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Gib mir den Rest: Zwischen Acker und Teller

Was passiert eigentlich mit dem leckeren Obst und Gemüse, das vielleicht nicht (mehr) ganz so ansprechend aussieht? Heute erfährst du auf blattgrün, welche Start Ups und Initiativen das Thema „Verwenden statt verschwenden“ mit ganz viel Herz und Kreativität in Angriff genommen haben und in welchen Läden du der Lebensmittelverschwendung schon beim Einkauf den Kampf ansagen kannst.

Zero Waste Supermärkte (in Österreich)

Gesunde und nachhaltige Lebensmittel, die dich als Kunden verpackungsfrei erreichen? Hello beautiful! Du kaufst nur das, was du auch tatsächlich brauchst. Das ist nicht nur besser für deinen Geldbeutel, sondern auch für deine Umwelt, da schon automatisch beim Einkauf weniger Lebensmittel und Verpackungsmaterial verschwendet werden. Ein wundervoller Gedanke, der auch in Österreich immer mehr Fuß fasst. Neben dem holis.market in Linz gibt es nun auch schon Das Gramm in Graz, Liebe & Lose in Innsbruck sowie die Maß-Greißlerei in Wien. 

Unverschwendet

unverschwendet

Unverschwendet steht für kulinarischen Genuss als Lösung für unnötige Lebensmittelverschwendung. Durch traditionelle Verfahren wie Einkochen und Einlegen werden aus überschüssigen, jedoch stets qualitativ hochwertigen und frischen Früchten, Gemüse und Kräutern, in liebevoller Handarbeit Produkte wie Fruchtaufstriche, Gelees, Sirupe und Chutneys hergestellt. Überschüssig bedeutet in unserem Fall, dass Privatpersonen oder landwirtschaftliche Betriebe mehr Früchte oder Gemüse haben, als sie selbst verarbeiten oder verkaufen können. Wir schätzen alle Lebensmittel und so werden auch kleinste Mengen vor dem Verderben bewahrt und zu kreativen Geschmackserlebnissen in limitierter Auflage verarbeitet.“ Ab Sommer 2016 wird es diese kleinen Gläschen voller Glück (z.B. leckeres Quitten-Vanille-Gelee) übrigens in ausgesuchten Greißlereien und online zu kaufen geben. 

Dörrwerk

doerrwerk

„Wir sind eine Berliner Manufaktur für Snacks aus gerettetem Obst und Gemüse. Unsere Idee ist die Verwertung von Obst und Gemüse, das aufgrund ästhetischer Mängel nicht mehr in den Handel kommt und oftmals tonnenweise weggeworfen wird. Allein in Deutschland wandern jährlich über 15 Mio. Tonnen Lebensmittel in den Müll – davon ist die Hälfte Obst und Gemüse. Wir finden, dass jede Frucht schön ist und kaufen daher Obst und Gemüse mit kleinen „Fehlern“ direkt bei den Landwirten oder Großhändlern zu fairen Preisen auf und verarbeiten es mit viel Zeit, Handarbeit und völlig frei von Zusatzstoffen zu unseren köstlichen getrockneten Snacks.“ Du findest neben Fruchtpapier in den verschiedensten Geschmacksnoten auch noch Fruchtkonfetti im Onlineshop

Restlos Glücklich

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„Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Das ist uns zu viel. Wir kochen mit Lebensmitteln, die von Supermärkten, Landwirten oder Großhändlern aussortiert wurden. Wir sind überzeugt, dass wir unseren Sinnen besser vertrauen können als dem Haltbarkeitsdatum. Lebensmittel verdienen wieder mehr Wertschätzung – als Mittel zum Leben.“ Neben dem Restaurantbetrieb veranstaltet das Team auch Kochkurse und Workshops rund um die Themen Produktion, Verwendung und Verwertung von Lebensmitteln für große und kleine Lebensmittelretter! Hier geht’s zur Website des Non-Profit Restaurants.

Verein START UP

startup

Der Verein beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit dem Thema Lebensmittelrettung. In Kooperation mit Österreichs führenden Supermarktketten konnten seit Ende 2014 weit über 500.000 kg genießbare Lebensmittel vor dem sicheren „Mülltod“ gerettet und an hilfsbedürftige Menschen weitergegeben werden. Die drei Rettungsfahrzeuge des Vereins sind täglich in ganz Wien unterwegs um Lebensmittel von deren Partnerfirmen abzuholen. Anschließend werden sie ins Zentrallager des Vereins geliefert, wo sie sortiert und dann in den sog. Foodpoints ausgegeben werden. Hier geht’s zur Facebook-Seite.

the good food

goodfood

THE GOOD FOOD ist ein junges Startup aus Köln, das sich seit Ende 2014 gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt. „Durch unsere Marktstände sorgen wir dafür, das die zuvor aussortierten aber noch köstlichen Lebensmittel auf dem Teller anstatt auf dem Müll landen. Bei uns findest du neben abgelaufenen Lebensmitteln, wie eingelegtem und eingewecktem Gemüse oder Trockenware, auch frisches aber zu kleines, krummes oder außergewöhnliches Obst und Gemüse.“ Geplant sind außerdem eine Biokiste, die im Raum Köln-Ehrenfeld geliefert wird sowie auch ein eigener Supermarkt.

