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Von trauernden Kühen und blitzschnellen, regionalen Nussdrinks

Milch ist aus gesundheitlichen sowie auch ethischen Gründen ein eher sensibles Thema in der Gesellschaft. Wer sich dazu entscheidet auf Milch zu verzichten, muss häufig zu veganen sowie teuren Nussdrinks greifen oder diese selbst mit einem Hochleistungsmixer aus Nüssen, Kernen und Samen herstellen. Was aber, wenn ich euch erzähle, dass man vegane Milchalternativen blitzschnell zubereiten kann und das sogar preiswert? Mehr dazu gibt’s im heutigen Artikel. 

Der Mensch ist das einzige Lebewesen der Erde, das die Milch einer anderen Spezies trinkt.

Das Thema Milch ist derzeit in aller Munde. Nicht zuletzt, weil das vegane Pendant seit Neuestem nicht mehr Nussmilch sondern Nussdrink heißen muss. Einmal ganz abgesehen davon, dass Kuhmilch prinzipiell für kleine Kälber optimiert ist. Warum erzähl ich euch das?

Für jeden Liter Milch, den ihr trinkt, muss irgendwo ein Kälbchen sterben. Eigentlich logisch, denn Kühe geben nur Milch, wenn sie kleine Kühe gebären. Damit die Kuh also laufend Milch gibt, muss sie laufend neues Leben in die Welt setzen. Da das Kälbchen normalerweise 10 Monate lang an der mütterlichen Zitze saugt, wird dieses kleine weibliche Wesen den Müttern entweder direkt nach der Geburt weggenommen und geschlachtet oder zur Milchkuh herangezogen. Die Milch der Mutterkuh wird dann etwa 10 Monate lang für artfremde Zwecke abgepumpt und steht kurze Zeit später bei uns im Kühlregal. Danach wird sie wieder neu befruchtet und alles beginnt von vorne. Männliche Kälbchen hingegen werden gemästet, um als Steak den Weg auf den Teller zu finden. Als Nahrung gibt es für sie übrigens nicht Kuhmilch, sondern Milchaustausch. Soviel zur Hintergrundgeschichte des weißen Frühstücksaccessoires. 

Ich möchte keineswegs mit dem erhobenen Zeigefinger belehren oder euch zum Veganer bekehren, der ich ja selbst nicht zu 100% bin, doch sollte man als mündige/r KonsumentIn wissen, wie die Nahrungsmittel, die man zu sich nimmt, produziert werden. 

Aber vegane Nussdrinks sind so teuer, Milch dagegen auch für den kleinen Geldbeutel!

Kein Wunder, denn konventionelle Milch wird unter katastrophalen Bedingungen hergestellt. Amputationen, Spaltenhaltung auf kleinstem Raum, Antibiotika, Milchaustausch und Tiermehlfütterung (trotz der Tatsache, dass Kühe Pflanzenfresser sind) sind nur die Spitze des Eisbergs. Dabei darf man aber nie vergessen: 

Kühe verfügen über ein Langzeitgedächtnis und sind imstande, voneinander zu lernen. Sie sind sehr neugierige und intelligente Tiere. Kühe bilden feste, lebenslange Freundschaften. Sie trauern über den Verlust von Artgenossen und können wie Menschen weinen. (Vebu)

Die Richtlinien bei Bio-Milch sind zwar ein Stück besser, aber nicht die Lösung des Problems. (Solltet ihr dennoch nicht ohne Kuhmilch können, greift bitte unbedingt auf Bio-Milch zurück und informiert euch im Bestfall über die Haltung der Milchkühe.) An dieser Stelle kommen die veganen Alternativen ins Spiel. Aber: Nussdrinks sind im Handel immer noch etwa zwei- bis dreimal so teuer sind wie die tierische Alternative. Ich selbst trinke zwar wahnsinnig gerne Mandelmilch und baue sie in allerlei Rezepte ein, doch auch ich greife mittlerweile aus Kostengründen auf die DIY-Variante zurück. Dennoch wird es auch hier oft teuer, denn Mandeln, Cashewkerne und Haselnüsse sind bei starkem Verbrauch nicht gerade für den kleinen Geldbeutel gemacht. Ebenso braucht man einen Mixer, wenn möglich mit hoher Drehzahl, und auch Zeit, um ein optimal-cremiges Ergebnis zu erzielen. Wie gut also, dass es Nussmus gibt. Nussdrinks aus Musen herzustellen ist nämlich total easy, frei von Tierleid und schont zudem den Geldbeutel. 

