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Kann nachhaltig auch sexy sein? (Summer Edition)

Bring Parka und Winterboots in den Keller – Der Sommer kommt! 

..NICHT! Gut, es ist April, und jetzt gerade mag es noch stürmen und schneien, doch es ist nie zu früh, um sich für die schönen Sommertage am See, Strand oder hauseigenen Schwimmteich vorzubereiten. Wie ich auch schon im letzten Artikel zum Thema (damals Unterwäsche), möchte ich dir heute wieder einmal einige Labels vorstellen, die wundervolle Geschichten erzählen. Geschichten über die Liebe zur Natur und zur Natürlichkeit, Geschichten über die Zeitlosigkeit abseits von Fast Fashion-Trends, Geschichten über Fairness. Von starken Frauen für starke Frauen. Davor möchte ich dir aber ein klein wenig über Plastikmüll erzählen. Ja, wieder einmal. Weil man einfach nicht genug darüber reden kann, denn…

Mittlerweile besteht jedes zehnte Sandkorn aus Mikroplastik.

Die winzigen Teilchen werden vom Wasser herangetragen, bleiben liegen und vermischen sich mit dem Sand. Oft sind sie mit bloßem Auge jedoch kaum zu erkennen. Wenn du das nächste Mal im Sommer über die schöne Strandmeile läufst und den warmen Sand unter deinen Zehen spürst, sei dir bewusst, dass ein Zehntel davon eigentlich nur Plastik ist, dass weggeschmissen oder als Mikroplastik den Abfluss hinunter gespült wurde. Ja, ich weiß, das klingt ziemlich hart, doch leider kann man Umweltverschmutzung nicht schön reden. 

Bei Fast Fashion verhält es sich nicht wirklich anders. Kunstfasern (Nylon, Polyester) sind beispielsweise das Hauptmaterial der hübschen Bikini-Kollektionen, von denen es jedes Jahr auf’s Neue ungefähr unendlich viele gibt. Diese werden auf Basis von Erdöl gewonnen und sind nicht biologisch abbaubar. Deshalb landen auch beispielsweise Kleider und Bikinis irgendwann als Sandbeigabe unter deinen nackten Füßen. Abgesehen von den nicht gerade natürlichen Bestandteilen in der Schnäppchenwäsche, die deine Haut an sommerlichen Tagen schwitzend mit viel Aufopferung erträgt, spielen noch eine ganze Reihe weiterer Faktoren eine große Rolle. Beispielsweise die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und damit auch Kinderarbeit und Billiglöhne. Und nein, so leid es mir tut, auch diese Tatsache lässt sich einfach nicht schönreden. Oder der alljährliche Neukauf, da dein alter Badeanzug nicht nur an Elastizität, sondern auch an Farbe verloren hat. Fakt ist: Fast Fashion-Swimwear ist schlecht. Schlecht für die NäherInnen, schlecht für deine Gesundheit, schlecht für die Gesundheit deiner zukünftigen Kinder und Kindeskinder. Schlecht für die Umwelt. 

Glücklicherweise gibt es aber immer mehr DesignerInnen, die durch Kreislaufwirtschaft wundervolle Alternativen bereitstellen. Das Zauberwort der umweltfreundlichen Bademodenlabels heißt: Recycling-Faser oder Econyl. Econyl-Garn ist die schlaue Geliebte der nachhaltigen Swimwear. Statt neu produziertem Nylon und Polyester werden Plastikflaschen, Teppiche oder Fischernetze verwendet. Diese Bestandteile werden im Herstellungsprozess zu Nylongewebe weiterverarbeitet und finden anschließend ihren Weg in nachhaltige Bikinis und Badeanzüge. Gut, es ist immer noch Plastik und wenn man’s gänzlich nachhaltig machen will, schwimmt man bestenfalls nackt, ABER dieser Kreislauf bedeutet zumindest viel weniger Abfall, weniger Energieverbrauch und mehr Ressourcenschonung. 

Heute möchte ich dir deshalb Labels aus Europa vorstellen, welche den nachhaltigen Gedanken bei der Produktion verinnerlicht haben. Vieles wird aus Recycling-Material bzw. Econyl hergestellt, fair gehandelt, per Hand genäht und/oder umwelt- sowie hautfreundlich gefärbt. Klick dich durch die Onlineshops, informier dich auf Wunsch über die Wertschöpfungskette und finde dein ganz persönliches, grünes Lieblingsstück.

