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Wäsche waschen ohne Plastikverpackung und Chemie? (Öko)logisch!

Ich benutze seit Jahren regelmäßig die umweltschonenden Produkte von E-Cover, muss mich aber jedes Mal beim Kauf im Biomarkt darüber ärgern, wieviel Plastik ich über’s Jahr für saubere Wäsche in die Tonne werfe. Die Neugier hat mich also einmal wieder dazu getrieben nach (Online-)Shops zu suchen, die nicht nur darauf achten Plastik zu vermeiden, sondern auch darauf mit natürlichen Inhaltsstoffe zu arbeiten und diese minimalistisch zu halten. Wäsche waschen ohne Plastikverpackung und Chemie? Geht das überhaupt? Tada – Ich bin fündig geworden, sogar zweimal, und möchte euch diese Tipps natürlich nicht vorenthalten.

„Zero Plastic Cosmetics – wir meinen es ernst mit Plastikmüllvermeidung und produzieren Duschgels, Deos, Peelings, Waschmittel, uvm. All dies liefern wir ausschließlich in Glas oder Papier. Setze mit uns ein Zeichen für Nachhaltigkeit und gegen den überbordenden Einsatz von Plastik!“ 

Wenn Villa Lavanda mit diesen Zeilen wirbt, kann man einfach nicht anders, als Sekunden darauf höchst motiviert durch das Sortiment zu stöbern. Der Hamburger Onlineshop vertreibt etwa 100 ausgesuchte Kosmetik- und Haushaltsprodukte, die jedes Low Waste-Herz sofort zum Schmelzen bringen. Inklusive ganz viel Liebe, der Überzeugung, dass jeder die Welt ein wenig verändern kann und jeder Menge Hintergrundwissen zu den jeweiligen Inhaltsstoffen der Produkte. 

Ökologische Waschmittel von Villa Lavanda

Neben meiner neuen Low Waste-Sonnencreme im Glasflakon, die ich sehr gern benutze, habe ich mir versuchsweise das Bunt– sowie auch das Weißwäschepulver bestellt. Beide Varianten enthalten nur wenige, dafür aber vollständig abbaubare Inhaltsstoffe: Waschsoda, Kernseife (von Sonett, aus nachhaltigem Anbau), Natron, Salz, Seifenkraut sowie auch Sauerstoffbleiche für die Weißwäsche. Beide Waschmittel tun, wofür sie geschaffen wurden: Ohne Probleme reinigen. Angekommen sind sie in einem Umkarton (ohne Plastik) sowie in Papiersäckchen eingepackt (ohne Plastikbeschichtung). Optional kann man das Pulver gleich in Glasbehältern bestellen, was für mich aber hinfällig ist, da ich diese selbst schon zuhause hatte. Eine Packung reicht für 40 Waschgänge und ist somit auch sehr ergiebig. 

Tom, das Gesicht hinter Villa Lavanda, verwendet Kernseife anstatt Tenside, da sie zu 100% von Mikroorganismen abgebaut werden kann. Das enthaltene Waschsoda sorgt dafür, dass die Kernseife nicht schon in der Waschmaschine vom kalkhaltigen Wasser abgebaut wird. Das Natron hat eine desodorierende Wirkung, das Salz sorgt für weicheres Waschwasser und das vegane Seifenkraut zaubert die Flecken weg. Die Sauerstoffbleiche im Weißwäsche-Pulver wirkt Grauschleier entgegen und ist ebenso zu 100% abbaubar. Ebenso kommen die Waschmittel ohne Duftstoffe und Parfum aus, was ich besonders schätze, da diese meist dort verbleiben, wo man sie eindeutig nicht haben möchte: Im Grundwasser. 

Das Märchen vom Weichspüler

Solltet ihr auf der Suche nach einem zugehörigen Weichspüler sein, werdet ihr ebenso im Shop fündig. Ich persönlich mag Weichspüler aber nicht wirklich. Er ist meist umweltschädigend, kann Allergien hervorrufen und schon einmal Mitmenschen in den Wahnsinn treiben, wenn er penetrant riecht. (Natürlich ist der Weichspüler von Villa Lavanda hier ausgenommen.) Ebenso, fun fact, braucht man ihn meist gar nicht! Es könnte unter Umständen sogar passieren, dass man der Wäsche damit mehr schadet als hilft, denn:

  • Funktionswäsche, also Sportbekleidung, verliert ihre Atmungsaktivität sowie die Saugfähigkeit, da sich der Weichspüler wie ein Film auf die Fasern legt. 
  • Handtücher verlieren ihre Saugfähigkeit, da die Stofffasern verkleben. So trocknen sie langsamer, was wiederum Bakterien erfreut, die sich durch Gerüche erkennbar machen.
  • Weichspüler greift synthetisches Gewebe an und leiert es aus. Man kennt das beispielsweise von Stretch-Jeans oder Dessous. Dasselbe gilt für Seide, Daunen oder auch Wolle. 
Gibt es ökologische Alternativen zu herkömmlichen Weichspülern?

