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WearFair, die Messe der Nachhaltigkeit 2017 – It’s easy being green

wearfair | blattgrün

Linz ist ja gefühlt eigentlich, im Vergleich zu Wien und anderen Landeshauptstädten, eher ein kleines sowie gemütliches Fleckchen Erde, weniger urban oder typisch städtisch. Was wir aber sehr gut können, ist auf kleinem Raum viel nachhaltige Mode anbieten. Das sieht man vor allem an Eco-Labels wie Göttin des Glücks, Kleider machen Leute, Katuni oder Stores ala ECO, Weltladen, Xiling, GEA, Grüne Erde, Moschi (Second Hand), Vega Nova und Zerum.

Wenn sich dann auch noch einmal jährlich die Messe der Nachhaltigkeit in der Tabakfabrik breit macht, wird Linz zum absoluten El Dorado für alle, die auch abseits von Eco-Fashion ganz unverbindlich über neue Dinge stolpern wollen. Über die Sauwald-Wurmkiste (ein Komposthaufen für die Innenstadtwohnung) oder Herbert (den Gemüsegarten zum An-Die-Wohnzimmerwand-Nageln von Ponix) beispielsweise. 

Die WearFair ist übrigens ein gemeinnütziger Verein und wird von Südwind, GLOBAL 2000 und dem Klimabündnis getragen. Zudem erfüllt die Messe einen umfassenden Informations- und Bildungsauftrag zu nachhaltigem Lifestyle und den zentralen sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Begonnen hat alles vor 10 Jahren als kleines Messenbaby in der Linzer Kunstuniversität. Heute sind es schon knapp 200 AusstellerInnen, die uns Nachhaltigkeit und Fairness näher bringen wollen. Ich selbst hab sie heuer zum 4. Mal besucht (diesmal in Begleitung von Laurel), war jedoch leider ein bisschen zwiegespalten.

Liebe WearFair, wir müssen reden!

Einerseits ist die Messe wie jedes vorangegangene Jahr natürlich sehr interessant, jedoch empfand ich die Stimmung dieses Jahr als sehr angespannt. Normalerweise freu ich mich immer sehr über den Austausch zwischen Konsument/Kunde/Blogger und Hersteller/Vertrieb. Dass es auf einer Messe mit über 10.000 BesucherInnen nicht immer einfach ist ein Gespräch zu starten, ist natürlich auch verständlich. Dass aber AustellerInnen sofort überaus grantig auf einen zukommen und einem aus dem Nichts ein unfreundliches „Man kann ja wohl fragen, wenn man Fotos machen will!“ ins Gesicht ballern, hab ich bis dato noch nie erlebt und das geht für mich so eigentlich überhaupt nicht. Allem voran, da ich nicht einmal die Absicht hatte ein Foto zu machen, sondern einfach nur das Smartphone in der Hand hielt. Ich hatte dann, ehrlicherweise, auch gar keine Lust mehr überhaupt Fotos für den Artikel zu machen. 

Ebenso frech fand ich die Preise der Verköstigungen dieses Jahr. Für zwei kleine Schöpfer Risotto stolze 10,40 Euro exklusive Salat und Getränk zu verlangen, find ich dann für eine Großküche doch schon ein wenig dreist. Fleischtiger mussten gar 15 Euro zahlen. Der neu eröffnete charmante Elefant hätte eine gute Alternative sein können, doch sind auch hier die Portionsgrößen eher teuer sowie klein gehalten und viele wussten nicht, dass es dort auch vegane und vegetarische Gerichte gab, da auf der ausgehängten Karte hauptsächlich Fleisch- und Fischgerichte standen. 

Aber natürlich gab es auch viele angenehme, informationsreiche und schöne Momente.

Allem voran hab ich mich in beanie.at verliebt, die aus fair gehandelter, peruanischer Alpakawolle unglaublich weiche sowie hochwertige Schals, Mützen und Stirnbänder kreieren. Da ich schon länger auf der Suche nach einem Stirnband war, hab ich hier gleich zugeschlagen und bin total begeistert. Es drückt nicht, kratzt nicht und rutscht auch nicht. Dafür hält es, durch die Schurwolle, wirklich schön warm. 