 

Anek. | zum Onlineshop

„High five the planet, roll like a wave, set the day on fire!“ Anekdot ist Sofie, die Bademode nicht nur selbst entwirft, sondern auch in Handarbeit näht. Durch das Verwenden schon vorhandener Stoffe, erzählen die Stücke von Anekdot eine besondere Geschichte. Verwendet werden hauptsächlich Materialien aus Auflösungen, Restbeständen oder aus Überproduktionen. All das kann man aber bei jedem Produkt bis ins kleinste Detail einsehen. 

 

Photography: Jamiela Wonka
Copyright: Anekdot


PURA clothing | zum Onlineshop

Vor einigen Monaten wurde ich durch Maddie von dariadaria auf das Schweizer Unternehmen aufmerksam und freue mich seither auf die neue Sommerkollektion von Sara, die nun endlich da ist. Und ja, sie ist wunderschön geworden, sowie fair und nachhaltig produziert. Vor allem in den roten Bikini, den du auf den Fotos siehst, hab ich mich unsterblich verliebt und seh mich damit schon selig in der Sonne liegen! Sämtliche Teile werden in der Schweiz unter Verwendung von ausschliesslich aus Europa stammenden Stoffen genäht.

 

Photography: Jennifer März
Copyright: PURA clothing


Margaret and Hermione | zum Onlineshop

„Wenn du das nächste Mal ein paar Fischer ausschwärmen siehst, die auf hoher See ihrer Arbeit nachgehen, denk daran: Diese Fischernetze könnten dein nächster Bikini sein.“ Das Bademode-Label wurde 2015 von Barbara und Andrea in Wien gegründet. Seitdem werden Fischernetze aus dem Mittelmeer zu traumhaften Stücken genäht, welche von Barbara entworfen und von Andrea illustriert werden. So bleibt nicht nur der Strand sauber, sondern auch dein grünes Gewissen! Wenn du eher poppig & bunt bevorzugst, wirst du hier definitiv fündig! 

 

Copyright: Margaret and Hermione


MyMarini | zum Onlineshop

„For surfers who care, and for all others, who love water, sports, style and our planet.“ Mareen entwirft langlebige Bademode in Hamburg und arbeitet mit nachhaltigen Stoffen, die -Öko-Tex 100 zertifiziert- in Italien und Kroatien gefertigt werden. Hier geht es nicht (nur) darum gut auszusehen, sondern vor allem darum sich in Bademode zu verlieben, die auch bei sportlichen Aktivitäten kein bisschen an gutem Tragegefühl einbüßt. (Und ja, auch Badeanzüge können verdammt sexy sein – Lass dich dazu unbedingt mal von Amina verzaubern, die in ihrem Artikel über das Label berichtet.)

 

Photography: Christin Schwarzer
Copyright: MyMarini


TwoThirds | zum Onlineshop

Nicht umsonst ist ein kleiner Wal das Logo des Labels: Zwei Drittel unseres Planeten sind mit Wasser bedeckt und um genau diesen großen Teil der Erde kümmert sich TwoThirds mit besonderem Fokus. Aus kbA. Baumwolle und Econyl entsteht in kleinen Familienbetrieben Spaniens und Portugals wundervolle Bademode, die teils oder gar gänzlich biologisch abbaubar ist. Für jedes verkaufte Stück aus dem Sortiment wird ganz nebenbei 1 Euro an die WDC (Whale and Dolphin Conservation) gespendet, welche sich u.a. aktiv gegen den Walfang vor Japan und den Faröer Inseln einsetzt. Hello beautiful! 

 

Copyright: TwoThirds


SJØ | zum Onlineshop

SJØ (schwedisch für „Meer“) ist ein Grazer Label, das von Johanna und Magdalena ins Lebens gerufen wurde. Ein schlichtes Design und klare Farben machen die Kollektion wundervoll minimalistisch und damit auch zeitlos. Die nachhaltige Bademode besteht zu 78% aus Recycling-Polyamid (Econyl) und 22% Elasthan in Ökotex 100-Qualität. Das Recycling-Material wie auch die Farben, die eingesetzt werden, sind übrigens komplett vegan. Weiterer Pluspunkt: Alle Modelle sind wendbar und doppelt genäht.

Copyright: SJØ

Woodlike Ocean | zum Onlineshop

„Sonja spent half of her life commuting between Oahu’s North Shore, Bali and Australia. The water became her second home and she soon realized she couldn’t find a modern bikini piece that would fit with her athletic needs. So she explored new fits and began hand sewing bikinis for her own personal use.“, sagt Mauricio über seine Frau Sonja, die mit ihrem Ehemann und partner in crime das Label Woodlike Ocean gründete. Für die Bademode werden ausschließlich italienische Stoffe verwendet, die mit Econyl-Garn hergestellt werden. Die sportlichen und dennoch weiblichen Schnitte machen die (wendbaren) Bikinis und Badeanzüge zu einem perfekten Strandbegleiter, die zum Schutz der Meere beitragen. 