Aber ja, ich weiß, ich weiß: Wir alle lieben den (sanften, nicht aufdringlichen) Duft frisch gewaschener Wäsche und die weiche Wäsche, die sich nach dem Trocknen so schön an unsere Haut schmiegt. Ganz nüchtern gesehen ist er aber einfach nur bedenklich für Mensch und Umwelt. Solltet ihr nach ökologischen Alternativen suchen, die nicht nur enorm billig, sondern auch biologisch abbaubar sind, greift notfalls zu Essig für Buntwäsche. Er enthärtet das Wasser, löst Kalkablagerungen sowie Waschmittelreste aus den Fasern (was wiederum zu weicherer Wäsche führt) und desinfiziert, was gerade bei Schweißgerüchen sehr vorteilhaft sein kann. (Der beißende Geruch verfliegt übrigens während des Trocknens.) Hier gilt jedoch unbedingt zu beachten:

  • Keinen Fruchtessig verwenden. 
  • Gefärbter Essig wird Flecken verursachen.
  • Essig niemals zusammen mit Bleiche benutzen, da sich giftige Gase bilden können. 

Wenn eure Wäsche doch einmal duften soll und ihr darauf trainiert seid, dass Wäsche aus der Maschine gut duften muss, dann greift doch einmal zu naturreinen, ätherischen Ölen. Fügt sie entweder dem Waschmittel oder dem Ersatz-Weichspüler zu, aber seid dabei sparsam, denn auch sie können in größeren Mengen der Umwelt schaden. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit den Ölen der griechischen Marke Bioselect gemacht, welche in Österreich von Calmterra vertrieben wird. 

Waschmittel für Selbermacher

(c) Sauberkasten

Solltet ihr Spaß am Selbermachen haben und euch dies im Haushalt zunutze machen wollen, möchte ich euch auch noch meine zweite Entdeckung ans Herz legen. Mit dem sogenannten Sauberkasten von Jeanette und Henriette könnt ihr nachhaltige Reiniger und Waschmittel ganz einfach selbst machen. 10 verschiedene Reiniger entstehen aus 6 altbewährten Hausmitteln. Alles, was ihr für euren Haushalt braucht, könnt ihr mithilfe des Sauberkastens einfach selbst machen. Eure Reiniger sind dann umwelt- und gesundheitsfreundlicher, vegan sowie palmölfrei. Zur Crowdfunding-Kampagne geht’s hier entlang. 


Welche Waschmittel verwendet ihr für eure Wäsche? Greift ihr zu ökologischen Mitteln oder nutzt ihr die üblichen Produkte aus dem Supermarkt? Womit habt ihr schon gute Erfahrungen gemacht? 

Euch gefällt, was ihr seht? Inspiriert mich mit einem Kommentar oder erntet gutes Karma und teilt diesen Beitrag in den unendlichen Weiten des Social Media. Ich freu mich und sag dankeschön! ♥

Mehr zu DIY-Reinigern für den gesamten Haushalt gibt’s hier.

9 Comments

  • Reply
    Irina
    17. Juli 2018 at 11:51

    Hallo
    leider enthält die verwendete Kernseife Sodium Palmate, was nichts anderes als Palmöl ist… sehr schade…

    • Reply
      Tanja
      18. Juli 2018 at 14:40

      Hy Irina!
      Ja, da hast du völlig recht, jedoch muss man bei Palmöl auch differenzieren, ob konventionell oder biologisch abgebaut. In diesem Artikel ging es vor allem primär um plastikfreie Wäsche, daher bin ich darauf nicht eingegangen. Sonett sagt übrigens dazu – und da geh ich ganz konform mit dem Zitatauszug: „Palmöl insgesamt abzulehnen ist zwar gut gemeint, schießt aber u.E. über das eigentliche Ziel hinaus. Die hohe Ergiebigkeit von Palmöl pro ha Anbaufläche ist unvergleichlich. Alle anderen Öle beanspruchen ein Mehrfaches an Fläche für den gleichen Ertrag. D.h. Palmölverzicht in großem Stil ginge nach hinten los und würde Urwaldrodungen eher beschleunigen statt verhindern. Es kommt u.E. darauf an, dass die Ölpalmen tatsächlich naturverträglich, d.h. ohne Pestizide, ohne synthetische Düngung und vor allem nicht in diesen gigantischen Urwald – verschlingenden Monokulturen angebaut werden.“ Wünschenswert wäre natürlich, wenn es auch fair gehandelt werden würde.