Auch beechange, meinen alltime-Favourite, konnte man dieses Jahr wieder antreffen. Da ich den Onlineshop seit Jahren sehr schätze, freu ich mir immer einen Keks, wenn ich die nachhaltigen Produkte auch abseits des Internets kaufen kann. Deshalb musste es dieses mal ein Bienenwachstuch-Set und Bio-Bambusbesteck für Unterwegs sein, die schon länger auf meiner Einkaufsliste standen. So kann man in Zukunft nämlich getrost auf Einwegprodukte wie Plastikbesteck, Alu- und Frischhaltefolie verzichten. 

Ebenso angetan hat es mir dieses Jahr Libuni, die es geschafft haben, eine Bio-Reisdrinkbasis zu entwickeln, die man nur mit Wasser aufgießen muss. So kann man 2/3 an Verpackungsvolumen einsparen und die Welt zumindest teilweise schöner machen. Der Drink ist von Natur aus übrigens schon so angenehm süß, dass sie auch dem Herzensmann geschmeckt hat, der mit veganen Milchalternativen eigentlich nie etwas anfangen kann. 

Auch das Rahmenprogramm kann sich dieses Jahr zum 10. Jubiläum wirklich sehen lassen: Ein Live-Crowdfunding mit wemakeit, Christoph und Lollo sowie ein Poerty Slam als Abendprogramm, tagsüber sehr interessante Vorträge und Diskussionen über Vertical Farming, Palmöl, Kakao oder Fairness in der Schuhherstellung, aber auch der Wurmkisten-Workshop machen die WearFair zu einem geglückten Sammelsurium an Nachhaltigkeit in den Bereichen Ernährung, Mode, Lifestyle und Mobilität. 

Links zu den vorangegangenen Reviews der WearFair-Besuche: 2014, 2015,

Wart ihr dieses Jahr auch auf der WearFair? Wie waren eure Eindrücke? Was hat euch gefallen, wo seht ihr Verbesserungsbedarf? Ich liebe es von meinen LeserInnen zu lesen! Inspiriert mich mit einem Kommentar oder erntet gutes Karma und teilt diesen Beitrag in den unendlichen Weiten des Internets. Ich freu mich und sag dankeschön! ♥

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5 Comments

  • Reply
    Susanne Frühmann
    10. Oktober 2017 at 14:00

    Liebe Tanja! Ich freu mich riesig über dein liebes Feedback zu meinen Babyalpaka Produkten. Das Stirnband wird dich in der kalten Jahreszeit super wärmen, ich versprechs :) Für mich als Ausstellerin und auch Besucherin war die WearFair mal wieder ein Erlebnis und ich muss sagen eine der sympathischsten Messen überhaupt! Liebe Grüße, Susanne

    • Reply
      Tanja
      11. Oktober 2017 at 7:05

      Hy Susanne!
      Dass Stirnband ist seit der WearFair im Dauerbetrieb und total klass, wenn ich morgens mit dem Fahrrad in die Arbeit düse – Die Hauben, die ich bisher hatte, rutschen nach ein paar Minuten immer wieder nach hinten oder zur Seite, wenn ich den Kopf beweg, was mich beim Fahren echt nervt, aber dein Stirnband bleibt da, wo ich’s hingetan hab und hält die Ohren und die riesige Stirn, die ich mein eigen nennen darf, superwarm. Vor allem kratzt es nicht und sieht echt fancy aus. :D
      Danke für deine tolle Arbeit! <3
      Tanja

  • Reply
    Meine Top 8-Helferchen für plastikfreie to go-Abenteuer - blattgrün
    10. Oktober 2017 at 10:28

    […] Spork (obviously eine Mischung aus spoon und fork) hab ich mir letzte Woche auf der WearFair gekauft und ihn seitdem immer mit dabei, denn man weiß ja nie, wo gutes Essen lauern könnte. Die […]

  • Reply
    Sophfire
    8. Oktober 2017 at 21:53

    Uiui danke war wieder toll zu lesen schade nur das du dich ärgern hast müssen! Beim nächsten mal komm ich wieder mit 😊

    • Reply
      Tanja
      11. Oktober 2017 at 7:07

      Nicht tragisch. ;)
      Der Ärger war eh sehr schnell verflogen und das Essen war auch arg lecker, wenn auch ein bissl teuer.
      Und ja: Unbedingt! Es hat so viele AusstellerInnen gegeben, die so zauberhafte Baby- und Kindersachen dabei hatten, dass ich am liebsten alles für die Hannah gekauft hätte. :D

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