if you’re downie, eat a brownie! Der weltbeste Brownie

if you're downie, eat a brownie oder auch: Der weltbeste Brownie | Blattgrün

Rezepte für den weltbesten Brownie gibt es viele, aber nicht alle halten, was sie versprechen. Versteht mich nicht falsch: Ich liebe mein altes sowie glutenfreies Rezept nach wie vor und doch war es mir immer zu wenig fudgy, zu wenig schokoladig, zu wenig amerikanisch eben. Jetzt, endlich, habe ich den perfect bite für mich gefunden. Und natürlich habe ich die letzten vier Monate Blogpause nicht nur mit der Suche nach dem perfekten Rezept für Brownies verbracht, aber lest selbst.


Hier geht’s direkt zum Rezept für den leckeren Brownie. 


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Ich komme aus einer Familie, in der Herzinfarkte schon recht obligat sind. Tachykardie begleitet mich, seit ich denken kann. Seit mehr als 15 Jahren heißt es aber auch: 

„Gibt’s einen Test in der Schule, der dich gerade ein bisserl nervös macht, gell? Für welchen Tag brauchst denn eine Krankmeldung?“ „Versuch es mal mit Sport zum Ausgleich. Der entstresst dich.“ „Tanja, das sind nur Panikattacken.“ „Das Herzrasen bilden Sie sich bestimmt nur ein. Sie sind wohl einfach ein bisserl überempfindlich.“

Ich empfehle euch an dieser Stelle ein wunderbares Buch von Prof. Med. Vera Regitz-Zagrosek und Dr. Med. Stefanie Schmid-Altringer mit dem Namen Gendermedizin – Warum Frauen eine andere Medizin brauchen. Lest es, genießt es gemütlich zu Kaffee oder Tee, erfreut euch daran. Long story short: Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben eine wirklich bezaubernde und kluge Kardiologin an meiner Seite, die nicht nur theoretisch sehr auf Zack ist, sondern auch praktisch anstatt direkt mit dem Psychologenstempel zu kommen. Keine vier Wochen hat es gedauert, zack, Termin für eine Herzoperation. Ich danke euch an dieser Stelle übrigens ganz herzlich für die vielen Nachrichten nach der OP und den Fragen dazu. Ich versuch sie so kurz und knapp es geht zu beantworten. Wer sich an dieser Stelle also schon einmal gelangweilt fühlt, darf gerne direkt zum Rezept springen. 

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Zuvor aber ein kleiner medizinischer Exkurs: Der optimale Ruhepuls eines gesunden Erwachsenen liegt bei 60 bis 70 Schlägen pro Minute. Dieses Pumpen im Herzen wird durch ein kompliziertes elektrisches System ausgelöst, denn spezielle Nervenzellen im Herz lösen einen Herzschlag aus, indem sie regelmäßige Impulse weitergeben. Werden diese Signale fehlgeleitet oder entstehen zusätzliche Impulse, ist der Herzrhythmus gestört. Das Herz arbeitet dann, als hätte es sich am Vorabend einen hinter die Binde gekippt und zwar so unkoordiniert, dass das Blut weniger effektiv oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr in den Körper gepumpt wird.

Schlägt das Herz also auch in Ruhesituationen (anfallsartig) dauerhaft zu schnell, ist das am Ende sehr anstrengend für den Herzmuskel und schwächt ihn. Dabei kann die Blutströmung im Herzen außerdem so stark durcheinander geraten, dass sich in den Vorhöfen Blutgerinnsel bilden. Gelangen diese Gerinnsel mit dem Blutstrom ins Gehirn, besteht die Gefahr eines Schlaganfalls. Wollen wir natürlich nicht. 

50 Shades of Grey’s Anatomy

Da ich die letzten paar Monate gerne einmal Aussetzer mit einer Ruhefrequenz von 240 Schlägen pro Minute sowie permanent Herzstolpern hatte, gab es vor knapp zwei Wochen endlich eine kleine Katheterablation für mich. Monatelang alle paar Tage kurz bewusstlos werden oder das Gefühl zu haben instant an einem plötzlichen Herztod zu sterben, macht nämlich viel weniger Spass als man denkt und hindert einen daran all die schönen Sachen zu tun, die man normalerweise gerne macht. Schlafen zum Beispiel. Oder Blogbeiträge verfassen. Hier wurden dann also bei vollem Bewusstsein sowie Fesseln an den Armen drei kleine Schläuche über die Leiste ins Herz geschleust, die dort motiviert ihre Arbeit verrichtet und den Auslöser verödet haben.