      Liebe Grüße
      Tanja

  • Reply
    Increased awareness
    2. November 2017 at 13:54

    Hallo Tanja,
    vielen Dank für die Produktvorstellung!
    Alternativen zu herkömmlichen Produkten zu finden, um plastikfrei meine Wäsche zu waschen und zu putzen steht ganz oben auf meiner Todo-Liste. In deinem Blogeintrag zum Aspekt Essig als Weichspüler schreibst du: „Der beißende Geruch verfliegt übrigens während des Trocknens“. Welche Menge an Essig fügst du denn deiner Wäsche zu? Und es ist sicher egal ob man die Wäsche an der Leine trocknen lässt oder den Trockner benutzt, oder? Ich bin bei dem Thema noch etwas unsicher und habe Angst mit meiner Experimentierfreudigkeit die Waschmaschine außer Betrieb zu setzten haha.
    Liebe Grüße,
    Alina

    • Reply
      Tanja
      9. November 2017 at 18:42

      Hy Alina!
      Sorry, dass ich dir erst jetzt antworte.

      „Beißend“, weil viele Menschen den Geruch von Essig nicht unbedingt als angenehm empfinden. Keine Sorge also. ;)
      Bezüglich der Füllmenge etwa 1 Schnapsglas Essigessenz. Zum Trockner kann ich dir leider nicht so viel sagen, da ich so ein Ding noch nie besessen habe. Prinzipiell, solltest du Angst haben deine Waschmaschine zu ruinieren, kannst du den Essig auch komplett weglassen und notfalls auf plastikfreie Öko-Alternativen zurückgreifen. Villa Lavanda hat, soweit ich weiß, auch Weichspüler im Glas im Sortiment.

      Liebe Grüße

  • Reply
    Ecofriendly Cleaning: Nachhaltiges Saubermachen mit nur drei Zutaten - blattgrün
    1. September 2017 at 22:01

    […] verwenden. (update September 2017: Mittlerweile habe ich neue Waschmittel gefunden, die ich euch hier […]

  • Reply
    Charlie
    21. August 2017 at 23:09

    Liebe Tanja!

    Ein wunderbarer Artikel, herzlichen Dank dafür. Das Villa Lavanda Waschmittel liest sich von den Inhaltsstoffen her wie BilleKs Waschmittel, welches auch auf Kernseifen-Basis und Natron gemischt wird. Für meine Wäsche kommt es nicht in Frage, da ich zum Teil Kunstfaser-Textilien (Bambusviskose etc) besitze, welche von Kernseife (und auch Saponinen wie in Waschnüssen) „blockiert“ werden – ich benötige aber wie du weißt deren Saugkraft ;) Daher würde mich sehr dieser spannende Sauberkasten interessieren – weißt du welches Tensid bzw. welche Alternative dort zum Einsatz kommt?

    Extrem spannend würde ich Wasch-Experimente mit selbstgemachtem Waschmittel finden, wie beschrieben das von Bille K oder auch aus Efeu oder Kastanien. Wenn du da Lust auf ein gemeinsames Projekt hast, meld dich gern :)

    • Reply
      Tanja
      22. August 2017 at 11:54

      Hy Charlie!
      Soweit ich weiß, wird im Sauberkasten Kernseife verwendet. Vermutlich im Zusammenspiel mit Natron. Ich kenn aber die Rezepte nicht, daher kann ich dazu nichts Näheres sagen.
      Einzig der Teil mit den Kunstfasern verwirrt mich ein bisschen. Ebenso die Variante mit Efeu/Kastanien, die ja auch ihre Waschleistung durch Saponine erhalten. Magst du mir bitte erklären, warum Tenside/Saponine die Fasern der Bambusviskose blockieren? Ich versteh’s leider nicht noch nicht so ganz.

      Liebe Grüße

  • Reply
    Sharon | Greeny Sherry
    21. August 2017 at 12:56

    Liebe Tanja,
    ein sehr schöner und informativer Beitrag, gefällt mir richtig gut und regt zum Nachdenken an, die ganze Plastikverpackung beim Waschmittel nervt wirklich. Ich muss sagen, der „Sauberkasten“ spricht mich total an, den werde ich mir mal genauer anschauen, Danke für den Tipp!
    Liebe Grüße
    Sharon :)

    • Reply
      Tanja
      22. August 2017 at 11:56

      Hey Sharon!
      Ich freu mich sehr über dein Lob und dass du’s bis zu mir geschafft hast. :) Ich denk auch, dass der Sauberkasten eine tolle Alternative für alle ist, die sich gern mal näher mit dem Thema Umweltschutz bzw. natürliche, plastikfreie Waschmittel auseinandersetzen wollen.

      Liebe Grüße
      Tanja

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