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Muss faire Mode immer teuer sein? {Werbung}

Muss nachhaltig teuer sein? | Grundstoff | Blattgrün

Glücklicherweise unterscheidet sich nachhaltige und faire Mode heutzutage nicht mehr großartig von konventioneller Kleidung. Das altertümliche Image eines steifen Ökohippie-Wollpullovers mit der Aufschrift „Rettet die Wale“ weicht seidenweichen Stoffen, modernen Schnitten und bringt eine Vielzahl großartiger Benefits mit sich, die Fast Fashion bis heute nicht vorweisen kann. (Wale retten bleibt aber natürlich trotz allem obligat!)

Warum nachhaltige Slow Fashion statt konventioneller Mode aus dem Wühlkörbchen?

80 Milliarden neue Kleidungsstücke landen jährlich weltweit in den eigenen Kleiderschränken, jedes fünfte davon wird aber so gut wie nie getragen. Vieles wird also kurzum nur produziert, um kurz darauf wieder weggeworfen und/oder verbrannt zu werfen, weil es A: einem neuen Trend weicht oder B: schneller kaputt geht, als man Wegwerfgesellschaft sagen kann. 

Das ist natürlich nicht nur sehr ungünstig für die Umwelt, sondern auch fatal, wenn es um’s geliebte Geld geht, das wir fleißige Arbeitsbienen Tag um Tag verdienen. Denn es gibt etwas, das wir immer wieder einmal vergessen, wenn uns der schnelllebige Konsumoverload Herzchen in die Augen zaubert: Ein Shirt kostet drei Euro, weil andere den Preis dafür zahlen. Ein Shirt kostet drei Euro, weil die Industrie genau weiß, dass es zwei Monate später wieder neue Shirts mit neuen Mustern und neuen Schnitten um drei Euro geben wird, damit wir uns der Gesellschaft zugehörig fühlen können. Ein Shirt kostet drei Euro, weil wir immer wieder lieber Shirts um drei Euro kaufen werden als um 15, auch, wenn wir das im ersten Moment nicht bereifen und dieser Weg langfristig der Kostenintensivere ist. Hauptsache, wir haben wieder ein neues sowie billiges Hilfsmittel zur nonverbalen Selbstdarstellung und Serotonin im Überfluss. 

Muss nachhaltig teuer sein? | Grundstoff | Blattgrün

Die konventionelle Modeindustrie ist klug und beschäftigt dementsprechend viele kluge Geister, die euren Selbstwert auf wundervoll psychologische Weise mit Konsumdruck (verzeiht die Wortwahl) penetrieren.

Ein Shirt kostet zwar nur drei Euro, aber bei einem Shirt bleibt es natürlich kaum, denn wir sind auf Sicherheit gepolt und umso mehr wir besitzen, desto besser, selbstsicherer und zugehöriger fühlen wir uns. Also kaufen wir nicht ein, sondern fünf Shirts (wen kümmert’s, wenn sie eh so billig sind), landen zwei Monate später wieder an derselben Stelle (die alten Shirts sind out oder kaputt) und kaufen erneut ohne Nachzudenken (schmeiss ich die alten Shirts halt weg…)! 

Dieses gängige System der Wegwerfgesellschaft ist im Kern aber eigentlich nur provisorisch, manipulativ und macht uns körperlich sowie seelisch krank, während es gleichzeitig Makellosigkeit, Perfektion und Glück am Fließband verspricht. Denn haben wir endlich das, von dem wir anfangs nicht einmal wussten, dass wir es brauchen, kommt schon wieder der nächste Trend, der unser Dopaminlevel in die Höhe schnellen lässt. 

Wir kaufen Kleidung aus so vielen Gründen und die meisten davon haben so überhaupt nichts damit zu tun, ob uns im Winter warm genug ist, ob sie uns schadet oder ob wir die nächsten 10 Jahre versorgt sind. Wir kaufen romantisierten Lifestyle und definieren uns nur zu gern über das, was wir am Körper tragen. Hier will ich mich natürlich nicht komplett ausschließen! Ich schätze Intellekt und Empathie zwar deutlich mehr als Kleidung, aber mal ehrlich: Ich lauf ja auch nicht im Kartoffelsack herum… Jedoch verzichte ich gerne auf die wöchentliche Wühltischatmosphäre und greife bei Bedarf lieber zu einfachen sowie gemütlichen Teilen, die das tun, was sie sollen: Das Fell ersetzen, welches mir im Zuge der Evolution abhanden gekommen ist. Ergo: Wärmen, kühlen oder vor Umwelteinflüssen schützen. Ohne viel Schnick Schnack, dafür langlebig. Optimalerweise seh ich dabei auch noch gut aus – Andernfalls hab ich zumindest immer noch das gute Gewissen, da die Kleidung fair produziert wurde. 

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Aber geht fair denn überhaupt auch kostengünstig?

Der einzige nachvollziehbare Grund für mich heutzutage noch Kleidung aus, nennen wir sie einfach mal, „unfairer“ Produktion zu kaufen, ist ja eigentlich nur der Preis. Natürlich kann man ein Bio-Shirt aus fairer Produktion nicht zum Spottpreis in den Markt schießen. Die Gründe dafür habe ich euch hier schön aufgelistet. Das muss jedoch auf der anderen Seite auch nicht bedeuten, dass faire Mode automatisch unbezahlbar ist. Glücklicherweise steht der nachhaltige Sektor dem bequemlichen Fast Fashion-Bereich nämlich mittlerweile in nichts mehr nach, denn auch hier kann man für jede Gelegenheit, jeden Charakter und jeden Preis die richtigen Stücke finden. 