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Dadurch wurde die falsche Erregungsleitung, im Idealfall, dauerhaft unterbunden. Gedauert hat die OP etwa drei Stunden und mehr Spannendes gibt’s auch nicht zu erzählen. Es wird sich also mit der Zeit zeigen, ob es wirklich nachhaltig funktioniert hat, sobald sich das Herz an die neuen Gegebenheiten angepasst hat. Im Anschluss hieß es dann zwei Wochen Ruhe, was mich wiederum, endlich, zurück zu den Brownies bringt. 

Ich war die ersten Tage ziemlich ausgelaugt. Nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ich hatte fest gehofft, dass sich die Rhythmusstörungen recht schnell legen, aber wie das so ist im Leben: Wenn du denkst alles wird „easy peasy lemon squeezy“, wird es vermutlich eher „difficult difficult lemon difficult“. Um den mood swings erst gar keine Chance zu geben sich breit zu machen, habe ich mir die produktivste Beschäftigung ausgesucht, die für mich in Frage kam:

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Der weltbeste Brownie

ist nicht vegan, kommt nicht ohne raffinierten Zucker und Unmengen Schokolade aus, ist nicht glutenfrei und schon gar nicht gesund. Ich möchte euch nicht belügen: Eure Bauchspeicheldrüsen werden ihn hassen, eure Münder werden ihn lieben. Gefunden hab ich diesen Schatz auf chefkoch.de und strahle seitdem wie ein Honigkuchenpferd, nachdem ich es minimalst abgeändert habe. Ich weiß, dass ihr es mittlerweile schon gewohnt seid, dass ich euch mit gesunden Gerichten ohne raffinierten Zucker beschenke, doch dieses Mal müssen wir da einfach vehement drüber stehen und in den sauren Apf.., ähm, fudgy Brownie beißen. Denn ganz ehrlich: Es gibt auf dieser Welt gerade weitaus größere Probleme als eine Kalorienbombe zum Nachtisch.

Ihr könnt natürlich, wie immer, mit Alternativen spielen, keine Frage! Den Haushaltszucker gegen Kokosblütenzucker tauschen, die Eier mit einer veganen Option ersetzen, vegane Butter verwenden und vieles mehr. Ich empfehle es an dieser Stelle aber ausnahmsweise nicht, denn jeder Eingriff in dieses Objekt der Begierde verändert die Konsistenz. Zumeist zum Schlechten. 

Zutaten für eine 20×30 Brownie-Form 

100g Haushaltszucker
50g brauner Zucker
200g Schokolade (hier: 100g Zartbitter, 100g Vollmilch)
125g Butter
3 Eier
3 EL Kakao
125g Mehl
1 gute Prise Salz
1 Msp. Vanille

Zusammengemixt ist die Masse in etwa 10 Minuten. Heizt den Backofen daher schon einmal auf 170 Grad Umluft vor. Brecht die Schokolade nun in kleine Stücke und schmelzt sie zusammen mit der Butter über dem Wasserbad. Im Anschluss könnt ihr den Zucker per Schneebesen einrühren und (nach Fingerprobe zwecks Körperwärme) nacheinander die Eier hinzugeben und gut unterrühren. Nun vermengt ihr Kakao, Mehl, Salz sowie Vanille und tauscht den Schneebesen gegen einen (Holz-)Löffel. Mit diesem hebt ihr nun die trockenen Zutaten unter die Flüssigmasse. Buttert und vermehlt die Form, gießt euren Brownieteig nun behutsam hinein und stellt ihn für 20-25 Minuten in den Backofen.

Stäbchenprobe nicht vergessen! Kleben Krümel am Stäbchen, ist der Brownie fertig. Klebt noch recht flüssiger Teig am Stäbchen, habt ihr am Ende eine Art Lavakuchen wie auf den Fotos. Auch geil. Klebt nichts mehr am Stäbchen, habt ihr die Backzeit definitiv überschritten. Lecker ist er aber trotzdem noch, wenn auch krümeliger. Toppen könnt ihr mit wonach auch immer euch ist. Der Mann hat sich hier beispielsweise mit Mandelsplittern und dunklen Schokotröpfchen verausgabt. 

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Der Herzensmann ist übrigens ebenso wie ich ganz verliebt in das kleine Konstrukt aus Fett und Zucker. Wir gönnen uns dann einmal wieder. Habt’s fein und bis zum nächsten Abenteuer! 

PS: Habt ihr auch schon persönliche Erfahrungen zum Thema Gendermedizin gesammelt? Habt ihr das Gefühl, dass Medizin nicht ausreichend auf Frauen zugeschnitten ist? Und natürlich: Backt ihr nach, würde ich mich freuen, wenn ihr es mich in den Social Media-Kanälen wissen lasst! Markiert mich auf den Fotos oder teilt eure Kreationen mit dem Hashtag #blattgruenblog

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