Fairliebt in Linz

4 praktische Apps als Begleiter durch euer nachhaltiges Linz

Es gibt so viele Kleinigkeiten, die ich an Linz unglaublich schätze: Die jährlich stattfindende WearFair Messe in der Tabakfabrik zum Beispiel. Sie ist die größte österreichische Messe für Nachhaltigkeit und ökofairen Konsum. Auch die Tatsache, dass Linz seit 2014 Fairtrade-Stadt ist und zum Ziel hat, den fairen Handel auf lokaler Ebene zu verankern, finde ich ziemlich fein! Und dann gibt es da beispielsweise auch noch praktische Öko-Apps mit Regionalbezug und zwar gleich vier davon. Denn das Smartphone kann nicht nur auf Reisen von Vorteil sein, sondern dient auch in Linz als nützlicher Begleiter. 

Linz Pflückt

Direkt vom Grün ab in den Mund und das alles handgepflückt und kostenlos. Linz Pflückt zeigt euch mehr als 2000 öffentliche Obstbäume der Stadt Linz sowie Gemeinschaftsgärten. Die Früchte sind Gemeingut. Somit ist das Mitnehmen der Früchte in Haushaltsmengen nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht. Die App zeigt außerdem nicht nur Art und Gattung, sondern auch Reifezeit.

Für mich ist Linz pflückt schon seit Jahren ein praktischer Begleiter mit Mehrwert. In meiner neuen Hood kann man beispielsweise viele Baumhaseln, die Ende September reif sind, pflücken oder vom Boden aufsammeln, da sie eh oft schon von selbst runterfallen. Die Baumhasel (oder auch türkische Haselnuss) ist ein typischer Stadtbaum mit kleineren Haselnüssen, die man ebenso, wie auch die bekannten Haselnüsse, essen kann. Außerdem lieben sie die städtischen Eichhörnchen und, wenn auch selten, lässt sich sogar eines der kleinen Tierchen erblicken. Aber auch Kirschen, Blutpflaumen und Zieräpfel hab ich schon per App entdeckt.

Die Web-App gibt es derzeit leider nur für Android-Geräte. Macht aber gar nichts, denn man kann sie auch problemlos als Web-App für Firefox benutzen oder direkt im Browser verwenden.

Too Good To Go

Too Good To Go ist eigentlich so ziemlich DIE App für Lebensmittelrettung und seit 2019 in Linz verfügbar. Seit Ende Oktober 2019 genauer gesagt. Meine erste Erfahrung damals war leider nicht die beste, jedoch ist aller Anfang schwer und mittlerweile läuft der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung in der Stahlstadt wie am Schnürchen. 

Zum Projekt selbst und dem Prinzip dahinter: Die Lebensmittelretter-App umfasst Betriebe wie Bäckereien, Restaurants, Cafes, Hotels oder auch Supermärkte und ermöglicht es diesen das überschüssige Essen zu einem vergünstigten Preis an Selbstabholer zu verkaufen.

Wir, als Benutzer der App, können sehen, welche Betriebe in unserer Umgebung noch einwandfreies Essen für uns bereit halten. Bezahlt wird direkt über die App. Während festgelegter Abholzeiten kann man im Anschluss persönlich zum Betrieb gehen, den App-Beleg vorzeigen und sich seine Köstlichkeiten abholen.

Warum ist das angebotene Essen eigentlich billiger als im Regelfall? Ist es nicht mehr gut? Ganz im Gegenteil und total einfach zu erklären: Viele gastronomische Betriebe haben regelmäßig Überproduktion. Aber auch beim Bäcker lässt sich dies beispielsweise nur schwer vermeiden, da hier oft die Auslage der Bäckerei befüllt wird. Das Essen ist also keineswegs schlecht, sondern einfach übrig geblieben, einwandfrei und einfach zu schade, um es zu entsorgen.

