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{Less Waste} Von Haarseifen, festem Shampoo und umweltfreundlicher Haarwäsche

{Less Waste} Von Haarseifen, festem Shampoo und umweltfreundlicher Haarwäsche | Blattgrün

Unbezahlte Anzeige* / Man möge meinen, dass Haarseifen und sog. „shampoo bars“ recht viel gemein haben, aber eigentlich hören die Gemeinsamkeiten direkt bei der Festigkeit auf. Was es mit den umweltfreundlicheren Alternativen zu konventionellem Shampoo aus der Plastiktube auf sich hat, erfahrt ihr im heutigen Artikel.

Erst kürzlich habe ich euch auf Instagram gefragt, ob ihr ebenso feste sowie umweltfreundlichere Variationen des konventionellen Shampoos benutzt oder Fragen zu Haarseife und shampoo bars, also festes Shampoo, habt. Danke, wie üblich, an dieser Stelle für den vielen Input, den ich hier im Beitrag verwenden kann, und die Fragen, die ihr dazu habt. Ich selbst hab vor Jahren damit angefangen vom konventionellen Flüssigshampoo auf Organic Shampoo ohne Mikroplastik, also z.B. Silikone, umzusteigen. Warum aber eigentlich? 

SILIKONE SCHAFFEN DIESE WUNDERVOLLE ILLUSION, DASS UNSER HAAR MIT KONVENTIONELLEN PRODUKTEN LEICHTER KÄMMBAR UND GLÄNZENDER WIRD. EIN HEALTH BOOST FÜR DIE HAARPRACHT WENN MAN SO WILL.

Leider aber ist es im Prinzip nur so, dass sich Chemie en masse wie ein Film auf die Haarstruktur legt, welche verhindert, dass die Haar und Kopfhaut atmen können und auch Feuchtigkeit aufnehmen. Dabei sollten sie eigentlich GENAU DAS tun. Am Ende wird es also nur schnell strohig und wir müssen immer häufiger waschen. Das ist mitunter auch der Grund, warum manche Menschen, welche die No-Poo-Methode anwenden, mit der Zeit weniger oft waschen müssen als Menschen, die zu konventionellen Mitteln greifen. Manche Shampoos enthalten außerdem Reizstoffe, die Kopfhautjucken verursachen und Allergien auslösen können. 

Wiederum einige Zeit später wollte ich den Fokus dann auf umweltfreundlichere Verpackungen legen und hab mich, statt Bio-Shampoo aus der Tube, an Haarseifen herangewagt, da es sie größtenteils verpackungsfrei oder in Papier gewickelt zu kaufen gibt. Von diesen bin ich jedoch bis heute nicht zu 100 Prozent begeistert, da sich meine dichten Haare, trotz saurer Rinse, immer wieder unangenehm beschwert anfühlen. Die Roggenmehl-Variante steht übrigens ebenso auf meiner Liste, jedoch bin ich da wegen des Abflussproblems ein wenig kritisch, auch, wenn immer wieder gesagt wird, dass die Leitungen damit klar kommen. 

Womit ich derzeit sehr viel Freude habe, sind die festen Shampoos, die ich vor einigen Monaten bei Sauberkunst entdeckt habe. Mein „Ökompromiss“ sozusagen. Mehr dazu aber ein wenig später. 

WO LIEGT JETZT EIGENTLICH DER GENAUE UNTERSCHIED ZWISCHEN HAARSEIFEN UND SHAMPOO BARS?

Die beiden Alternativen zum Flüssigshampoo haben, bis auf die umweltfreundlichere Verpackung, eigentlich nicht recht viel gemeinsam. Ich liste euch nachfolgend ein paar Unterschiede auf und gehe bei den anschließenden Fragen auch ein wenig näher auf so manche Punkte ein. 

Info: Smartphone für die ganze Tabelle bitte einmal in Querlage drehen. (Leider nicht so ganz mobile-optimiert.)

  Haarseife (Shampooseife) Festes Shampoo (shampoo bars)
Bestandteile besteht aus natürlichen Ölen, Fetten sowie Natronlauge besteht aus Tensiden, Ölen und Fetten 
Herstellung benötigt Zeit zum „Reifen“ und ist durch die ätzende Lauge relativ gefährlich in der Herstellung kein Zusatz von Lauge, daher beim Anrühren kaum gefährlich
Umstellung Die Umstellung kann zu Beginn schwierig sein, da man den passenden Grad der Überfettung erst mal herausfinden muss. Es gibt kaum Umstellungsprobleme, da es im Prinzip das feste Äquivalent zum Flüssigshampoo ist.
Reinigung Ein Nachteil der Haarseife ist, dass sich bei sehr hartem – also sehr kalkhaltigem Wasser – sogenannte „Kalkseife“ bilden kann. Diese entsteht, da die im Kalk enthaltenen Kalzium- und Magnesiumsalze die Waschleistung der Seife mindern.  Aufgrund der Zusammensetzung und des anderen pH-Wertes als Seife ist hier meist keine Saure Rinse erforderlich, da es nicht zur Bildung von Kalkseife kommt.