Culinary Misfits

culinarymisfits

„Wir sind weder Gemüsegurus noch haben wir das Kochhandwerk professionell gelernt. Aber wir lieben unseren Job und nutzen unsere gestalterischen Künste in der Küche. Unser Ziel ist eine gesunde und faire Esskultur, in der Lebensmittel, Produzenten und Ressourcen wieder wertgeschätzt werden. Wir lassen uns daher nur zu gerne von schiefen Nasen und schrägem Aussehen inspirieren und kreieren daraus leckere vegetarische Gerichte. Wir freuen uns über das Unperfekte, jeden neu entdeckten Misfit, denn dadurch erschließt sich für uns erst die Schönheit der Natur. Wir haben keine Lust auf Einheitsbrei und Standardgemüse und hoffen, Euch anstiften können mitzumachen – Esst Misfits, esst die ganze Ernte!“ Hier geht’s zur Website. 

wastecooking / Iss mich!

wastecooking

wastecooking ist ein Kunstprojekt, eine Bewegung, die genussvoll gegen Lebensmittelverschwendung protestiert! Ohne moralischen Zeigefinger und mit einer kräftigen Prise Selbstironie.“ Ich selbst hab zwar keinen Fernseher, aber ich weiß, dass die Sendung zur Initiative immer mal nachts auf ORF1 lief, was mittlerweile anscheinend nicht mehr der Fall ist. Glücklicherweise gibt es noch einige Videos auf Youtube. Im Frühjahr 2014 entwickelt wastecooking-Teammitglied, Tobias Judmaier, außerdem ein Cateringunternehmen, das nur mit aussortierten Lebensmitteln kocht. Dieses nennt sich Iss mich! und ist in Wien zuhause. Die Website findest du hier

Hut und Stiel

hutundstiel

Nun zu einem Zero Waste-Konzept der besonderen Art von Manuel und Florian, die es aus Oberösterreich nach Wien verschlagen hat: Im Manufaktur-Keller von Hut & Stiel entstehen aus dem Kaffeesud der Wiener Kaffeehäuser urbane Speisepilzfarmen. Ja, richtig gehört. Aus Kaffee wird Austernpilz. Wenn der Kaffeesud dann letztendlich seine Pflicht getan hat, wird er kompostiert und wieder zu Erde. Die Austernseitlinge werden übrigens nicht nur per Lastenfahrrad ausgeliefert, sondern auch zu leckeren Aufstrichen, Pesto und Sugo verarbeitet, die man z.B. in Lunzers Maß-Greißlerei käuflich erwerben kann. 

PS – Nicht zum Essen, aber trotzdem ganz schön klasse: GreenLab Berlin

greenlab

GreenLab Berlin zeigt mit zwei neuen Produkten ein gelungenes Upcycling: Das Unternehmen hat zwei vegane Dünger aus Kakaoschalen (die bei der Schokoladenproduktion stattdessen normalerweise einfach verbrennt werden) entwickelt, die bereits im Handel zu finden sind. Was heißt das aber genau? „Ein Flüssigdünger namens ‚Blümchenfutter‘ für den Balkon und ein Feststoffdünger mit dem Namen ‚Pimp my Gärtchen‘ für Gärten. All das aus Abfallstoffen der Lebensmittelindustrie, bei deren Herstellung kein weiterer Abfall entsteht.“ Erwerben kann man sie unter anderem auf der Website von GreenLab

3 Comments

  • Reply
    Marie
    3. April 2017 at 19:47

    Wow, da sind echt tolle Ideen dabei. Danke für die Auflistung!

    • Reply
      Tanja
      3. April 2017 at 23:10

      Freut mich, dass ich inspirieren konnte, liebe Marie! :)

  • Reply
    Das ABC des Zero Waste | blattgrün
    13. November 2016 at 17:58

    […] in das Plastiksackerl im Müllkorb. Wenn du noch eine Stufe weiter gehen willst, tob dich in einem verpackungsfreien Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt aus. So kannst du genaue Mengen kaufen, verhinderst […]

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