nussdrinks_blattgrün

Blitzschnelle Hanfmilch aus Hanfnuss-Mus

Das Rezept ist denkbar einfach. So einfach, dass es nicht einmal ein Rezept als solches braucht.  100ml Wasser | 1 EL Mus | eine Prise Salz | optionale Süße nach Belieben

Wenig Aufwand, besserer Preis. Die Zutaten werden im Mixer oder mit dem Pürierstab gemixt. Man könnte die Zutaten letztendlich aber einfach in ein Glas geben, gut verschließen und intensiv schütteln. Wer mag, kann sie im Nachhinein auch noch durch ein feines Sieb oder einen Nussmilchbeutel abseihen. Die Milchalternative ist anschließend im Kühlschrank zwei Tage haltbar. Das Rezept für die Kekse, die ihr am Foto erblickt, findet ihr übrigens hier

Welche Nüssen, Samen und Kerne eignen sich für vegane Milch?

Ein Sammelsurium an Möglichkeiten! Mittlerweile gibt es Unmengen an Musen aus Nüssen, Kernen und Samen. Ich bin derzeit sehr verliebt in das Hanfnuss-Mus* von Green Panda. Der grüne Panda fährt nämlich nun, zu meiner Begeisterung, auf der Regionalitätsschiene weiter und verarbeitet seit Neuestem vermehrt heimische Superfoods. Ein Label, welches zumindest bei den heimischen Produkten vom Anbau über die Verarbeitung bis zur Abfüllung auf kurze Wege achtet und dabei die Umwelt schon. Natürlich bio. Natürlich vegan. Well, hello there beautiful! Perfekt für die blitzschnelle Nussmilch. 

Geheim-Snacktipp: Wenn das Mus nicht in für vegane Drinks verwendet wird, packt es mit ein wenig Dattelsirup oder klein gehackten Datteln sowie Rohkakao oder Zimt auf Apfelscheiben. 

Die Muse des österreichischen Unternehmens kommen in kleinen Glasbehältern mit Aluminiumdeckel zu euch nach Hause, was zumindest ein bedachtes Recycling implizieren kann. Wie ich finde eine umweltbewusste(re) Alternative zu den beschichteten Nussdrink-Tetrapacks und Plastikverpackungen. Da sich das Mus, aufgrund des Fettgehalts, in Reinform auch länger hält als handelsübliche Fertig-Nussdrinks muss auch nichts verschwendet und weggeworfen werden. 


Wie steht ihr zum Thema Kuhmilch und Milchproduktion? Yay or nay? Welche Alternativen könnt ihr empfehlen? 

Euch gefällt, was ihr seht? Inspiriert mich mit einem Kommentar oder erntet gutes Karma und teilt diesen Beitrag in den unendlichen Weiten des Internets. Ich freu mich und sag dankeschön! ♥

*PR-Sample | Danke an das Team von Green Panda für das kostenfreie Testprodukt 

2 Comments

  • Reply
    Carina
    9. September 2017 at 17:55

    Du meinst sicher trauernde Kühe und nicht Küchen… ;-)
    Die Überschrift hat mich zuerst kurz verwirrt, im Text wird es dann natürlich klar was gemeint ist…

    • Reply
      Tanja
      9. September 2017 at 18:32

      Auweh! :D :D :D Danke, meine Liebe!
      Ich mag aufmerksame Leserinnen! ;)
      Liebe Grüße

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