Info: Für die Antworten bitte auf die jeweilige Frage klicken.

Welche Vorteile haben Seifen und shampoo bars zum Flüssigshampoo?

Die meisten Seifen und festen Shampoos sind lose oder in Papier verpackt. Viele berichten auch, dass das Haar mehr Volumen durch die Haarseife bekommt und sie recht gut für die Kopfhaut sein sollen (was wahrscheinlich auch stark seifenabhängig ist). Ein weiterer Pluspunkt ist außerdem, dass mit dem Kauf der Haarseifen oft kleinere Unternehmen unterstützt und die großen Konzerne eher vermieden werden. Zudem sind die Seifen in fester Form oder auch festes Shampoo sehr praktisch auf Reisen mitzunehmen.

Wie soll ich meine Haarseife/meine shampoo bar lagern?

Bitte bitte bitte IMMER trocken legen! Dazu eignen sich Seifenablagen, die Löcher oder Rillen haben, damit das Restwasser auf eurem Produkt gut ablaufen kann. Ein kleiner luftiger Schwamm, Sisal oder Seifenbeutel tun es ebenso. Kann sie nämlich nicht gut durchtrocknen, wird sie matschig und mit der Zeit auch recht unansehnlich. 

Wie lange dauert die Umstellung auf umweltfreundliche Alternativen, bis mein Haar damit zurechtkommt?

Ich glaube, das kann man so kollektiv nicht sagen. Manches motivierte Haupt kommt sofort damit zurecht, andere Köpfe wiederum brauchen etwa 2-3 Monate um sich an die neuen Gegebenheiten ohne Silikone und Co. anzupassen. Es kann vorkommen, dass die Haare zu Beginn recht spröde und glanzlos wirken, da ihnen die chemisch hergestellten Haarglätter fehlen, die sich in den herkömmlichen Shampoos befinden. Das legt sich aber nach den ersten paar Haarwäschen, da das Haar mit der Zeit versteht, dass es sich wieder selbst um die Schutzschicht kümmern muss.

Ich persönlich habe schon Jahre vorher nicht mehr mit Silikon gewaschen und hatte keine Probleme damit auf shampoo bars umzusteigen. Bei Haarseifen tu ich mir jedoch tatsächlich immer noch schwer, weil ich einerseits sehr dicke sowie lange und andererseits auch nicht gerade wenig Haare hab. Für mich ist somit die milde SLSA-Alternative bis dato die bessere Wahl, weil meine Haare viel besser damit zurecht komme und ich mir die saure Rinse sparen kann. Aber wie gesagt: Die Roggenmehl-Methode geistert immer noch sehr präsent in meinem Kopf herum. 

Was heißt „Ver- oder Überfettung“?

Eine Haarseife ist ja, im Vergleich zur shampoo bar, eine richtige Seife. Das heißt wiederum, dass sie aus Fett und Lauge besteht, die miteinander verseift werden. Das wiederum heißt, dass die Seife mehr oder weniger rückfettend sein kann. Je nachdem, wie viele und welche Öle bzw. Fette man verwendet. Nach der Verseifung verbleibt dann ein Teil des Öls zurück und das nennt man dann am Ende „Überfettung“.

Je höher die Überfettung ist, desto pflegender ist die Haarseife zwar, aber auch schwerer. Viele Hersteller schreiben den Grad der Überfettung in Prozentangaben auf die Verpackung oder teilen ihn euch bestimmt auch gerne auf Anfrage mit. Hier müsst ihr für euch selbst austesten welcher Grad euren Haaren gut tut. Eine niedrige Überfettung trocknet eher aus, eine starke Überfettung beugt der Austrocknung vor. Wenn ihr euch durchprobiert und den richtigen Grad gefunden habt, seid ihr mir definitiv schon weit voraus.

Saure Rinse – Yay or nay?