Gut, nachhaltig-fairen Konsum als solches gibt es natürlich nicht. Alles, was wir kaufen (abgesehen von Second Hand), muss nunmal neu produziert werden, benötigt Ressourcen und landet am Ende im Altkleidercontainer oder im Mülleimer. Deshalb ist es immer besonders praktisch mit kritischem Bewusstsein nach Kleidungsstücken zu suchen, die A: nicht aus der Mode kommen und B: schon mal ein paar Jahre problemlos halten, ohne sich während des Tragens aufzulösen. Wenn möglich nicht nur bio, sondern auch fair produziert. Weil: Gut für unser Zeitmanagement. Gut für unseren Geldbeutel. Gut für unsere Gesundheit. Gut für unsere Umwelt. Gut für die Menschen, die unsere Kleidung produzieren. 

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Bestenfalls greift man auf Basics zurück, die nicht nur wandelbar und zeitlos, sondern auch wundervoll kombinierbar und simpel zugleich sind. Abseits von Trends oder Hochglanzmagazinen. Kleidung, die nicht nur die Seele streichelt, sondern auch ohne Leichen oder schädliche Chemie den Weg in den Kleiderschrank findet. (Ich persönlich mag die einfache Jeans-Shirt-Kombi sehr gern. Gerne auch die Pulli-Leggings-Variante. Hauptsache bequem, Hauptsache alltagstauglich, ohne, dass ich dabei alle paar Minuten an allen Enden herumziehen und zupfen muss.)

Aus all diesen Gründen möchte ich euch heute Grundstoff vorstellen. Einer meiner liebsten Anlaufstellen für faire Mode, die auch für das kleine Studentenkonto gemacht ist. Dem Onlineshop von Denis und Nico habe ich schon 2013 mein Herz geschenkt, nachdem ich mir dort mein erstes paar faire Sommerschuhe zugelegt habe. Darauf folgten im Laufe der Zeit noch ein paar andere Stücke für den Kleiderschrank. Auch der kuschelige Recycling-Pullover von MUD jeans, der im Artikel über das ABC der nachhaltigen Textilfasern (sowie gefühlt auf jedem zweiten Foto meines Instagram-Feeds) zu finden ist, kommt vom Webshop aus Dietzenbach. Neu eingezogen sind gerade ein weißes Basicshirt, eine neue Leggings und ein weißer Sweater, da ich in der kalten Jahreszeit weniger als Mensch, sondern eher als Eiszapfen dahinvegetiere. (Alle drei Teile waren, der Transparenz wegen, übrigens PR-Samples. Den Sweater auf den Fotos findet ihr hier, das Shirt auf den Fotos hier und die Leggings ohne Fotos gibt’s hier zu kaufen.) 

Was macht Grundstoff für mich so besonders? 

Der Webshop setzt nicht nur auf faire Produktionsbedingungen sowie engen Kontakt zu Lieferanten und Herstellern, sondern auch auf attraktive Preise, um faire Mode auch für die Masse zugänglich zu machen. Und ich sage bewusst attraktiv und nicht billig. Das Konzept trifft für mich definitiv den Zahn der Zeit, denn was 2007 in einer Scheune gestartet wurde, mauserte sich vom Nischen- zum Mainstreamshop. Mainstream hat zwar immer so einen negativen Unterton, doch wenn man bedenkt, dass jedes faire Shirt auf der Strasse ein gutes Shirt ist, darf man hier getrost eine Ausnahme machen. 

Heute findet ihr im Webshop über 3600 Öko-Basics aus Biobaumwolle, Wolle/Seide aus kbT, Modal, Tencel und Hanf mit GOTS, FWF und Fairtrade-Siegel, die es teils auch schon unter 10 Euro zu kaufen gibt. Dass Grundstoff ganz nebenbei klimaneutrale Päckchen versendet und mit Ökostrom ausgestattet ist, macht den Einkauf gewissenstechnisch gleich noch befriedigender. Ebenso waren alle meine Einkäufe bis dato plastikfrei und nur dezent eingepackt, was ich besonders schätze. Zu jedem Produkt im Webshop gibt es eine ausführliche Erklärung, Backgroundinfos, Nachhaltigkeitstransparenz und eine Größtentabelle, um missglückte Käufe und somit Retouren zu vermeiden. Demnächst sind auch noch detaillierte Produktvideos geplant, also ein kleines Einkaufserlebnis par exellence. 

Diese niedrigen Preise resultieren natürlich nicht aus unethischen Produktionsbedingungen, sondern aus dem Verzicht auf unnötigen Schnick Schnack wie Aufdrucke, Stickereien oder andere Veredelungen. Minimalistisch, preiswert und zeitlos. (Das weiche Tragegefühl auf der Haut ist übrigens bei jedem meiner Grundstoff-Stücke Gold wert!) Auch, wenn dieser Artikel nicht gesponsert wäre, würde ich euch Grundstoff wärmstens weiterempfehlen, denn das einzige Manko für mich war bis vor kurzem noch der Aufbau des Webshops, doch seit der Neugestaltung kann ich nicht einmal mehr darüber meckern…

Guckt doch mal ganz unverbindlich rein, stöbert euch durch das Sortiment und, ganz wichtig, kauft natürlich nur, was ihr auch wirklich benötigt! Kennt ihr Grundstoff schon? Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Webshop gemacht? 

Ich liebe es von meinen LeserInnen zu lesen! Inspiriert mich mit einem Kommentar oder erntet gutes Karma und teilt diesen Beitrag in den unendlichen Weiten des Internets. Ich freu mich und sag dankeschön! ♥

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