Copyright: Woodlike Ocean


ESSENTIALS FOR ZULA | zum Onlineshop

Nach dem Motto lovingly made, locally sourced, ethically produced entwirft Delie seit 2015 in ihrer Wahlheimat Wien faire Bademode, während ihr Vater im thailändischen Familienbetrieb die Fertigung der Stücke übernimmt. Im kleinen Team wird somit viel Wert auf Teamarbeit, Fair Trade und Qualität gelegt. Die Stücke werden zwar mit normalem Polyester gefertigt, jedoch steht hier trotz allem eine nachhaltige Nutzung des Ausgangsstoffes im Vordergrund: „We locally source the material from Thailand and we only use what is directly available on the market.“ Wenn du somit auf der Suche nach nachhaltig(er)en Alternativen zur Fast Fashion-Swimwear in der unteren Preisklasse bist, solltest du unbedingt mal im Onlineshop vorbeihüpfen! 

 

Copyright: Essentials for Zula

Welchen Labels schenkst du dein grünes Herz? Was hältst du davon Fischernetzen und Plastikmüll neues Leben einzuhauchen? Würdest du Recycling-Bademode kaufen? Welches Label kennst du schon oder hast du gar selbst in deinem Schrank? Hinterlasse mir deine Meinung zur Eco-Swimwear als Kommentar! Ich freu mich! :)

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5 Comments

  • Reply
    Anne
    2. Juni 2017 at 11:56

    Tolle Tipps! Vermutlich wird es nicht klappen, dass ich mir online einen Bikini bestelle, weil die Dinger nie passen. Aber falls es jemals so sein wird…

    • Reply
      Tanja
      7. Juni 2017 at 12:12

      Liebe Anne, ich kann dich verstehen, was die Größenangaben im Internet und die Passgenauigkeit betrifft. Was ich dir an dieser Stelle aber durchaus ans Herz lege, ist das Maßnehmen und das anschließende Suchen des Gesprächs mit dem jeweiligen Kundenservice, denn gerade die kleinen, nachhaltigen Unternehmen setzen enorm auf Kundenzufriedenheit. :) Ich schick dann immer auch gleich meine Maße in einer Mail mit und frag nach, welche Größe die beste wäre bzw. mach mich schlau, ob die Produkte eventuell auch mal auf/in einem Markt/Event/Shop in meiner Nähe offline zum Probieren verfügbar sind.
      Wünsch dir auf alle Fälle viel Glück bei der Suche! Liebste Grüße

  • Reply
    Warum ist Organic Cotton eigentlich so teuer oder auch: Warum fragt sich keiner, warum Fast Fashion so billig ist? – blattgrün
    28. April 2017 at 11:01

    […] Kann nachhaltig auch sexy sein? | Kann nachhaltig auch sexy sein? (Summer Edition) […]

  • Reply
    Jenni
    21. April 2017 at 9:31

    Liebe Tanja,

    ein wundervoller Artikel!
    Denn auch wenn das Wetter noch zu wünschen übrig lässt: An Sommer, Sonne, Meer darf man auch jetzt schon träumerisch schwelgend denken, finde ich. :)

    Die Labels gefallen mir alle ausgesprochen gut – bisher habe ich mich noch nicht mit nachhaltiger Bademode befasst und da kommt dein Artikel hier gerade genau richtig!
    Ich habe noch einen alten s.Oliver-Bikini mit wildestem Muster hier im Schrank herumliegen – den ich mir nicht mehr vorstellen kann, anzuziehen, wenn ich ehrlich bin. Da hat sich mein Geschmack doch sehr verändert innerhalb eines Jahres. :D

    Am schönsten finde ich (so auf den ersten Blick) die Modelle von Uniqkorn – minimalistisch UND wendbar! Also drei in eins, gewissermaßen – das gefällt mir!
    Auf der anderen Seite hat wirklich jedes Label seine eigenen Vorzüge – sei es aus produktionstechnischer, materialientechnischer oder ästhetischer Perspektive betrachtet. Eine schöne Auswahl zum Schmökern! :)

    Liebe Grüße und ein feines Wochenende dir!
    Jenni

    • Reply
      Tanja
      7. Juni 2017 at 12:14

      Jaja, der persönliche Minimalismus und die damit einhergehende Liebe für nachhaltige, einfache Basics geht bis in die Tiefen der Unterwäsche-/Bademodenschublade im Schlafzimmer. :D Dank dir für das liebe Feedback!

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