Diskussionsthema: Essigspülung. Manche brauchen sie, andere wiederum können damit gar nichts anfangen. Eine saure Rinse ist übrigens nichts anderes als 2 EL Essig pro Liter kaltem Wasser. Sie wird vermischt und im Anschluss nach der Haarwäsche über den Kopf gekippt. Diese Zusammensetzung hat zwei Vorteile:

1. Sie kann Kalkseifenreste aus den Haaren entfernen, die entstehen, wenn man zuhause relativ hartes Leitungswasser hat. Das Prinzip ist ein bisschen so wie beim Enthärten von Wasserkochern oder Kaffeemaschinen. 2. Sorgt sie dafür, den pH-Wert der Kopfhaut nach der Wäsche mit basischer Seife wieder auszugleichen. Wer kaltes Wasser benutzt, sorgt auch dafür, dass sich die Haarstruktur wieder besser und schneller schließen kann und sich die Haarschuppen wieder besser am Haar festigen. Eine Art Glättung sozusagen.

Ich verwende sie, trotz fehlender Haarseife, trotzdem gerne einmal zwischendurch, da wir recht kalkhaltiges Wasser haben und ich die Erfahrung gemacht habe, dass meine Haare die Rinse auch ohne Seifenwäsche sehr befürworten. 

Wie verwende ich meine Haarseife?

Am einfachsten ist es wahrscheinlich, mit dem Seifenstück einfach über die Kopfhaut zu fahren, so den Schaum zu erzeugen und gut in das Haar einzumassieren. Man kann aber auch den Schaum mit den Händen erzeugen und dann erst auf den Kopf geben. In der Regel braucht man die Längen nicht einzuschäumen, hier reicht der Schaum, der beim Ausspülen runter läuft. (Gilt übrigens für jede Art Shampoo.) Manchmal kann es sinnvoll sein die Haare mehrfach einzuschäumen, vor allem dann, wenn sie sich schwer und fettig anfühlen. Man erkennt es ganz gut an dem Schaum, bildet sich nicht genug, schäumt man ein zweites oder gar drittes Mal.

Wichtig ist vor allem, egal ob flüssig oder fest, die Haare wirklich gründlich auszuspülen! Alles, das an Shampoo im Haar verbleibt, sorgt für Irritationen und ein strähniges Ergebnis. 

Wie lange hält eine shampoo bar?

Ich hab mir damals eine Probe bestellt, die etwa 15 Gramm hatte. Damit bin ich, bei zwei Wäschen in der Woche, gut einen Monat ausgekommen. Meistens höre ich davon, dass die festen Shampoos, ob Seife oder bar, etwa 3x länger halten als eine herkömmliche Flasche und kann mir das so auch ganz gut vorstellen. Wer also mit einer Flasche gut einen Monat auskommt, kann schon mal drei Monate lang Freude am umweltfreundlichen Äquivalent haben.

Schäumen shampoo bars ebenso wie normales Flüssigshampoo?

In meiner shampoo bar wird ein mildes Tensid verwendet, welches für die Naturkosmetik zugelassen ist und z.B. auch in Babyshampoos verwendet wird. Dieses nennt sich SLSA, darf aber nicht mit dem billigen SLS verwechselt werden, dass du Hautirritationen führen kann und normalerweise in der konventionellen Industrie verwendet wird. Das SLSA sorgt für genügend Schaum.

Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass es etwas mehr schäumt, wenn man die shampoo bar vorher kurz in lauwarmes Wasser legt und dieses Einweichwasser dann einfach ebenso im Anschluss zum Waschen verwendet. Heißt kurzum: Wenn angefeuchtet, schäumt sie schneller. 

Wie schon weiter oben erwähnt, nutze ich seit einiger Zeit mein persönliches Minimalismus-Set von Sauberkunst recht ausgiebig. Heißt: Rasierseife, Körperseife (Merlin) und festes Shampoo (Kirschblüte). Die Rasierseife ersetzte bei mir etwa ein bis zwei Rasierschaum-Dosen, das feste Shampoo hat bis dato fast 2 Flaschen Shampoo eingespart und auch die feste Körperseife ersetzt bis jetzt gefühlt Unmengen an Flüssigseifenverpackung. Und das, meine Lieben, sind allein nur die kleineren Proben, die ich selbst vor gut zwei Monaten bestellt habe. I mean: how cool is that? 

{Less Waste} Von Haarseifen, festem Shampoo und umweltfreundlicher Haarwäsche | Blattgrün

Ich weiß leider nicht mehr wer, und vor allem wie viele liebe Menschen da draußen, mir das deutsche Unternehmen vor gut einem Jahr empfohlen hat, bin aber zumindest an dieser Stelle nachträglich sehr dankbar für den Tipp. Da ich nach meiner ersten (selbst bezahlten) Proben-Bestellung zu meiner Freude einige Wochen später auch ein kleines PR-Packerl zugeschickt bekommen habe, konnte ich auch in den Genuss des Shea Mousse und des festen Deos kommen. Auch mit diesen beiden Proben bin ich sehr zufrieden.