Mit Too Good To Go werden also am Ende des Tages nicht nur Abfälle vermieden und Emissionen reduziert, sondern auch Betriebe in der Umgebung unterstützt. Die App gibt es kostenlos im App Store oder im Google Play Store

tim & FAIRTIQ

Was die Möglichkeit des öffentlichen Verkehrs in Linz betrifft, ist meine Meinung zwiegespalten, denn in Sachen grüne Mobilität gibt es in der Stahlstadt noch einiges nachzuholen. Dazu gehört vor allem der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Das Ladenetz für E-Fahrzeuge wächst in OÖ zwar stetig und auch die E-Doppelgelenksbusse sind klasse, doch hat man dieses Jahr andererseits das kostenlose Parken in der Innenstadt für E-Fahrzeuge abgeschafft und auch die versprochene zweite Schienenachse, auf die man sich schon 2014 geeinigt hat, ist nun doch aus stadtpolitischer Sicht nicht umsetzbar. Hach. 

Zumindest einen kleinen Lichtblick gibt es in Linz für alle, die kein eigenes Auto haben, aber trotzdem gerne einmal umweltfreundlich(er) die Umgebung in einem Auto erkunden möchten: tim nennt sich das neueste Baby der Linz AG Linien. Ein multimodales Mobilitätskonzept, wenn man so will. Ziel des Projekts ist es den Verzicht auf das Auto zu erleichtern und den öffentlichen mit dem individuellen Verkehr zu verbinden. Heißt: Alle tim-Standorte sind leicht mit den Öffis oder dem Fahrrad erreichbar. An den tim-Knoten kann man also Straßenbahn und Bus mit den E-Mietautos kombinieren. Außerdem besteht die Möglichkeit auch das eigene E-Auto an den öffentlichen tim-Ladestationen aufzutanken.

Wie funktioniert das Ausleihen? Nach persönlicher Anmeldung und einer kleinen Einschulung könnt ihr ein E-Auto direkt über die Website buchen. Mit der tim-Karte, die ihr bei der Anmeldung bekommt, habt ihr Zugang zum Auto und könnt es nach der Fahrt auch direkt wieder an der tim-Station abstellen, an die Ladestation hängen und mit der Karte versperren. 

Mit FAIRTIQ spart ihr euch außerdem das Ausdrucken der Fahrscheine für Straßenbahn und Bus am Automaten. Vor dem Einsteigen wischt man den Start-Button nach rechts und am Ende der Fahrt wieder nach links. Es wird immer das günstigste verfügbare Ticket für die gefahrene Strecke verrechnet. Bezahlt wird im Anschluss direkt über die App. Nutzbar ist FAIRTIQ in der Kernzone Linz inklusive Pöstlingbergbahn. Einzig in Regionalbussen sowie den S-Bahnen des Oberösterreichischen Verkehrsverbunds gilt die App nicht. Gibt’s hier für iOS und hier für Android

GUTES FINDEN

In Kooperation mit dem Klimabündnis OÖ und BIO Austria OÖ hat das Umweltressort unseres Bundeslandes eine kostenlose App entwickelt, mit welcher man schnell einmal nachhaltige Anbieter in ganz Oberösterreich finden kann. Neben Gastronomiebetrieben, die gewisse Kriterien erfüllen müssen um in der App aufzuscheinen (bio, vegan, veggie oder/und fairtrade), findet man dort auch nachhaltige Kleidung, Bio-Lebensmittel(märkte), Weltläden, Öko-Übernachtungsmöglichkeiten oder aber faire Möbel, Naturkosmetik, klimaschonende Mobilität und vieles mehr.

Per Standorterfassung zeigt eine Landkarte sämtlich eingetragene Betriebe und Möglichkeiten für Nachhaltigkeit in der Umgebung. Ebenso kann man direkt nach Kategorie auswählen und sich die Ergebnisse anzeigen lassen. Außerdem kann man auch selbst Betriebe hinzufügen, die dann vom Team der App kontrolliert und freigeschaltet werden. Das soll nicht nur die Nutzbarkeit verbessern, sondern auch dazu anregen selbst einen Teil zum nachhaltigen OÖ beizutragen. Die App findet ihr hier für iOS und hier für Android

 


Kennt ihr ein paar der oben genannten Apps? Nutzt ihr sie auch? Habt ihr weitere Vorschläge? Ich freu mich auf eure Kommentare! Postet eure Gedanken auch gerne mit dem Hashtag #blattgrünblog auf Instagram oder erntet gutes Karma und teilt diesen Beitrag in den unendlichen Weiten des Internets. Ich freu mich und sag Dankeschön! ♥ Eure Tanja

PS: Dieser Artikel ist unbezahlte Werbung und wurde nicht von genannten Initiativen, Projekten oder Unternehmen finanziert. 

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