ständig werden neue Produkte auf die „Strengstens verboten“-Liste gesetzt, die früher mal als gesund erachtet wurden.
    Mich würde jetzt interessieren, wie du dazu stehst. Ist Getreide wirklich so schädlich oder wird einfach ein zu großer Hype um die ganze Geschichte gemacht?

    Über deine persönliche Meinung würde ich mich sehr freuen!

    Liebe Grüße
    Johanna

    • Reply
      tanjachampagner
      19. Juli 2015 at 14:33

      Hy Johanna!
      Mit dem Essen ist es mittlerweile leider wie mit der Mode: Mal ist ein Ernährungskonzept gesund und trendy, mal wieder ungesund oder gefährdend. Ich denke, dass es viel wichtiger ist auf seinen eigenen Körper zu hören, als auf Studien und Bücher, denn wir haben alle individuelle Stoffwechsel.
      Verschlechtert sich dein Hautbild nach dem oftmaligen Konsum von Weizen, fühlst du dich aufgebläht, macht dein Magen-Darm-Trakt Probleme oder fehlt dir nach einer weizenhaltigen Mahlzeit Energie und du fühlst dich schlapp und müde, weißt du, dass du Weizen vermutlich eher schlecht verträgst. Ist dein Blutzuckerspiegel recht hoch, obwohl du kaum Süßigkeiten oder Früchte isst, könnte dies beispielsweise auch am Weizen liegen. Ich persönlich mag Vollkorn-Weizenprodukte total gerne, vertrage sie aber leider in größeren Mengen nicht sehr gut („Die Dosis macht das Gift“). Daher koche und backe ich die meisten Dinge mit Dinkel oder Einkorn. :)

      Falls du mehr über meine persönliche Meinung zu Ernährungskonzepten, Diäten und intuitivem Essen wissen möchtest, lies dich mal hier rein: http://www.blattgruen.me/was-darf-ich-eigentlich-noch-essen/ .
      Liebe Grüße, Tanja

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