Mein Paket kam übrigens, bis auf ein paar wenige kleine Klebestreifen um die Seifenstücke, ohne Plastik zu mir nach Hause. Die festen Produkte hatten eine Papier-Banderole um, während die weniger festen Produkten in Aluminiumdosen eingepackt waren, die sich auch nach dem Aufbrauchen gut weiterverwenden lassen. Vegan, palmölfrei, sehr ergiebig und schon fast zero waste. Große Liebe dafür! 

FAZIT

Wer kaltgerührte Seifen, auf Basis natürlicher Zutaten verwendet, lebt auf alle Fälle viel nachhaltiger als mit konventionellem Shampoo. Auch mit shampoo bars lässt es sich umweltfreundlicher leben, insofern man auf milde Tenside in der Zutatenliste achtet. 

Womit wascht ihr euch den Kopf? Lieber flüssig oder fest, poo oder no poo, umweltfreundlich oder konventionell? Ich liebe es von meinen LeserInnen zu lesen! Inspiriert mich mit einem Kommentar oder erntet gutes Karma und teilt diesen Beitrag in den unendlichen Weiten des Internets. Ich freu mich und sag Dankeschön! ♥ Eure Tanja

*Anzeige / Dieser unvergütete Artikel enthält PR-Samples der Marke Sauberkunst,
welche meine Meinung jedoch natürlich nicht beeinträchtigen.
Vielen Danke an dieser Stelle für das liebe Paket, Max! 

7 Comments

  • Reply
    [Entdeckt] Spannendes im August – Lebenseinblicke
    2. September 2018 at 12:55

    […] Shampoos, Haarseifen? Wo liegt hier eigentlich der Unterschied? Tanja erklärt anschaulich und verständlich wo dieser liegt und was sie aktuell […]

  • Reply
    Anja
    9. August 2018 at 21:33

    Ich habe Anfangs die Haarseife benutzt, leider kam ich damit überhaupt nicht zu recht… wir haben sehr hartes und kalkhaltiges Wasser somit konnte ich die Seife nicht richtig ausspülen. Die Rinse wollte ich nicht drüber geben, da ich den Geruch von Essig absolut nicht ausstehen kann. Jetzt verwende ich festes Shampoo und bin sehr zufrieden :) Liebe Grüße

  • Reply
    Andy
    23. Juli 2018 at 21:44

    Wahnsinn… eine Menge, die ich dazu noch nicht wusste…. Gott sei Dank habe ich so etwas noch nie benutzt. Die beste und natürlichste Alternative zum Haarewaschen ist für mich Wascherde geworden. Sie reinigt besser als Seife und nicht aggressiv für Haut und Haare. Es ist ein tolles Gefühl und Natur pur! Liebe Grüße!

    • Reply
      Tanja
      24. Juli 2018 at 12:16

      Hey Andy!
      Wascherde hab ich schon ein paar Mal ausprobiert, aber meinen Haaren daugt die leider gar nicht. :/ Hast du ’nen Tipp für mich? Meine Haare waren danach immer komplett spröde.
      Liebe Grüße auch an dich!

  • Reply
    Vanessa
    23. Juli 2018 at 20:30

    Ich wasche meine Haare seit ca. 1 Jahr mit Roggenmehl. Ab und an mache ich auch eine saure Rinse. Umstellungsprobleme hatte ich keine, wahrscheinlich weil ich davor auch schon Shampoo ohne Silikone genutzt habe. Und der Abfluss hat sich (toi, toi, toi) auch noch nicht gemeldet. Der wird aber auch immer mal mit kochendem Wasser durchgespült.
    Für mich hat sich der Umstieg gelohnt. Keine Verpackung, da ich das Mehl lose kaufe, kaum Kosten und meine feinen Haare haben viel mehr Volumen 😁

    • Reply
      Tanja
      24. Juli 2018 at 12:18

      Hey Vanessa!
      Schön (und vor allem auch irgendwie beruhigend) zu hören, dass es mit dem Abfluss so prima klappt. :) Vielleicht geb ich dem Mehl dann demnächst wirklich mal eine Chance mich zu überzeugen. In welchem Verhältnis mischt du denn den Brei an? Oder machst du das nach Gefühl?
      Liebe Grüße

      • Reply
        Vanessa
        27. Juli 2018 at 20:26

        Ich habe zunächst das Rezept aus Shia Sus Buch Zero Waste genutzt. Inzwischen rühre ich das aber nach Gefühl an. Wichtig ist, dass die Mischung dünnflüssig genug ist. So lässt sich alles später gut verteilen und auch wieder auswaschen.

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